Auf Unterhaching folgt Neubiberg

Neubiberg startet im Herbst Pilotprojekt mit Carsharing-Anbieter

Michael Schwaiger, Wolfgang Panzer, Kerstin Schreyer und Nico Gabriel vor einem Carsharing-Auto der Firma Sixt.
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V.l.: Michael Schwaiger, Unterhachings Bürgermeister Wolfgang Panzer, Verkehrsministerin Kerstin Schreyer sowie Nico Gabriel von Sixt freuen sich über den Start des Pilotprojekts. Auch Neubiberg möchte das Angebot testen.

Kaum ist der Startschuss gefallen, schon will die nächste Gemeinde sich anschließen: Nach Unterhaching startet auch Neubiberg ein Pilotprojekt mit dem Carsharing-Angebot der Firma Sixt. 

In Unterhaching startete am 16. September offiziell das sechsmonatige Pilotprojekt mit dem Carsharing-Anbieter „Sixt Share“, der sein Angebot von München auf das Münchner Umland ausweiten möchte. Als der dortige Gemeinderat im Juli dem Projekt zustimmte, hoffte Bürgermeister Wolfgang Panzer darauf, dass sich weitere Gemeinden aus der Region anschließen.

Und tatsächlich scheint sein Wunsch Gehör gefunden zu haben – mit Neubiberg möchte nun die nächste Gemeinde im südöstlichen Landkreis mit dem Anbieter einen Pilotversuch starten. Der Neubiberger Gemeinderat sprach sich nur vier Tage nach dem Projektstart in Unterhaching für einen sechsmonatigen Testzeitraum aus. „Sixt ist auf uns zugekommen und hat gefragt, ob wir auch eine Pilotphase starten möchten“, erklärt Bürgermeister Thomas Pardeller auf Nachfrage.

Das Angebot kam bewusst mit Blick auf die Nachbargemeinde Unterhaching, um mögliche Synergieeffekte zu nutzen. „Am besten wäre es deshalb, wenn es schon Mitte Oktober losgehen kann“, so der Rathauschef. Er hoffe, dass nach dem Gemeinderatsbeschluss nun alles Organisatorische zügig in die Wege geleitet wird.

Eine gleichzeitige Testphase mit Unterhaching ist sinnvoll, weil das Car-Sharing bei dem Anbieter über das „free floating-System“ funktioniert: Fahrzeuge können überall innerhalb des Geschäftsbereichs – das heißt in Großteilen der Landeshauptstadt und ab sofort auch in Unterhaching ausgeliehen und abgestellt werden. Kunden zahlen während der Fahrt einen Minutenpreis.

Die Flotte soll in Neubiberg bis zu sechs Fahrzeuge, darunter auch zwei E-Autos, umfassen. Die Analysen des Nutzungsverhaltens sowie zwei Bürgerbefragungen werden der Gemeinde vom Anbieter zur Verfügung gestellt. An der Zwergerstraße in Unterbiberg und auf dem Rathausparkplatz an der Hauptstraße sollen zwei Stellplätze während des Pilotzeitraums als Mobilitätsstationen dienen.

Da es sich um eine Testphase handelt, tragen Anbieter und Gemeinde ein partnerschaftliches Risiko für den Umsatzausfall. Dieser wird jeweils zur Hälfte getragen, die Kosten für die Gemeinde sind allerdings auf maximal 7500 Euro pro Monat gedeckelt. Die Haushaltsmittel für 2021 können als Ansatz für das Klimaschutz-Förderprogramm entnommen werden. Die Gemeinde setzt mit dem Projekt den Punkt „Car-Sharing und Fahrradverleih“ aus ihrem Klimaschutz-Konzept um.

Auch die Maßnahme „Car-Sharing mit E-Mobil“ wird durch das Vorhaben zum Teil umgesetzt. Das Pilotprojekt bringe eine attraktive und erstmals flächendeckende Ergänzung zu den bestehenden Angeboten im Gemeindegebiet. Bislang gibt es zwei stationsungebundene Anbieter in Unterbiberg und einen stationsgebundenen in Neubiberg.

„Durch den Start des Angebots auch mit E-Fahrzeugen kann dieses Angebot zu geringerem CO2-Verbrauch im Gemeindegebiet beitragen sowie im Verbund mit weiteren Maßnahmen der lokalen Förderung des Fußgänger-, Fahrrad- und öffentlichen Verkehrs einen Beitrag für eine nachhaltige Mobilitätswende leisten“, bewertet die Verwaltung abschließend das Projekt. Der Gemeinderat schloss sich dem an und sprach sich mehrheitlich dafür aus.

Verkehrsministerin Kerstin Schreyer dürfte das freuen. „Mir ist es wichtig, dass die Menschen überall in Bayern gut leben können. Dafür muss das Verkehrsangebot stimmen“, erklärte Schreyer anlässlich des Pressetermins zum Start in Unterhaching. „Carsharing-Modelle können eine gute Ergänzung für Menschen ohne eigenes Auto sein, die sich bewusst Gedanken darüber machen, wie sie sich fortbewegen wollen. Wir sollten die Stärken, die jeder Verkehrsträger hat, nutzen und dabei auch die unterschiedlichen Situationen in Stadt und Land berücksichtigen“, so die Ministerin weiter.

Wie in Neubiberg geplant, gibt es auch in Unterhaching eine für das Car-Sharing-Angebot eine Mobilitätsstation gegenüber dem S-Bahnhof mit zwei reservierten Stellplätzen. Zudem haben die Schwaiger-Group vor ihrem Quartier Hatrium sowie die Firma Develey bei ihrer Hauptverwaltung reservierte, öffentlich zugängliche Stellplätze für den Anbieter eingerichtet, um auch für die Mitarbeiter vor Ort einen Anreiz zu schaffen, Carsharing für den Weg in die Arbeit zu nutzen.

Etwas ähnliches schwebt auch Neubiberg vor. Dort möchte die Verwaltung nach dem positiven Beschluss aus dem Gemeinderat nun mögliche Kooperationen mit Unternehmen wie zum Beispiel Infineon anfragen.

Iris Janda

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