Hochwasserschutz bei Gestaltung im Fokus

Neubiberg will 2022 Renaturierung des Hachinger Bachs voran bringen

Hachinger Bach und Felder in Unterbiberg.
+
Der Hachinger Bach in Unterbiberg soll renaturiert werden. Besonders das Thema Hochwasserschutz soll dabei beachtet werden.

Der Hachinger Bach in Unterbiberg soll naturnaher gestaltet werden. Das entschied der Gemeinderat bereits im Mai. Wie wichtig das Thema Hochwasserschutz dabei ist, macht die Katastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz deutlich.

Mit einem Eilantrag zum Hochwasserschutz am Hachinger Bach wollte die Neubiberger SPD in der Gemeinderats­sitzung am Montag anlässlich der aktuellen Ereignisse im Westen Deutschlands das Thema auf die Agenda bringen. „Es geht seit zig Jahren darum, aber man hört nichts davon“, erklärte Volker Buck.

„Der Antrag erzeugt den Eindruck, es würde nichts passieren, aber die Verwaltung arbeitet bereits daran“, meinte Bürgermeister Thomas Pardeller (CSU). 2017 habe die Stadt München ein Grundwassermodell für den Hachinger Bach ausgeschrieben, das derzeit in den finalen Zügen sei. Wenn die Abschlussversion vorliege, würden sich die Anrainergemeinden aus Stadt und Landkreis zusammensetzen und gemeinsam Maßnahmen entwickeln. Tatsache ist, dass es in Gemeinden wie Unterhaching und Unterbiberg, aber auch in Perlach bei einem Jahrhundert­hochwasser zu Überschwemmungen kommen könne. Zuletzt kam es dazu 1940.

Der Gemeinderat in Neubiberg hat bereits im Mai einem CSU-Antrag zur Renaturierung des Hachinger Bachs zugestimmt. Bereits da verdeutlichte Bauamtschef Christian Einzmann, dass das Thema Hochwasserschutz elementar sei. „Wir dürfen die heutigen Verhältnisse nicht verschlechtern“, so der Verwaltungsmitarbeiter. Wegen der noch ausstehenden Grundwasserstudie zum interkommunalen Hochwasserschutzkonzept für den Hachinger Bach sollen bei der Renaturierung mögliche in Aussicht stehende Hochwasserschutzmaßnahmen mit eingeplant werden.

Bürgermeister Thomas Pardeller begrüßte den Antrag seiner Fraktion, die sich eine Aufwertung des Wohnumfeldes hinsichtlich erlebbarer Natur sowie eine Verbesserung der gewässernahen Lebensräume für Tiere und Pflanzen erhofft. Er stellte aber klar, wo der Fokus der Maßnahmen liegen müsse: „Es können zusätzlich Erholungsflächen geschaffen werden, aber die ökologischen Vorgaben stehen im Vordergrund.“

Es müssen nun zunächst entsprechende Grundstücke entlang des Bachs angekauft werden, denn der Gemeinde Neubiberg gehört nur ein kleiner Teil. „Mit einzelnen Grundstücken ohne Gesamtkonzept werden wir keine Förderungen bekommen“, erklärte Einzmann, warum es sinnvoll für die Gemeinde ist, das Eigentum zu erwerben. Und der Rathauschef ergänzte: „Wir sind dann freier in der Planung.“

Durch die Renaturierungsmaßnahmen kann die Gemeinde außerdem Versäumnisse aus der Vergangenheit wett machen. Denn in einem Bebauungsplan aus dem Jahr 1999 war als Entwicklungsziel für die Ausgleichsfläche eine Bachrenaturierung vorgesehen. Diese Ausgleichsflächen seien – wie auch eine Nachfrage bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes bestätige – zum Teil noch nicht umgesetzt. Auch das Landratsamt empfehle in seiner Stellungnahme ein Gesamtkonzept für den kompletten Bachlauf.

Der Gemeinde wird nun nicht nur den Eigentumskauf klären, sondern auch ein Renaturierungskonzept erstellen. Dafür möchte sie – wie von den Antragsstellern gewünscht – sofern möglich Bürger beteiligen, womöglich in Form einer Schülerwettbewerbs. Mittel für die Planung sollen 2022 in den Haushalt eingestellt werden.

Von den Gemeinderäten gab es reihum Zustimmung für das Vorhaben. „Ich find‘s super, dass das mit dem Hachinger Bach jetzt weiter voran getrieben wird“, erklärte etwa Tobias Thalhammer (CSU). „Leider war es nicht unser Antrag, denn ich finde ihn sehr gut“, meinte Kilian Körner (Grüne). Er freue sich darauf, wenn etwas in der Art herauskomme, wie im Landschaftspark in Unterhaching.

Iris Janda

Weitere Nachrichten aus der Region finden Sie in unserer Übersicht.

Besuchen Sie HALLO auch auf Facebook.

Auch interessant

Kommentare