Verkehr, Umwelt und Stadtplanung in Kirchheim

Pionierarbeit mit Modellprojekt „Smart City“

Freuen sich über die Chance für Kirchheim; Wirtschaftsförderer Tobias Schock (links) und Bürgermeister Maximian Böltl.
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Freuen sich über die Chance für Kirchheim; Wirtschaftsförderer Tobias Schock (links) und Bürgermeister Maximian Böltl.

„Kirchheim wird zur Smart City“ – so hieß das Projekt vor drei Jahren, das Wirtschaftsförderer Tobias Schock im Gemeinderat vorstellte. 

Das Bundesinnenministerium hatte die Gemeinde Kirchheim unter 32 Kommunen für das Modellprojekt „Smart City“ ausgewählt und dafür 2,45 Millionen Euro Fördermittel spendiert. Dazu nimmt die Gemeinde selbst noch 1,3 Millionen Euro in die Hand, um 20 Projekte zu den Themen Verkehr, Umwelt und Stadtplanung zu finanzieren. Unterstützt und beraten wird die Gemeinde von Partnern wie dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, der Technischen Universität München (TUM) und verschiedenen Unternehmen.

Ziel des auf drei Jahre angelegten Projekts ist, Probleme der Gemeinde zu lösen – beispielsweise beim Verkehr, bei der Umwelt und bei der Stadtplanung (Kirchheim 2030). Bei Letzteren könnte durch Einsatz von 3-D-Modellen Bauvorhaben schneller und transparenter umgesetzt werden. Tobias Schock brachte damals den Begriff „digitalen Zwilling“ ins Gespräch. In dem sollen alle gesammelten Daten zusammenfließen und mittels künstlicher Intelligenz ausgewertet werden.

In den vergangenen Jahren wurden sukzessive die erforderlichen Maßnahmen ausgeschrieben, diskutiert, verworfen und schlussendlich in einer Vorlage zusammengeführt und zur Vergabe vorbereitet. Bei dieser Arbeit wurde die Gemeinde vom Kompetenzzentrum innovative Beschaffung (KOINNO), einem Förderprojekt, das im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) und vom Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) unterstützt.

In der Bauausschuss-Sitzung am 22. Juni präsentierte Tobias Schock die Vergabe von vier Maßnahmen, die die Grundlage für das weitere Vorgehen in Sachen „Smart City“ bilden: Erstens: Wissenschaftliche Gesamtprojektleitung (Vergabeverfahren und Verhandlungsvergabe). Für diese Aufgabe wird extra ein Mitarbeiter eingestellt. Zweitens: Fördermittelmanagement. Drittens: Sensorinfrastruktur Analyse Luftqualität: Hier geht es um Klimaneutralität und Feinstaubmessung und Viertens: Digitaler Zwilling: Bei dem größten Projektteil wird die Gemeinde „transparent“ gemacht – sei es bei Solartechnik, Verkehrssimulation und Verwaltungs-Steuerung.

„Bei Smart City leisten wir Pionierarbeit und betreten dabei Neuland“ sagte Bürgermeister Maximilian Böltl, „doch für Kirchheim 2030 sehe ich in dem Projekt eine große Hilfe“. Diesen Optimismus konnte Wolfgang Heinz-Fischer (VFW) nicht teilen. Er bemängelte die Vorgehensweise zu Smart City. „Der Gemeinderat ist dazu nicht gefragt worden“, so Fischer, „zudem bringt das Projekt der Gemeinde keinen Mehrwert im Verhältnis zu den entstehenden Mehrkosten von 1,3 Millionen Euro“. Wirtschaftsförderer Tobias Schock sieht dagegen eine große Chance bei der Gewerbeansiedlung.

Mit zwei Gegenstimmen beschloss das Gremium die Vergabe der Maßnahmen zum Modellprojekt.

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