Polizei will Helfer aus der Bürgerschaft engagieren

Planegg: Gemeinderat skeptisch gegenüber Sicherheitswacht fürs Würmtal

Planeggs Polizeichef Thomas Sorgalla (li.) mit Andrea und Manfred Burkhardt, die seit vier Jahren zur Sicherheitswacht in ihrem Wohnviertel Neuhausen gehören.
+
Planeggs Polizeichef Thomas Sorgalla (li.) mit Andrea und Manfred Burkhardt, die seit vier Jahren zur Sicherheitswacht in ihrem Wohnviertel Neuhausen gehören.

Trotz Vandalismus, Delikten und lauten Jugendliche: Gemeinde Planegg sieht die Einrichtung einer neuen Sicherheitswacht kritisch. Die Polizei spricht sich dafür aus.

Ob nachts am FEO, dem Parc de Meylan, rund um den Bahnhof oder als Aufsicht bei Gemeindefesten: „Eine zusätzliche Sicherheitswacht für die Gemeinde wäre gut“, ist Planeggs Polizeichef Thomas Sorgalla überzeugt. Kritischer sah das der Gemeinderat Planegg bei seiner jüngsten Sitzung. Eine eigentlich angekündigte Grundsatzentscheidung zur Wacht gab es nicht. Stattdessen nahm das Gremium die Idee nur zur Kenntnis.

In München haben sich Sicherheitswachten bewährt: Seit 2017 unterstützen sie neun Münchner Dienststellen. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter sind polizeilich geschult und geprüft, zeigen als Bindeglied zwischen Polizei und Bürgern in den Stadtvierteln Präsenz und werden vom Freistaat gezahlt. Maximal fünf Stunden im Monat sind die Wächter jeweils auf Streife.

„Sie sind ausdrücklich keine Polizeibeamte, sondern wenden sogenannte Jedermannsrechte an. Sie können also die Identität von Personen feststellen, Platzverweise erteilen, Daten an Polizei und Gemeinde übermitteln und als Mittler zur Polizei Delikte direkt dem Dienstgruppenleiter melden“, so Sorgalla. „Die Sicherheitswacht würde uns sinnvoll unterstützen. So kann ich die ein oder andere Streife besser einsetzen“, erklärt der Polizeichef.

Die Sicherheitswacht könnte auch am Planegger S-Bahnhof zum Einsatz kommen.

Gemeinderäte halten Planegg für sicher

Doch die Gemeinderäte aller Fraktionen blieben skeptisch. „Jugendliche sollen Nischen haben“, „die Polizei muss für Ordnung sorgen“, „Planegg ist so sicher wie nie“ oder „eine Sicherheitswacht schürt nur die Angst der Bürger“, waren einige der Gegen-Argumente. Max Gum-Bauer (FWD) bemerkte hingegen, dass die Gemeinde mit einer Bürgerwacht die Kosten für bezahlte Sicherheitsdienste an Brennpunkten einsparen könnte.

Dass die Entschädigung von acht Euro pro Stunde kaum Grund für ihr Engagement sei, unterstrichen als Gäste Andrea und Manfred Burkhardt, die seit 2017 in Neuhausen Streife gehen: „Wir wollen, dass unser Viertel so schön und sicher bleibt, wie wir es kennen.“

Der Planegger Gemeinderat berät bald erneut über die Sicherheitswacht. Sorgalla bleibt optimistisch: Er stellt sein Konzept jetzt auch bei der nächsten Gemeinderatssitzung in Gräfelfing vor.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare