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Wohnen am Schloss Planegg? Bezirk Oberbayern fördert Umbau von denkmalgeschütztem Kutscherhaus

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Von: Romy Ebert-Adeikis

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Fünf Wohnungen sollen in dem Kutscherhaus am Schloss Planegg entstehen.
Fünf Wohnungen sollen in dem Kutscherhaus am Schloss Planegg entstehen. © Romy Ebert-Adeikis

Im denkmalgeschützten Kutscherhaus in Planegg, umgeben von den Mauern des Schlosses, sollen Wohnungen entstehen. Doch die Genehmigung gestaltete sich zäh.

Normalerweise sieht man vom Kutscherhaus in Planegg nur das Dach hervorlugen. Der Rest des denkmalgeschützten Gebäudes ist von den Mauern des Planegger Schlosses abgeschirmt. Das könnte sich demnächst ändern. Denn das leerstehende Anwesen soll – im Idealfall schon ab Ende des Jahres – so umgebaut werden, dass dort ab 2024 fünf Wohnungen Platz haben. Dafür hat der Bezirk Oberbayern jetzt eine Förderung über 50 000 Euro zugesagt.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

„Wir wollen alle, dass das Haus erhalten bleibt“, sagt Schlossherr Philipp Freiherr von Hirsch. Seit 2015 plant er, das Gebäude sanieren zu lassen. „Es ist aktuell zwar nicht bewohnbar, aber noch ganz gut in Schuss. Und es ist vom Baustil her schön, etwas Besonderes“, erklärt er, warum sein Herz an dem Haus hängt.

Wohnungen im Kutscherhaus in Planegg - Zusammenarbeit mit Denkmalschutz „sehr konstruktiv“

Gebaut wurde es vermutlich 1897. Während in den Flügeln links und rechts Kutschen standen und Pferde gehalten wurden, wohnten im Mittelteil einst Bedienstete. „Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Haus umgebaut und die Bereiche links und rechts zu Garagen“, berichtet der Eigentümer.

Bei einer erneuten Veränderung besteht das Landesamt für Denkmalschutz darauf, die Öffnungen der Garagentore beizubehalten. „Dort sollen große Glasmodule eingesetzt werden, um Lichteinfall und einen Terrassenausgang zu ermöglichen“, sagt von Hirsch.

Erhalten werden sollen auch die halbkreisförmigen Fenster in den Garagen. „Aber wir dürfen sie zum Boden verlängern.“ So komme auch genug Licht für Wohnraum hinein. Für solche Kompromisse sei er dem Denkmalschutz dankbar, die Zusammenarbeit sei „sehr konstruktiv“ gewesen“, so von Hirsch.

Die halbkreisförmigen Fenster in den Garagen sollen erhalten bleiben.
Die halbkreisförmigen Fenster in den Garagen sollen erhalten bleiben. © Romy Ebert-Adeikis

Genehmigung für Umbau des Kutscherhauses in Planegg gestaltete sich zäh

„Aber alles hat sich irrsinnig in die Länge gezogen. Ich bin entsetzt, dass wir allein für die Genehmigung sieben Jahre gebraucht haben.“ Und das, obwohl Wohnraum knapp und zentral nur schwer neu zu schaffen sei.

Die lange Dauer berge zudem das Risiko, dass die Pläne am Ende doch nicht umgesetzt werden können. Bisher rechnet von Hirsch mit Umbaukosten von circa 2,6 Millionen Euro. Die Berechnung stammt aber noch aus der Zeit vor dem Ukraine-Krieg. Neben der Förderung des Bezirks stünden dem Schlossherrn zufolge noch zwei weitere Förderanträge aus. „Wenn da nicht genug zusammenkommt, müssen wir den Umbau nochmal gut überlegen“, sagt von Hirsch.

Fest steht: Unter diesen Umständen und dem direkten Zugang zu Schloss, Würm und der Bahnhofstraße werden die fünf Wohnungen nicht gerade günstig zu haben sein. „Sozial verträglichen Wohnraum hätten wir ja ‚Im Grund’ schaffen wollen, aber dafür war der Gegenwind zu groß.“

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