Jetzt melden sich Pullachs Jugendliche zu Wort

Jugend fordert mehr Flächen für sich 

Sarita Schinnerlin vor dem Skatepark an der Margarethenstraße in Pullach
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Skaterin Sarita Schinnerling vor dem verschlossenen Skatepark an der Margarethenstraße

Pullach: Jugendliche werden von öffentlichen Orten verscheucht. Jetzt wendet sich das Jugendparlament an die Öffentlichkeit. Was sie fordern und was die Gemeinde plant

„Die Maibaumwiese, der Bahnhof, die Tiefgarage, der Skatepark. Von überall werden wir vertrieben“, beschwert sich das Pullacher Jugendparlament und wendet sich mit einem Brief an die Öffentlichkeit. Die Hauptforderung: Die Gemeinde Pullach solle einen Ort schaffen, der nur den Jugendlichen von 14 bis 20 Jahren gehört und von dem sie nicht verscheucht werden.

Gemeinde Pullach plant einen Neubau für das Jugendhaus

Auch wenn die Gemeinde bereits den Umzug des Jugendhauses freiraum2“ in einen größeren Neubau plant, wünscht sich das Jugendparlament eine schnellere Lösung. Denn das neue Jugendhaus wird voraussichtlich erst in etwa drei Jahren fertig sein, wie Janina Decke von der Gemeinde Pullach bekannt gab. In der jüngsten Sitzung hat der Rat das Bebauungsplanverfahren eingeleitet. Der „freiraum2“ an der Jaiserstraße 2, soll an die Margarethenstraße zum Sport- und Skateplatz ziehen. Die Räumlichkeiten an der Jaiserstraße werden voraussichtlich für die Grund- und Musikschule genutzt. Die geplanten Kosten für das Gebäude liegen laut Machbarkeitsstudie bei etwa sechs Millionen Euro. Die Pläne sehen eine Schallschutzmauer vor, die Anwohnern Ruhe und Skatern mehr Zeit zum Fahren ermöglichen soll.

Pullach: Ab 19 Uhr dürfen Skater nicht mehr auf die Anlage an der Margarethenstraße

Beliebte Treffpunkte wurden von Sicherheitspersonal geräumt

Aktuell können diese den Platz nur zwischen 15 und 19 Uhr nutzen, weil sich Bewohner über Lärm beschwerten. Zu wenig Zeit, finden das Jugendparlament und die 14-Jährige Skaterin Sarita Schinnerling. Sie und ihre Freunde wüssten häufig nicht wo sie sich aufhalten dürfen. Selbst eine Tiefgarage – ein beliebter Treffpunkt bei den Jugendlichen – wurde kürzlich von Sicherheitspersonal geräumt.

Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund erklärt den Einsatz der Security in der Tiefgarage und der Maibaumwiese mit „wiederholtem Vandalismus und massiven Störungen der Nachtruhe von Anwohnern“. Sie hoffe, dass der geplante Neubau die Grundlage für den jugendlichen Unmut entziehe. Sie fügt hinzu, ihr sei wichtig, dass „Pullachs Jugendliche Plätze haben, die ganz ihnen gehören und an denen sie sich entfalten und ihre Freundinnen und Freunde ungezwungen und ohne zu viele einschränkende Regelungen treffen können“.

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