Schwimmbad wird vorzeitig abgerissen  

Riemerlinger Haie auf dem Trockenen

Internationales Herbst-Schwimmfest der Riemerlinger Haie im Jahr 2013.
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2013 gab es ein Internationales Herbst-Schwimmfest der Riemerlinger Haie. Nun bleibt das Riemerlinger Hallenbad für immer geschlossen. Die Haie des TSV Hohenbrunn-Riemerling hatten auf eine Wiedereröffnung gehofft.

Die Riemerlinger Haie hatten auf eine Wiedereröffnung des alten Schwimmbades gehofft. Der Gemeinderat traf nun aber die Entscheidung, das Bad vorzeitig abreißen zu lassen.

Hohenbrunn - In Sachen Leistungsschwimmen macht den Riemerlinger Haien so schnell keiner etwas vor. Bis zum zweiten Lockdown im November letzten Jahres trainierten die Haie des TSV Hohenbrunn-Riemerling im über 50 Jahre alten Hallenbad Riemerling an der Georg-Kerschensteiner-Straße. Genutzt wurde das Bad auch für den Schul- und Breitensport sowie von der Öffentlichkeit.

Nun wurde im Rahmen einer Routinekontrolle festgestellt, dass die Schallwasserpumpe nicht mehr funktioniert. Deshalb wich die Schwimmabteilung des TSV für das Training nach Ebersberg aus. Nun aber wird auch das Ebersberger Bad saniert, weshalb die Schwimmer dringend auf eine Wiedereröffnung des Riemerlinger Hallenbades hofften.

Auf der Homepage schrieb die Schwimmabteilung: „Wir hoffen nun inständig, dass die Gemeinde sich für den weiteren Betrieb des Hallenbades entscheidet, sodass wir Euch in Abhängigkeit von der Corona-Pandemielage möglichst schnell wieder viele sportliche Angebote bieten können.“

Doch zögerte die Gemeinde sehr damit, das Hallenbad überhaupt wieder zu öffnen. Zum einen liegen die täglichen Kosten bei Öffnung des Bades bei 1900 Euro, was bei einer fünftägigen Nutzung bis zu den Sommerferien Kosten über 100.000 Euro verursachen würde. Außerdem würden noch mal 3400 Euro für die Reparatur der Pumpe hinzukommen. Und das, obwohl der neue Sport-Campus-Riemerling aller Voraussicht nach im März nächsten Jahres an den Start gehen kann.

Würde die Gemeinde sich gegen eine Wiedereröffnung entscheiden, könnte schon bald mit dem Abriss des Bades begonnen werden, was wiederum bedeutet, dass die rund 400 Mittelschüler und knapp 200 Grundschüler die Fläche für ihren Außenbereich, Pausenhof und auch als Freisportfläche bereits im April oder Mai nächsten Jahres zur Verfügung haben könnten. Vor September sei eine Öffnung des Bades wegen des Pandemiegeschehens wohl kaum möglich. Außerdem erläuterte Bürgermeister Stefan Straßmair: „Nach so langer Ruhezeit weiß ich nicht, ob dann alles funktioniert.“

Denn nicht nur das Bad, auch die Technik sei sehr in die Jahre gekommen. „Da zwickt‘s manchmal“. Ein Kurzschluss hätte beinahe das Ende des Schwimmbads bedeutet. Investitionen würden sich also kaum mehr rentieren.

Doch war rasch klar, dass dies nur die rein wirtschaftlichen Aspekte sind. Emotional verbindet jede Fraktion und auch Bürgermeister Stefan Straßmair viel mit dem Hallenbad. „Ich selbst habe dort Schwimmen gelernt“, sagte das Gemeindeoberhaupt. Anke Lunemann (Grüne) brachte in ihrem Plädoyer die Zerrissenheit der Fraktion zur Sprache und richtete ihre Worte an die anwesenden Zuhörer der Schwimmabteilung des TSV.

„Die Riemerlinger Haie schwimmen ganz oben mit – bayernweit und international. Auch alten Menschen fehlt die Schwerelose im Wasser.“ Dennoch trug Lunemann vor, sei das Bad in die Jahre gekommen, musste oft geschlossen werden und Corona habe dem Schwimmverein nun endgültig „das Wasser abgedreht“. Lunemann versteht den Wunsch nach Öffnung und auch die Argumente seien absolut nachvollziehbar. Doch die Pandemie und der schlechte technische Zustand des Bades würden samt der Möglichkeit des vorzeitigen Abrisses überwiegen. Dem schloss sich auch Regina Wenzel (SPD) an. „Bei seriöser Abwägung kommt man zu dem Entschluss, das alte Bad nicht mehr zu öffnen.“

Für die CSU sprach Anton Fritzmaier: „So leid es tut, wollen wir das Schwimmbad für den Schwimmverein nicht mehr öffnen.“ Karlheinz Vogelsang (ÜWG-FW) suchte nach Lösungen und schlug vor, die Gemeinde könne möglicherweise mit Ottobrunn sprechen, ob die Haie das Ottobrunner Bad nutzen könnten. Denn seine Fraktion würde es „sehr schade finden, wenn der Leistungskader auseinanderbricht, weil kein Wasser da ist.“

Über regionale Firmen Schwimmpatenschaften zu vergeben und so auch die Finanzierung zu generieren, schlug Manfred Haucke (Freie Wähler) vor. Einstimmig, wenn auch schweren Herzens, sprach sich der Gemeinderat nun gegen die Wiedereröffnung und für den vorzeitigen Abriss des Hallenbades aus.

Melanie Schröpfer

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