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Paukenschlag beim Bund Naturschutz Würmtal: zwei Rücktritte wegen Zoff um politische Mandate

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Von: Romy Ebert-Adeikis

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Hildburg Kraemer (re.) und Dorit Zimmermann haben die Plastikpaten Würmtal ins Leben gerufen.
Hildburg Kraemer (re.) und Dorit Zimmermann verlassen die Ortsgruppe des Bund Naturschutz. Bei den Plastikpaten Würmtal bleiben sie weiter aktiv. © Archivbild: Wacker

Wegen „unüberwindlichen Differenzen“ sind die Vorsitzende und Pressereferentin des Bund Naturschutz Würmtal zurückgetreten. Die Details und wer jetzt übernimmt...

Würmtal - Die Ortsgruppe des Bund Naturschutz im Würmtal hat eine neue Führung - zumindest kommissarisch. Die bisherige 2. Vorsitzende Malwina Andrassy übernimmt die Gruppierung, nachdem die Vorsitzende Hildburg Kraemer wegen „unüberwindlichen Differenzen“ zurückgetreten war. Mit ihr geht die bisherige Pressereferentin Dorit Zimmermann. Erst im Juli war das Vorstandsteam neu gewählt worden.

Alleingang der Vorsitzenden bei Mitteilung zu Gewerbegebiet Planegg

Hinter den Kulissen hatte es im Vorstand der Ortsgruppe seit Tagen gewaltig geknirscht. Entzündet hat sich der Streit an den Plänen der Gemeinde Planegg, ihr Gewerbegebiet Steinkirchen zu erweitern. Auf circa 10 000 Quadratmetern Ackerfläche im Nordosten wollen zwei bereits ansässige Firmen bauen. Der Umweltausschuss Planegg hatte einem Aufstellungsbeschluss jüngst mehrheitlich zugestimmt.

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Hallo München ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. © Hallo München

„Wir sind strikt gegen eine Erweiterung des Gewerbegebiets“, teilte die BN-Ortsgruppe dazu am Sonntag in einer Presseaussendung mit. Mit der waren aber nicht alle Vorstandsmitglieder einverstanden. „Es geht nicht um den Inhalt“, sagte BN-Beisitzer Peter von Schall-Riaucour. Die Mitteilung sei aber im Alleingang von der Vorsitzenden mit der Pressereferentin verfasst worden. „Nicht zum ersten Mal“, so von Schall-Riaucour.

Dabei sei für Dienstag ohnehin ein Vorstandstreffen geplant gewesen. „Wenn man sich da mehrheitlich entschieden hätte, die Maßnahme zu kritisieren, hätte ich das auch mitgetragen“, sagt der Ortsgruppen-Beisitzer.

Interessenskonflikte bei Vorstandsmitgliedern angeprangert

Einer Order der Kreisgruppe zufolge müssten Mitteilungen „nicht mit dem gesamten Vorstand besprochen worden, sondern lediglich mit denen, die damit befasst sind“, erklärte Zimmermann noch am Montag gegenüber Hallo das Vorgehen. Von Schall-Riaucour, der als Gemeinderat bei der Ausschusssitzung war, zähle dazu aber nicht.

Zumal er für das Vorhaben gestimmt habe. Darin sehen Zimmermann und Kraemer einen „manifesten Interessenskonflikt“ zu den Zielen des BN. In einem solchen Fall „muss derjenige sein Vorstandsamt ruhen lassen oder von seinem Amt zurücktreten“.

Das Vorstandsteam nach der Gründung der Würmtal-Ortsgruppe des Bund Naturschutz im Herbst 2019.
Das Vorstandsteam nach der Gründung der Würmtal-Ortsgruppe des Bund Naturschutz im Herbst 2019. Heute sind davon nur noch wenige Personen übriggeblieben, darunter die neue komissarische Vorsitzende Malwina Andrassy (2.v.r.) © rea

Das schloss von Schall-Riaucour auf Hallo-Nachfrage aus. Stattdessen legte er Kraemer und Zimmermann selbst einen Rücktritt nahe, die das ebenfalls zunächst ablehnen. Beim Vorstandstreffen am Dienstagabend kam es dann anders: Kraemer und Zimmermann legten mit sofortiger Wirkung ihre Ämter und Mitgliedschaft im Vorstand nieder.

„Der Grund sind unüberwindliche Differenzen bezüglich eines allein der Ökologie und dem Erhalt von Umwelt und Natur verpflichteten Engagements beim Bund Naturschutz“, teilten die beiden mit. Man sehe „keine weitere Möglichkeit für eine vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit“.

Vorerst keine zweite Umweltgruppe fürs Würmtal

Eine eigene Gruppierung zu gründen sei derzeit nicht vorgesehen, so Zimmermann auf Nachfrage. „Nach dieser Schlammschlacht auf unserem Rücken, müssen wir uns erstmal erholen, dann sehen wir weiter.“ Man sei aber guter Dinge, sich nun endlich für den Umweltschutz „ohne Wenn und Aber“ einsetzen zu können. Unter anderem engagieren sich beide bei den Plastikpaten im Würmtal.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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