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Sanierung des HfW in Neubiberg wird 1,5 Millionen Euro teurer

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Von: Iris Janda

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Haus für Weiterbildung in Neubiberg mi t einem Bauzaun im Vordergrund.
Die Arbeiten am HfW in Neubiberg sind zwar mittlerweile abgeschlossen. Die hohen Mehrkosten sorgen aber jetzt für Ärger im Gemeinderat. © ija

1,5 Millionen Euro teurer als ursprünglich geplant – so die Bilanz zur Sanierung und Modernisierung des Haus für Weiterbildung in Neubiberg. In seiner Juni-Sitzung diskutierte der Gemeinderat über die Ursachen der Kostenexplosion.

„Das Projekt liegt mir hinsichtlich der Kostenentwicklung arg im Magen“, erklärte Finanzreferent Hartmut Lilge nach dem Sachbericht von Projektsteuerer Erwin Kuhn und Architekt Georg Ecker zur Sanierung des HfW in der Juni-Sitzung des Gemeinderates.

Die Gesamtprognose für das Projekt belaufen sich nach Abzug der Fördermittel auf 6,52 Millionen Euro. Im September 2018 war ursprünglich noch von Gesamtkosten in Höhen von knapp 5,07 Millionen Euro ausgegangen worden. Bei der letztmaligen beschlossenen Höhe der Projektosten im Juni 2020 lagen diesen noch bei 5,97 Millionen Euro.

Die Mehrkosten ergeben sich zum größten Teil aus den gestiegenen Kosten auf dem Markt sowie den Nachträgen, die größtenteils auf Zusatzleistungen entfallen. Auch Bauzeitverzögerungen, etwa durch Corona und den Brexit, hätten die Kosten in die Höhe getrieben.

Die Liste der Zusatzleistungen, die Projektsteuerer Kuhn vortrug, war lang – vom zusätzlichen Abbruch des Estrich im Untergeschoss bis zum Bestands-Parkett, das wider Erwartens erneuert werden musste. Gemeinderat Norbert Strama (FW.N@U) ärgerte sich vor allem über den Änderungsantrag 30: So kostete es 16.700 Euro zusätzlich, weil die automatischen Schiebetüren am Haupteingang des HfW nicht mit einem versicherungstechnischen Verschluss versehen waren, der aber nach Vorgaben der Bayerischen Versicherungskammer zwingend notwendig ist. „Warum hat man das nicht gleich gemacht? Jeder weiß doch, dass man schon eine Terrassentür mit einem Verschluss versehen muss, weil man sonst keinen Versicherungsschutz hat“, so Strama verärgert.

Von „Zahlen des Grauen“ sprach Lucia Kott (Grüne). „Wer trägt wofür die Verantwortung?“, wollte sie wissen. Sie war sich ebenso wie Parteikollege Kilian Körner einig, dass alles dafür getan werden müsse, dass gerade mit Blick auf die anstehenden Großprojekte wie die Rathauserweiterung und -sanierung solche Kostenmehrungen im Vorfeld vermieden werden müssen. Bei neuen Projekten müssten die Vorgänge enger kontrolliert und Verantwortlichkeiten klarer verteilt werden, meinte neben Körner auch Bernhard Rott (CSU).

„Nur ein kleiner Teil der Kosten ist beeinflussbar“, verdeutlichte Bürgermeister Thomas Pardeller (CSU) und verwies als Beispiel auf den Parkett-Boden im Untergeschoss, bei dem erst beim Abschleifen klar geworden sei, dass er komplett ersetzt werden müsse. Ausschließen können man eine Kostensteigerung bei solchen Projekten nie.

„Was würden Sie aus heutiger Sicht anders machen?“, wollte Kott von Kuhn wissen. „Den Projektsteuerer schon bei Leistungsphase null einschalten“, entgegnete Kuhn, der selbst erst bei Leistungsphase drei eingestiegen ist. „Wenn man das von Anfang an richtig aufsetzt, wäre der ein oder andere Kostenpunkt schon von Beginn an aufgenommen worden.“ Dem stimmte Elisabeth Gerner (SPD) zu: Der Projektsteuerer sollte schon vor dem Architekten engagiert werden.

Michael Weigle fühlte sich wiederum über den Projektverlauf schlecht informiert und wunderte sich, dass plötzlich Themen wie der Brexit zur Begründung mit aufgenommen wurden. Der Bauherr sei jederzeit informiert worden, erklärte Kuhn. Die Zahlen seien immer begründet gewesen und mehrfach dargelegt worden.

Als es zum Beschluss kam, wollte sich Lucia Kott nicht damit anfreunden, der Erhöhung der Projektmittel und 200.000 Euro überplanmäßigen Ausgaben für den Haushalt 2022 zuzustimmen. „Was passiert, wenn wir ablehnen?“, wollte sie wissen. „Dann würden die Kosten durch Rechtsstreitigkeiten nur noch mehr werden“, erklärte der Rathaus­chef. Schließlich seien die Leistungen erbracht worden. Das sah am Ende das Gremium ein und nahm den Beschluss einstimmig an.

Iris Janda

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