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Noch immer offene Fragen

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Von: Anna Redinger

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Auf dem Grundstück an der Dornacher Straße, derzeit noch ein Wildbienengelände, sollen die Wohnungen für Senioren entstehen.
Auf dem Grundstück an der Dornacher Straße, derzeit noch ein Wildbienengelände, sollen die Wohnungen für Senioren entstehen. © ar

Seit Juli gab es im Feldkirchner Gemeinderat immer wieder Beschlüsse zu dem Seniorenwohnpark an der Dornacher Straße. Im vierten Anlauf fiel das Ergebnis nun knapp aus. 

Kürzlich fassten die Feldkirchner Gemeinderäte ihren vierten Beschluss in weniger als fünf Monaten zum Thema „Vorhabenbezogener Bebauungsplan für das Bebauungskonzept auf dem Grundstück Dornacher Str. 9“ mit 58 hochwertigen Eigentumswohnungen für Senioren. Demnach könnte das Gewerbegebiet in ein Wohngebiet für Senioren umgewandelt werden.

Auch wenn die ehemalige UWV-Gemeinderätin Dorothea Probst gebetsmühlenartig immer wieder bei den Fragen der Bürger vor der Ratssitzung minutenlang die Vorteile des Projektes, das sich jeder Feldkirchner leisten könne, proklamiert, bleiben bei anderen Feldkirchner Bürgern Fragen offen.

Ist dieses Areal das richtige für die Senioren? Aber auch die Sicherstellung, dass hier die Wohnungen den Senioren vorbehalten bleiben, der Lärmschutz beim viergleisigen Ausbau sowie die zusätzliche Verwaltungsarbeit der Kommune für dieses Projekt werfen noch immer Fragen auf. Hierzu scheiden sich die Ansichten auch bei den Feldkirchner Ratsmitgliedern. Für die Fraktionen von UWV und Grüne ist das Projekt gut. CSU und SPD stimmen dagegen.

Im Juli fiel der erste öffentliche Beschluss für den Seniorenpark im Bauausschuss knapp aus; dem folgte kurz drauf im Gemeinderat in Abwesenheit von CSU und SPD aber ein Mehrheitsbeschluss. Doch diesen zweiten Beschluss empfahl die Kommunalaufsicht im Landratsamt erneut zu fassen. Da wegen der im Vorfeld des Beschlusses fehlenden Beratung „die Gültigkeit des gefassten Beschlusses in Zweifel zu ziehen ist“. Beschluss Nr. 3 zum Thema fiel in der Ratssitzung Mitte September mit nur einer Gegenstimme. Eine Ratsmehrheit mit UWV, Grüne, CSU und SPD wollte weitere Fragen beantwortet haben, was wohl aber ohne den abwesenden Bürgermeister nicht möglich schien.

Dem vierten Beschluss 12:10 Stimmen ging die Gremiumsberatung voraus, die dem zweiten gänzlich fehlte. Es wurde die Historie betrachtet, aber auch persönliche Ansicht mitgeteilt.

So liegt seit Jahren das gut 4000 Quadratmeter große Grundstück brach direkt nördlich der Bahnlinie München-Mühldorf-Freilassing. Auf Anfrage des Investors soll Bürgermeister Janson ihm die Möglichkeit mit den Seniorenwohnungen aufgezeigt haben, wie Stefan Seiffert (CSU) in der Sitzung erwähnte und Janson unwidersprochen ließ. Eine zehn bis zwölf Meter hohe Lärmschutzwand soll die Bewohner vor dem Bahnlärm nach dem viergleisigen Ausbau schützen.

Brigitte Pfaffinger (SPD) zeigte sich verwundert, denn mit der Umwandlung von Gewerbegebiet in Wohngebiet steigt der Wert des Grundstücks immens von rund 2,8 Millionen Euro auf gut sieben Millionen Euro. Ihr Fraktionskollege Christian Wilhelm hinterfragte den Bedarf der Feldkirchner Bürger für ein solches Angebot. Die UWV steht hinter ihrem Bürgermeister. Silvia Pahl-Leclerque (Grüne) ist als Architektin begeistert von der Architektur des Projektes.

Martin Obergrußberger (CSU) erinnerte sich in der Ratssitzung, dass in früheren Jahren im Bürgermeisteramt Listen auflagen, in denen zu Gratulationszwecken die Geburtstage der Senioren verzeichnet wurden, die ihren Wohnsitz in einem auswärtigen Seniorenheim hatte. Würde diese Tradition fortgesetzt, hätte man einen weiteren Anhaltspunkt, wie viel Plätze man für Feldkirchner Bürger brauche.

Aktuell werden im kommunalen Bauprojekt auf den sogenannten Raiffeisengelände in Feldkirchen 20 Seniorenwohneinheiten nebst Gesellschafträumen geschaffen. Auch zeigt das Internet für Feldkirchen in der Pfarrer-Axenböckstraße ein Gebäude für Betreutes Wohnen auf. Feldkirchner Bürger erinnern sich, dass hier auch ein geräumiges Pflegebad für die Bewohner eingebaut sein soll. So ganz ohne Gebäude für Senioren steht Feldkirchen also nicht da.

Neben den Eigentumswohnungen in der Dornacher Straße soll nun auch eine komplette Pflegeeinrichtung an der Münchner Straße mit 130 Pflegezimmer, 20 Tagespflegeplätzen sowie 30 Betreute Wohnungen im Dachgeschoss errichtet werden. Die Planungen liegen vor. Die Lage ist für Brigitte Pfaffinger genau der richtige Platz für die Senioren, doch über die Größe des Gebäudes ist zu sprechen. Dies sehen auch Ratsmitglieder so. Hingegen machen Anwohner ihrem Unmut diesbezüglich regelmäßig und minutenlang vor den Ratssitzungen Luft.

Selbst Bürgermeister Andreas Janson räumte ein, „es gibt noch viele Punkte, die in weiteren Verfahren zu klären sind“. Doch jetzt wird zunächst weitergeplant.

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