14 Filialen machen dicht

Sparkasse schließt Standorte in Aschheim, Aying, Putzbrunn und Haar

Kreissparkasse am Jagdfeldring in Haar.
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Die Kreissparkasse am Jagdfeldring in Haar soll mit der Filiale in der Leibstraße zusammengelegt werden.

Die Kreissparkasse schließt 14 Geschäftsstellen. Im Landkreis München sind davon Aschheim, Aying, Putzbrunn und Haar am Jagdfeldring betroffen. Die Landkreis-SPD zeigt für diesen Schritt Wut und Unverständnis. 

„Kreissparkassenkunden nutzen immer öfter Onlineservices“: Unter dieser Überschrift gab die Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg am Dienstag bekannt, zwölf ihrer 22 kleineren Geschäftsstellen in SB-Geschäftsstellen, also Filialen ohne persönliche Berater vor Ort umzuwandeln. Zwei weitere Standorte in der Nähe größerer Filialen sollen im selben Zuge aufgelöst werden. Diese Maßnahme betrifft im Landkreis München die Geschäftsstellen in Aschheim, Aying und Putzbrunn, wo es künftig keine persönliche Beratung mehr geben wird. Die Haarer Filiale am Jagdfeldring wird mit der in der Leibstraße zusammengelegt.

Als Grund für die Schließungen nennt die Kreissparkasse die hohe Zahl an Kunden, die ihre Bankgeschäfte überwiegend online tätigen. Jeder Dritte trete ausschließlich über diesen Weg mit der Sparkasse in Kontakt. Das vergangene Jahr hätte diesen Trend verstärkt.

Dass im pandemiegeplagten Jahr 2020 mehr Menschen die digitalen Wege genutzt haben, erscheint dabei wenig verwunderlich. Schließlich galt und gilt es, Kontakte zu reduzieren. Genau aus diesem Grund hat die Kreissparkasse seit November jene 22 kleineren Geschäftsstellen geschlossen, von denen bei 14 nun permanent keine Beratung mehr stattfinden wird.

Bei der Auswahl der Standorte habe sich die Bank an der Kundenanzahl und -frequenz der jeweiligen Filiale orientiert und die zu erwartende Entwicklung der kommenden Jahre beachtet. Die weiteren acht noch vorübergehend geschlossenen Standorte sollen nach den Osterferien ab 12. April wieder zu den gewohnten Öffnungszeiten für Sparkassenkunden zur Verfügung stehen. Darunter fallen im Landkreis München die Filialen in Kirchheim und Sauerlach. Die von den Schließungen betroffenen Mitarbeiter wolle die Kreissparkasse künftig zur Stärkung der Teams an den größeren Standorten und dem Telefon-Service-Center einsetzen.

Geöffnet bleiben im östlichen Münchner Landkreis die Geschäftsstelle in Taufkirchen sowie die Filialen in Deisenhofen, Feldkirchen, Haar (Leibstraße), Neubiberg, Ottobrunn, Siegertsbrunn und Unterhaching. Wer also im Aying wohnt, muss beispielsweise bis nach Siegertsbrunn, um eine persönliche Beratung zu erhalten. In den 19 Ortsteilen der Gemeinde gibt es dadurch mit der Raiffeisenbank in Großhelfendorf nur noch ein besetztes Bankinstitut.

Die ersten Reaktionen auf die Ankündigung der Sparkasse sprechen eine deutliche Sprache: „Da wird der Öffentlichkeit in wenigen Zeilen mitgeteilt, dass man künftig eben in den Nachbarort fahren muss“, ärgert sich Putzbrunns Bürgermeister Edwin Klostermeier. „Gerade ältere Menschen, die weniger mobil sind, nutzen Online-Banking nicht. Wir dürfen doch nicht alles dem Effizienzgebot opfern. Die Sparkassen haben als kommunale Unternehmen schon auch einen Versorgungsauftrag“, so der Rathauschef weiter.

Die SPD-Politiker im Landkreis zeigen unisono Wut und Unverständnis, wie sie in einer Pressemitteilung erklären. „Die Leute sind zurecht stinksauer“, kommentiert Kreis- und Fraktionsvorsitzender Florian Schardt. Dass die niedrigen Zinsen den Banken gewaltig zusetzen und sich die Sparkassen in einem harten Wettbewerb behaupten müssen, sei den Sozialdemokraten bewusst. Was ihnen aber sauer aufstößt, ist die Tatsache, dass man sich offenbar keinerlei Gedanken über Alternativen mache.

„Wir brauchen dringend kreative Lösungen, wie wir die wohnortnahe Daseinsvorsorge auch im digitalen Zeitalter erhalten und unsere Ortskerne neu beleben und gestalten können. Die Kreissparkasse sollte dabei mit Ideen auffallen, statt sich heimlich, still und leise aus dem Staub zu machen“, kritisiert Schardt weiter.

ija

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