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Spatenstich für Ottobahn-Teststrecke beim Ludwig-Bölkow-Campus in Taufkirchen

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Von: Iris Janda

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Spatenstich der Ottobahn in Taufkirchen.
Zum Spatenstich für die Teststrecke der Ottobahn gegenüber des Ludwig-Bölkow-Campus in Taufkirchen kam auch Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (3.v.l.). © ija

Von Bayern in die Welt – nach diesem Slogan fand vergangene Woche der symbolische Spatenstich für die Teststrecke der Ottobahn nahe des Ludwig-Bölkow-Campus in Taufkirchen statt.

Von der Unternehmensgründung zum Bau der ersten Teststrecke in nur drei Jahren – diese Rekordzeit ist der Ottobahn GmbH gelungen. Am 17. März fand der Spatenstich zur Teststrecke auf eine landwirtschaftliche Fläche an der Ludwig-Bölkow-Allee in Taufkirchen unweit der Gemeindegrenze zu Ottobrunn statt. „Ein besonderes Ereignis für das noch junge Unternehmen“, wie Geschäftsführer Marc Schindler in seiner Rede erklärte.

Er sei dankbar für den vielen positiven Zuspruch und überzeugt, mit Taufkirchen in unmittelbarer Nachbarschaft von Firmen wie Airbus, der IABG und Panasonic sowie dem geplanten Luft- und Raumfahrtzentrum mit der TU München den richtigen Standort ausgewählt zu haben. Er sei sich sicher, dass es nicht bei dieser Teststrecken bleiben werde: Die Ottobahn soll von Taufkirchen in die Welt getragen werden.

Die Ottobahn ist ein auf Schienen geführtes, klimapositives Gondelsystem, das in bis zu zehn Metern Höhe über dem Straßenverkehr operieren soll. Die Kabinen werden per App gerufen, der Algorithmus berechnet in Echtzeit stets die schnellste Verbindung für sämtliche Gondeln entlang der Strecke (HALLO berichtete). In den kommenden Monaten soll auf der landwirtschaftlichen Fläche ein knapp ein Kilometer langer Rundkurs entstehen. Im vierten Quartal 2022 wird nach derzeitiger Planung bereits die erste Gondel der Hochbahn in fünf Metern Höhe ihre Runden über das Taufkirchner Feld drehen. 100.000 Testkilometer müssen dort absolviert werden, damit das System eine Zulassung erfährt.

„Es ist zwar auf den ersten Blick nur ein Acker, aber an einem Ort, der Mobilitätsgeschichte atmet“, erklärte Taufkirchens Bürgermeister Ullrich Sander (parteilos). Der Standort bei der Ideenschmiede des Ludwig-Bölkow-Campus passe zu dem jungen Start-up wie die Faust aufs Auge. Sein großer Dank galt der Bayerischen Verkehrsministerin a.D. Kerstin Schreyer, die erst den Kontakt zwischen dem Start-up und der Gemeinde hergestellt hat. Umso mehr freue es ihn, dass Schreyers Nachfolger Christian Bernreiter das Projekt übernommen hat. „Ich hoffe sehr, dass es nicht bei der Teststrecke bleibt, sonder wir irgendwann mit der Ottobahn Richtung München oder auch ins Oberland fahren können“, meinte Sander.

Staatsminister Bernreiter, der ebenfalls zum Spatenstich gekommen war, zeigte sich vom Konzept der Ottobahn begeistert: „Wir brauchen solche innovativen Ideen in Bayern, um Mobilität breit denken zu können.“ Gerade für Ballungsräume könne die Idee sehr hilfreich sein. Da es der Firma gelungen ist, für das Projekt genug Investoren zu gewinnen, müsse die Staatsregierung für die Entwicklung vorerst keine Mittel bereitstellen. Sobald die Ottobahn serienreif ist, werde der Freistaat aber selbstverständlich den Ausbau in Bayern fördern und finanzieren, betonte Bernreiter.

Ernst Weidenbusch, der als Stellvertreter für den erkrankten Landrat Christoph Göbel eingesprungen war, verdeutlichte das eigene Interesse, das der Landkreis an der Entwicklung des Gondelsystems habe. „Durch unseren Landkreis fahren jeden Tag tausende von Menschen aus dem Umland in die Landeshauptstadt“, so Weidenbusch. Das Projekt biete erhebliche Möglichkeiten, diesen Verkehr zu entzerren.

Dem stimmte Stefan Eckert von der Firma Yunex Traffic, einem Unternehmen von Siemens Mobility für intelligente Verkehrssysteme, bei. „Wir müssen in den Städten den motorisierten Individualverkehr reduzieren und ein Angebot für Alternativen schaffen. Die Ottobahn ist ein extrem gutes Beispiel dafür“, erklärte Eckert. Beide Firmen wollen gemeinsam bei Projekten der Ottobahn in Deutschland kooperieren. Die Teststrecke in Taufkirchen stellt den Beginn der Zusammenarbeit dar.

„Wir stehen heute hier, um ganz große Geschichte zu schreiben“, meinte Gerold Wolfarth begeistert. Er leitet die Ökovation ventures, eine Firma, die auf nachhaltige Start­ups setzt und Hauptinvestor der Ottobahn ist.

Sobald das System zertifiziert ist, geht es – nach dem Willen des Taufkirchner Gemeinderates – nicht gleich in die Welt, sondern zunächst nach Ramersdorf. Demnach soll die erste kommerzielle Strecke als Erweiterung der Teststrecke entlang der A8 bis zum Karl-Preis-Platz führen. Damit könnte der Ludwig-Bölkow-Campus an die U-Bahn angebunden werden.

Iris Janda

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