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Spatenstich für Rekordprojekt: 120 Millionen Euro Gymnasium

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Großes Projekt, großer Spaten: Brunnthals zweiter Bürgermeister Thomas Mayer (v.l.), Ottobrunns Bürgermeister Thomas Loderer, Landrat Christoph Göbel, Hohenbrunns Bürgermeister Stefan Straßmair, Putzbrunns Bürgermeister Edwin Klostermeier, Höhenkirchen-Siegertsbrunns Bürgermeisterin Mindy Konwitschny und Ayings Bürgermeister Peter Wagner beim Spatenstich für das neue Gymnasium in Putzbrunn.
Großes Projekt, großer Spaten: Brunnthals zweiter Bürgermeister Thomas Mayer (v.l.), Ottobrunns Bürgermeister Thomas Loderer, Landrat Christoph Göbel, Hohenbrunns Bürgermeister Stefan Straßmair, Putzbrunns Bürgermeister Edwin Klostermeier, Höhenkirchen-Siegertsbrunns Bürgermeisterin Mindy Konwitschny und Ayings Bürgermeister Peter Wagner beim Spatenstich für das neue Gymnasium in Putzbrunn. © Raffael Scherer

Landrat Christoph Göbel feierte zusammen mit dem Putzbrunner Bürgermeister Edwin Klostermeier sowie den Nachbargemeinden den Baubeginn.

Putzbrunn – „Ich mache das jetzt auch schon seit fast 30 Jahren, aber so einen riesen Spaten habe ich überhaupt noch nie gesehen“, witzelt Landrat Christoph Göbel (CSU) auf dem Acker am westlichen Stadtrand Putzbrunns an der Oedenstockacher Straße. Dabei blickt er auf den symbolischen Spaten für den Spatenstich, der mit rund 2,5 Metern Länge aufwartet. Doch zum Glück hat er ja den Putzbrunner Bürgermeister und die Gemeindeoberhäupter der Nachbargemeinden zur Hilfe bei sich.

„Das zeugt aber davon, was für eine Bedeutung dieses Gymnasium Putzbrunn hat – leider auch was die finanziellen Zahlen angeht“, fügt er hinzu. Schließlich habe der Landkreis München noch nie so viel Geld für den Bau einer Schule investiert. Immerhin rund 120 Millionen wird der Bau des fünfzügigen Gebäudes kosten, so die bisherige Schätzung. Mit knapp 84 Millionen Euro habe man dabei auch einen „Rekordbeitrag“ von Seiten des Landkreises.

Schülerzahlen steigen unaufhaltsam

Doch es braucht das Gymnasium, sind sich auch die Bürgermeister aus den Nachbargemeinden einig. „Die Schülerzahlen steigen, genauso wie die Übertrittsquoten“, erklärt der Landrat die Dringlichkeit. Lange habe man es bei den umliegenden Gymnasien in Neubiberg und Höhenkirchen-Siegertsbrunn noch mit Umbauten, Sanierungen und Erweiterungen versucht, aber irgendwann stieß man auch dort an die Belastungsgrenze. Schüler aus Putzbrunn wurden an den Gymnasien in Ottobrunn und Neubiberg teils sogar abgewiesen, da näher wohnende Münchner Schüler ein Vorrecht hatten.

Umso dankbarer sei Göbel nun der Gemeinde Putzbrunn und ihrem Bürgermeister Edwin Klostermeier, die „wirklich unglaublich engagiert dafür gesorgt haben, dass wir überhaupt ein Grundstück finden“. Die Lage in Putzbrunn sei einfach „optimal“ für den Bau eines neuen Gymnasiums laut der Bedarfsermittlung.

Grunderwerb als größte Hürde

Klostermeier, der nur unweit des Grundstückes wohnt, werde künftig täglich von seinem Fenster aus die Bauarbeiten fotografisch für einen Bildband dokumentieren, witzelte er. „Früher wäre es als kleiner Ort mit 7000 Einwohnern undenkbar gewesen, ein Gymnasium zu bekommen“, erklärt der Bürgermeister die Ausgangslage. Dementsprechend habe er sich, als 2018 die ersten Überlegungen zu einem weiteren Gymnasium in der Nähe laut wurden, erst einmal umschauen müssen. Aber mit der Stadt München sowie von den Gemeinden Neubiberg, Hohenbrunn und Ottobrunn umgeben, würde in Putzbrunn vieles „zusammenwachsen“.

Für die Gemeinde war dabei ein bezahlbarer Grunderwerb das Schwierigste. „Wir hatten allerdings großes Glück: Wir konnten sogar zwei Grundstücke erwerben, von denen sich der Gemeinderat dann dieses Grundstück hier ausgewählt hat“, blickt Klostermeier zurück. Trotzdem ist auch für die Gemeinde Putzbrunn der Kostenaufwand enorm. Man sei irgendwo zwischen 25 und 30 Millionen Euro. „Das ist für uns schon viel Geld“, weiß der Bürgermeister.

Baubeginn noch 2023

Man brauche zwar mit den derzeitigen Steuereinnahmen nicht jammern, trotzdem müsse man sich eine solche Summe wieder an anderen Stellen absparen, so Klostermeier. Nun wünschen er und Landrat Göbel aber erst einmal gutes Gelingen bei den hoffentlich unfallfreien Bauarbeiten.

Diese starten noch in den kommenden Tagen, bis es in den Wintermonaten wegen Frost nicht mehr geht. Schließlich müsste bereits zum Schuljahr 2025/2026 der Schulbetrieb aufgenommen werden. Beim ersten Abiturjahrgang im Jahr 2032, also sechs Jahre nach der Schuleröffnung, rechnet man bereits mit über 1000 zu betreuenden Schülern an dem neuen Gymnasium in Putzbrunn. Somit packt Göbel mit dem Bürgermeistern den Spaten an und die beiden sind sich einig: „Wir sind alle gemeinsam sehr froh, dass es jetzt losgeht.“

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