Nutzungsänderung für Feldkirchner Gasthaus an der Olympiastraße beantragt

Sportgaststätte hat keine Genehmigung

Die Feldkirchner Bürger bedauern, dass der Sportgaststättenbetrieb sich verzögert.
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Die Feldkirchner Bürger bedauern, dass der Sportgaststättenbetrieb sich verzögert.

Es war die Frage eines Mannes, wann er ein Bier an der Feldkirchner Olympiastraße trinken könne. Mit dieser Frage rollte er auf, dass die Gaststätte ohne Lizenz betrieben wurde.

In Feldkirchen machte eine Bürgeranfrage im Vorfeld der Tagesordnung der Ratssitzung öffentlich, dass über Jahrzehnte seitens der Kommune das Gebäude an der Olympiastraße 1 nicht korrekterweise als Gastronomie im Vereinsheim, sondern als öffentlich zu betreibende Sportgaststätte verpachtet wurde.

Eigentlich wollte der Feldkirchner nur wissen, wann denn endlich die Sportgaststätte öffnet, um dort gelegentlich ein Bier trinken zu können. Auf die gleiche Frage meinte er, in der Bürgerversammlung 2020 noch die Antwort „An Weihnachten“ erhalten zu haben. Doch der Teufel steckt an der Olympiastraße 1 nicht nur im Detail, womit auch viele Ratsmitglieder nicht gerechnet hatten.

Vor rund sechs Jahren hat Heinz-Josef Reiser die Geschäftsleitung im Feldkirchner Rathaus übernommen. „Seither“, so Reiser, „hat viermal der Wirt gewechselt“. Das ist bisweilen nicht untypisch bei Sportgaststätten. Doch der vierte Wirt habe Umbauten in der Küche beansprucht, um die Arbeitsabläufe zu verbessern. Danach mussten Nägel mit Köpfen gemacht werden. Derzeit, so bestätigt Reiser, habe der Wirt keinen Pachtvertrag für Sportgaststätte, sondern einen Nutzungsvertrag.

Die Geschichte beginnt in den 1960 Jahren, als die Gemeinde Feldkirchen den Vereinen auf dem Sportgelände ein Vereinsheim errichtete. Versorgt werden durften Vereinsmitglieder. Noch heute ist es in manchen Sportarten Usus, gar in Statuten geregelt, dass bei Turnieren oder im Punktspielbetrieb die Gastmannschaften zu versorgen sind. Insbesondere wird das Feldkirchner Sportgelände vom knapp 2000 Mitglieder starken TSV genutzt. Dieser hat laut seiner Absprache mit der Gemeinde die Genehmigung, zweimal im Jahr selbst die Bewirtung durchzuführen. Ansonsten muss dieser nebst seinen Abteilungen die Sportgaststätte nutzen, will man sich auf dem Sportgeländen verköstigen.

Im Mai 2019 wurde in Feldkirchen die neue Dreifachturnhalle an der Olympiastraße eröffnet. In den Jahren zuvor hatte man lebhaft im Ratsgremium diskutiert, ob und wie eine Sportgaststätte dort integriert werden könne.

Schon vor rund zehn Jahren war man sich der wenig schmeichelhaften Situation des Gebäudes bewusst. Eine Kostenschätzung ergab, dass für eine kombinierte Lösung mindestens 13 Millionen Euro zu zahlen sind. Das war der Gemeinde zu teuer, weshalb auch die Investitionssumme für die Dreifachhalle auf acht Millionen Euro gedeckelt wurde.

Was die ständigen Renovierungen am sogenannten Vereinsheim bezüglich Elektrik, Sanitär- und Küchenbereich gekostet haben, ist öffentlich nicht zusammengezählt worden.

Nachdem nun seitens der Bauabteilung das Gebäude an der Olympiastraße neu vermessen wurde, ließ man den Bauplan neu zeichnen. Auch wenn die Außenmauern mit dem alten Bauplan übereinstimmen. Innen ist vieles anders, wie Reiser bestätigte. Um nun eine Sportgaststätte verpachten zu können, muss die Gemeinde einen Nutzungsänderungs-Antrag stellen, der zunächst über den örtlichen Bauausschuss dann weiter ans Landratsamt geht. Sollten sich die Mitglieder mehrheitlich für eine Behandlung des Antrags im Gemeinderat aussprechen, wird der Antrag behandelt. In der Vergangenheit schien sich weder das Landratsamt noch die Gewerbeaufsicht darum gekümmert zu haben, ob an der Olympiastraße eine Sportgaststätte betrieben werden darf. Nun will zumindest die Kommune Klarheit schaffen. Aber auch ein Wirt, will er die Sportgaststätte betreiben, muss Qualifikationen bei der Gemeinde vorlegen. Im aktuellen Fall scheint dies, laut Reiser, noch nicht vollständig erfolgt sein. ar

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