Taufkirchen plant die Entwicklung der Gemeinde  

„Der Siedlungsdruck aus München ist groß“

Der Blick von Unterhaching nach Taufkirchen.
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Blick von Unterhaching nach Taufkirchen. Wie sich die Gemeinde Taufkirchen in den nächsten 15 Jahren entwickeln soll, wird vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München in einem neuen Flächennutzungsplan festgehalten.

Wie und ob die Bevölkerung der Gemeinde Taufkirchen in den nächsten Jahren wachsen wird, soll im neuen Flächennutzungsplan festgehalten werden. 

Taufkirchen - Im September vergangenen Jahres beschloss der Gemeinderat Taufkirchen, den Flächennutzungsplan mit einem integrierten Landschaftsplan aufzustellen. Der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München untersuchte dabei auch die Einwohnerentwicklung der Gemeinde, um so eine Basis für weitere Projekte der Flächennutzung zu schaffen. Stadtplanerin Birgit Kastrup erläuterte dem Gemeinderat in ihrem Sachvortrag, dass Taufkirchen im Zeitraum von 1975 bis 2019 einen Einwohnerzuwachs von 0,71 Prozent verbucht hat. Damit steht Taufkirchen an viert-

letzter Stelle im Landkreis. „Weil Taufkirchen in den letzten zehn Jahren wenig gewachsen ist, geht das bayerische Landesamt für Statistik davon aus, dass die Gemeinde in der Zukunft nicht viel wachsen wird“, so die Stadtplanerin. „Das ist aber nicht gottgegeben. Ein Bevölkerungswachstum ist grundsätzlich möglich, wenn die Gemeinde das will.“ Die Kommune könne ihren Wachstum selbst steuern, denn ihr obliege die Planungshoheit.

Die Gemeinde müsse sich mit der Frage auseinandersetzen, wie Taufkirchen sich als Kommune weiterentwickeln möchte, wie es Alfred Widmann (SPD) auf den Punkt brachte: „Der Siedlungsdruck aus dem Münchner Raum ist gigantisch groß. Dem werden wir uns nicht entziehen können.“ Und das Wachstum der Bevölkerung würde als Folge des Arbeitsplatzwachstums weitergehen. Inwiefern die Gemeinde Taufkirchen das zulässt, sei unter anderem abhängig von den Wohnräumen, die neu geschaffen werden müssten.

Das Thema Flächenversiegelung aber wird kritisch beäugt. David Grothe (Grüne) halte den Dialog im Gemeinderat für wichtig, bevor es in weitere Entwicklungen gehe. Er möchte nicht, dass „bis 2050 das Kontingent vollgebaut und dann nichts mehr frei ist“. Er betonte jedoch, dass die Grünen sehr wohl für einen Wachstum stünden. „Aber wir wollen ein moderates Wachstum.“ Auch sei zu bedenken, dass durch den Zuzug weiterer Bürger auch die Verkehrsplanung berücksichtigt werden müsse.

Auch die Taufkirchner Ortsgruppe des Bund Naturschutzes legte ihr Veto ein und ruft mit einer Unterschriftenliste zu einem Bürgerbegehren auf. Im Informationsschreiben heißt es, eine Mehrung von rund 1000 Einwohnern in zehn Jahren wäre verträglich „Mehr werden unsere engen Straßen ohne Radwege, unsere jetzt schon prekäre Finanzlage und unsere mühsam aufgebauten sozialen Netze aller Generationen und Ortsteile kaum verkraften.“

Um ein Bürgerbegehren durchzubringen und vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof als zulässig beurteilt zu werden, seien 1100 Unterschriften vonnöten. Während des Vortrags erklärte Kastrup abschließend, der Planungshorizont des Flächennutzungsplanes gestalte die kommenden 15 Jahre. Bis der Plan aufgestellt sei, dauere es sicherlich noch gut zwei Jahre, in der auch die Bürger beteiligt werden sollen.

„Der Flächennutzungsplan ist ein integriertes Planungsinstrument. Es geht um Wohnen, Arbeiten, Erholen.“ Noch gehe es nicht darum, welche Flächen tatsächlich bebaut werden sollen. Um die Vorstellungen der Gemeindeentwicklung konkreter zu fassen, einigten sich die Gemeinderäte darauf, Wünsche und Vorstellungen in einer gemeinsamen Klausurtagung zu besprechen.

Melanie Schröpfer

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