Taufkirchen denkt über qualifizierten Mietspiegel nach

Ein Deckel auf den heißen Miettopf?

Qualifizierter Mietspiegel als transparentes Mittel für Mieter und Vermieter
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Ob bald ein qualifizierter Mietspiegel für Taufkirchen festgelegt wird, ist noch nicht entschieden.

Die Mieten in und um München herum sind sehr hoch, das ist kein Geheimnis. Die Taufkirchner CSU beantragte deshalb gemeinsam mit der SPD in der vergangenen Gemeinderatssitzung die Erstellung eines qualifizierten Mietspiegels für die Gemeinde. Nicht alle Fraktionen halten diesen Schritt für sinnvoll.

Taufkirchen - Wer einschlägige Internetportale besucht, um nach Wohnungen in Taufkirchen zu suchen, wird rasch feststellen, dass die Mietpreise ziemlich gesalzen sind. Kalt kostet eine Zweizimmerwohnung unter 60 Quadratmeter knapp 900 Euro. Eine Dreizimmerwohnung mit 72 Quadratmetern 1450 Euro – kalt. Doch wie viel ist zu viel?

Die Lage auf dem Wohnungsmarkt in und um München herum ist angespannt, und Taufkirchen ist für einige Wohnungssuchende wegen der direkten Nähe zur Stadt attraktiv. Das spiegelt sich auch auf dem Mietmarkt wider. Taufkirchen wird als eine Gemeinde mit einem angespannten Wohnungsmarkt eingestuft.

Die Dritte Bürgermeisterin Christiane Lehners (CSU) appellierte deshalb zur Verbesserung und Transparenz sowohl für Mieter als auch Vermieter zu einem qualifizierten Mietspiegel für Taufkirchen. „Wir wurden von Bürgern angeschrieben, die nicht wussten, wie der Mietspiegel ist. Durch einen qualifizierten Mietspiegel wird niemandem etwas weggenommen. Es geht um Transparenz.“

Maike Vatheuer-Seele (FDP) gab zu bedenken, dass die Wohnungen in Taufkirchen sehr heterogen aufgestellt sind, das heißt, es gibt einen breiten Mix aus Neu- und Altbauten. Vatheuer-Seele befürchtete, Mieten, die schon lange günstig sind, könnten durch den qualifizierten Mietspiegel ansteigen.

David Grothe (Grüne) erkannte das Ziel, dass niemand zu hohe Mieten bezahlen soll. „Ich kann mir aber vorstellen, dass der Ortsteil Am Dorf wesentlich teurer sein wird, als Am Wald.“ Durch den qualifizierten Mietspiegel wäre das zusätzlich festgeschrieben, weshalb Grothe „einer noch größere Spaltung des Ortes als ohnehin schon“ besorgt gegenüberstehe.

Ähnlich sah es Taufkirchens Zweiter Bürgermeister Michael Lilienthal (Freie Wähler/FDP). Er sieht das Problem darin, dass es einfach zu wenige Wohnungen gibt.

Durch den Mietspiegel hätte „der, der eh schon viel zahlt, Glück, nicht noch mehr zahlen zu müssen. Der, der deutlich weniger zahlt, wird sehr viel mehr zahlen.“ Er wies darauf hin, dass viele umliegenden Gemeinden keinen qualifizierten Mietspiegel haben, „weil die Kosten dafür hoch sind“ aber der Nutzen möglicherweise nicht gegeben sei.

Insgesamt wurde das Thema kontrovers diskutiert und letztlich kamen die Gemeinderäte zu dem Entschluss, dass sie keine Experten in der Thematik sind. Es gibt ein breitgefächertes Für- und Wider. Die Verwaltung wurde mit 18 zu vier Stimmen beauftragt, einen Experten einzuladen, der die Ratsmitglieder beraten und informieren soll, sodass dann über den Antrag der CSU und SPD abgestimmt werden kann.

Melanie Schröpfer

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