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Unterbiberg: Ökologische Aufwertung im Rahmen von ISEK

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Von: Iris Janda

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Hachinger Bach bei Unterbiberg im Abendlicht.
Während der Hachinger Bach in Unterbiberg stellenweise schon naturnah gestaltet ist, besteht nur einige 100 Meter weiter am Grünanger der Vivamus-Anlage noch Nachholbedarf, was die ökologische Aufwertung betrifft. © ija/Archiv

Der Grünanger der Vivamus-Anlage in Unterbiberg soll aufgewertet werden. Wie das genau aussehen soll, können Bürger selbst mitbestimmen, denn das Vorhaben wird im kommenden Jahr im Rahmen des ISEK-Verfahrens behandelt. Doch nicht jeder im Gemeinderat begrüßte dieses Vorgehen.

Neben der Information über das Geschehen in der Gemeinde und im Landkreis bieten Bürgerversammlungen auch Bürgern die Gelegenheit, Anträge einzureichen. Werden diese angenommen, muss sich der Gemeinderat innerhalb von drei Monaten damit befassen. Nur vier Wochen dauerte es, bis ein Antrag aus der Ortsteilbürgersammlung in Unterbiberg nun dem Gremium zur Behandlung vorgelegt wurde.

Darin wird die ökologische Aufwertung des Grünangers im Vivamus-Park in Unterbiberg gefordert. Dadurch sollen die Artenvielfalt gefördert und die Aufenthaltsqualität für die Bürger verbessert werden.

Die Verwaltung schlug vor, das Bürgeranliegen im Rahmen des bereits laufenden integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK)-Prozesses mittels einer Bürgerbeteiligung zu behandeln. Das ISEK-Instrument sei ein „Paradebeispiel, wie man die Leute unmittelbar vor ihrer Haustüre beteiligen kann“, erklärte Bürgermeister Thomas Pardeller (CSU) den Verwaltungsvorschlag. Der Prozess werde die nächsten 14 bis 15 Monate andauern und soll im Frühjahr 2024 abgeschlossen sein.

Anders als der Verwaltungsvorschlag sah das Thema die Grünen-Fraktion. Diese hatte nach der Bürgerversammlung in Unterbiberg einen eigenen Antrag zur Umgestaltung des Grünangers eingereicht, um die Aufenthaltsqualität und den ökologischen Wert zu erhöhen. „Unser Vorschlag ist es, das Thema nicht ins ISEK zu tun, sondern inhaltlich zu behandeln, weil es ja auch nicht neu ist“, erklärte Lucia Kott das Anliegen ihrer Fraktion. Es gehe darum schon seit mindestens acht Jahren, aber passiert sei bislang nichts.

Die anderen Fraktionen begrüßten dagegen den ISEK-Vorschlag. „Im ISEK ist unseres Erachtens eine bessere Bürgerbeteiligung möglich“, meinte etwa Volker Buck (SPD). Hartmut Lilge (CSU) ärgerte sich über das Vorgehen der Grünen. „Was macht es für einen Sinn, wenn in der Bürgerversammlung ein Wunsch geäußert wird und am nächsten Tag von einer Partei hier der gleiche Antrag gestellt wird“, meinte er.

„Wir dachten, wir stellen den Antrag parallel, damit es nicht nur ein Grünen-Antrag, sondern auch ein Bürgeranliegen ist“, erklärte Pascale Kollwitz-Jarnac das Vorgehen. Es sei ihnen wichtig, dass auch ihr Antrag formell angenommen werde, da er nicht obsolet sei, sondern zusätzliche Themen behandle wie etwa die Heckenpflege.

Rathauschef Pardeller wehrte sich gegen den Vorwurf, dass die letzten Jahre nichts passiert sei und verwies auf die Blühwiesen, die vor zwei Jahren angelegt wurden. Die Nutzung auf dem Grünanger sei im B-Plan festgelegt. Das könne geändert werden, aber erst nach fachlicher Prüfung. Er selbst habe schon von Bürgern gehört, dass sie sich an dem Prozess beteiligen wollten. Das sei aber eher in Richtung Freizeit gegangen. „Das ist nicht immer mit dem Artenschutz kompatibel. Das muss man beides zusammenbringen“, so Pardeller. Er appellierte, die Menschen bei dem Thema mitzunehmen und das „tolle Instrument“ ISEK dafür zu nutzen.

Reiner Höcherl und Stephanie Konopac von den Freien Wählern sahen das genauso. „Wenn ein so bedeutender Teil Unterbibergs modifiziert wird, sollen die Unterbiberger auch beteiligt werden“, so Höcherl.

Kilian Körner (Grüne) versuchte zu vermitteln. Beide Anträge seien zwar ähnlich, aber würden unterschiedliche Punkte berücksichtigen. Er bat daher darum, beide Anträge aufzunehmen. „Dann haben wir aber zwei Projekte parallel zu selben Sachen laufen“, wand der Rathauschef ein.

Er schlug vor, die graduellen Unterschiede aus dem Grünen-Antrag in den Bürgerantrag mit aufzunehmen und es so ins ISEK-Verfahren zu geben. Bis auf drei Gegenstimmen von Seiten der Grünen gab es für diesen Kompromiss eine große Mehrheit.

Iris Janda

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