Mehr Geld für Freizeitsport

Unterhaching: Neue Calesthenics-Anlage am Rodelberg

Mehrere Männer trainieren an einer Außensport-Anlage
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Eine neue Calesthenics-Anlage für Sport an der frischen Luft soll in der Freizeitanlage am Rodelberg in Unterhaching entstehen.

Am Rodelberg in Unterhaching soll eine Anlage für Outdoor-Fitnessgeräte entstehen. Nach einem Gemeinderatsbeschluss im November wurde dem Ausschuss nun ein Angebot vorliegt. Obwohl das die erste Kostenschätzung um 40.000 Euro übersteigt, sprach sich das Gremium dafür aus. 

Vereinssport ist seit Monaten nur eingeschränkt möglich, die Fitnessstudios waren lange Zeit geschlossen und vielen reichen Joggen oder Fahrradfahren nicht aus. Der Unterhachinger Gemeinderat hat deshalb im November 2020 auf einen SPD-Antrag hin beschlossen, eine weitere Calesthenics-Anlage zu errichten. Neben der bestehenden, viel genutzten Anlage beim Landschaftspark soll nun eine weitere in der Freizeitanlage am Rodelberg entstehen.

Die Verwaltung hat dazu Kostenschätzungen bei verschiedenen Geräteherstellern eingeholt. Mit eingeflossen in die Auswahl sind die zahlreichen Rückmeldungen der Nutzer der bisherigen Fitnessanlage. Diese waren dazu aufgerufen worden, ihre Ideen und Wünsche mitzuteilen. Im Vordergrund stand der Wunsch nach einer Einzelaufstellung der Gerät. Dadurch werde zwar mehr Platz benötigt, aber die Sportler könnten sich besser verteilen, was gerade in der aktuellen Situation wichtig sei.

Neben Ausstattungswünschen wie etwa Reck- und Klimmzugstangen, Sprossenwand und Bodyboards äußerten die Nutzer auch den Wunsch nach Infotafeln für die Übungen. Außerdem wünschen sie die Anlage abseits der Straße mit ausreichend Schatten sowie Sitz- und Ablagemöglichkeiten.

Von drei Anbietern hat die Verwaltung Angebote eingeholt, doch beim Abgleich mit den Nutzerwünschen gab es mit einem Anbieter die meisten Übereinstimmungen. Ihn unterscheidet von den anderen unter anderem, dass er Infotafeln für die Übungen anbietet und nicht nur Infos via QR-Code und Smartphone bereitstellt. Außerdem sind die Stangen aus Edelstahl und nicht wie bei den anderen beiden Anbietern aus verzinktem Stahl. Das mache die Geräte langlebiger, nachhaltiger und wartungsärmer.

Alle Hersteller haben barrierefreie Geräte angeboten, sodass sie auch mobilitätseingeschränkte Menschen nutzen können. „Die notwendigen Rahmenbedingungen hierzu, Bodenbeschaffenheit, Zuwegung etc., wurden mit dem Behindertenbeirat abgesprochen“, heißt es von Verwaltungsseite.

Untergrund und Fallschutz muss die Verwaltung außerdem zusätzlich beauftragen. Im Sinne der Barrierefreiheit soll es einen befestigten Weg geben. Zum Fallschutz gibt es einen Sportboden, der sich je nach Nutzungsart in der Stärke unterscheidet. Auf den Wunsch vieler Nutzer hin wird auch ein Aufwärmbereich mit dem Bodenschutz ausgestattet. Dort könne beispielsweise Yoga gemacht werden.

Dass die Umsetzung der Nutzer-Wünsche und der Barrierefreiheit seinen Preis hat, zeigte sich bei der abschließenden Kostenschätzung. So werden sich die Gesamtkosten auf knapp 90.800 Euro belaufen. Ursprünglich lag der Kostenrahmen nach grober Schätzung bei 50.000 Euro. Dennoch ließ sich die große Mehrheit des Haupt- und Finanzausschusses angesichts der Kostensteigerung nicht abschrecken.

Dritter Bürgermeister Richard Raiser (CSU) und SPD-Fraktionssprecher Peter Wöstenbrink begrüßten die neue Anlage als wichtigen Beitrag zur Förderung der Gesundheit der Bürger. Das Vorhaben sei zwar kostenintensiv, aber werde dadurch außerdem der Rodelberg aufgewertet, betonte Raiser.

Grünen-Rätin Claudia Köhler hielt die Anlage zwar auch für sinnvoll, weil die bestehenden Geräte bereits intensiv genutzt werden. Trotzdem bat sie darum, zukünftig von Beginn an realistischer zu planen, um nachträgliche Kostensteigerungen zu vermeiden. Außerdem wisse sie, dass nur zwei der vier Mitglieder des Behindertenbeirats zu dem Projekt befragt wurden und bat, den Beirat vollumfassend einzubeziehen. Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) sicherte zu, dies zu überprüfen.

Peter Hupfauer (FDP) plädierte als einziger Rat dafür, zunächst das bisherige Budget von 50.000 Euro einzuhalten und je nach Nutzungsintensivität die Anlage später zu erweitern. Dementsprechend verwehrte er seine Zustimmung zum Beschlussvorschlag. Mit 14 zu 1 Stimmen beschloss das Gremium den Bau der Calesthenics-Anlage am Rodelberg für rund 90.800 Euro.

Iris Janda

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