Car-Sharing-Angebot wird ausgeweitet

Unterhaching startet Pilotprojekt mit dem Anbieter „Sixt Share“

Eine ältere Frau sitzt am Lenkrad eines silbernen Autos und lächelt mit Schlüssel in der Hand in die Kamera.
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Das Car-Sharing-Angebot in Unterhaching wird ausgeweitet: Zunächst in einer sechsmonatigen Testphase soll das Angebot des Anbieters „Sixt Share“ getestet werden.

Ein Auto fahren, ohne es zu besitzen – das soll bald flächendeckend in Unterhaching möglich sein. Neben dem Angebot des Anbieters „Statt-Auto“ wird es auch den Dienst „Sixt Share“ in der Gemeinde geben.

Ob Musik, Filme oder auch Autos – schon seit einigen Jahren geht der Trend weg vom Besitzen hin zum Teilen und Leihen. Wer nach München geht, findet Autos von verschiedenen Anbietern. Bislang hieß es immer, dass das Modell nur in Metropolregionen rentabel sei, erklärte Kathrin Risom von der Firma Sixt im Unterhachinger Gemeinderat im Juni. Doch die Firma habe sich entschieden, dieses Muster zu durchbrechen und in den suburbanen Raum vorzudringen. Einen Pilotversuch dazu starteten sie im Februar in Gräfelfing.

Damit reagierte Risom auf die Frage von Peter Hupfauer (FDP), warum das Unternehmen auf die bisherigen Anfragen der Verwaltung nicht reagiert habe. Denn Götz Mahdi, Mobilitätsbeauftragter der Gemeinde, hat sich schon intensiv um einen Kontakt zu den großen Anbietern bemüht und bislang keine Rückmeldung erhalten. Anlass für die erneute Suche war ein Antrag der Grünen-Fraktion. Von der Firma „Statt-Auto“, die derzeit ein stationsgebundenes Auto an der S-Bahn anbietet, gab es keine Rückmeldung auf die Anfrage, ob das Angebot mit einer weiteren Station am FEZ erweitert werde könne.

Mithilfe der Schwaiger Group konnte nun das Projekt mit Sixt initiiert werden. Denn dadurch konnte nicht nur der Kontakt zu Sixt hergestellt werden, die Firma Schwaiger stellt am Hatrium zwei Stellplätze sowie ihren Concierge-Service zur Verfügung. Zwei weitere Stellplätze stehen an der Hauptstraße.

Prinzipiell können Autos mit Sixt Share nach dem so genannten „free floating-System“ im gesamten Gemeindegebiet beziehungsweise dem ausgewiesenen Geschäftsgebiet abgestellt werden. Kunden zahlen einen Minutenpreis, in dem alle anfallenden Kosten enthalten sind. Die Mietzeit endet mit Abstellen des Fahrzeugs. Es kann überall im Geschäftsbereich – also auch in der Landeshauptstadt – sowie an den festen Stationen und bei den Filialen der Autovermietung abgegeben werden. Die Flotte besteht zu einem Drittel aus E-Fahrzeugen und sind zirka ein halbes Jahr alt. „Der Nutzer entscheidet, wo welches Auto steht“, verdeutlicht Mahdi.

Bei einer Testphase würde das wirtschaftliche Risiko zu je 50 Prozent auf die Gemeinde und die Firma Sixt aufgeteilt. Denn gerade zu Beginn brauche es eine gewisse Anlaufphase, in der die Auslastung noch gering seien könnte. Das monatliche Maximum der Kosten für die Gemeinde wurde dabei auf 7500 Euro gedeckelt. In der Testphase werde die Auslastung ermittelt, um einen Regelbetrieb und dessen Finanzierung abschätzen zu können. Wie lange die Testphase laufe sollte, darüber waren sich die Gemeinderäte uneins.

Die Verwaltung schloss sich der Empfehlung der Firma für einen sechsmonatigen Testzeitraum an. So könnten die verschiedenen Jahreszeiten besser abgebildet werden. Evi Karbaumer (Grüne) und Korbinian Rausch (CSU) plädierten ebenfalls für diesen Zeitrahmen. „Neue Handlungsmuster brauchen länger, bis sie sich etablieren“, meinte Karbaumer.

Peter Wöstenbrink (SPD) sprach sich im Namen seiner Fraktion dafür aus, die Testphase auf drei Monate zu beschränken. „Man kann doch die Erfahrungen aus Gräfelfing nutzen“, argumentierte er. Claudia Töpfer wollte dazu wissen, wie die Resonanz aus der Gemeinde im Würmtal sei. Im Schnitt stünden dort neun Fahrzeuge und es würden 2,5 Fahrten gemacht, erklärte Katrin Risom. „Wir sehen einen Anstieg von den Fahrten seit den ersten zwei Monaten bis jetzt in den Sommer rein“, so Risom weiter. Die Ausgleichszahlungen, die in der Anlaufphase nötig sind, seien nicht langfristig vorgesehen. „Ziel ist es, dass Unterhaching genauso erfolgreich wie München läuft“, so die Fachfrau.

Bürgermeister Wolfgang Panzer wollte zum Abschluss wissen, ob das Unternehmen nun auch offensiv auf weitere Gemeinden im Landkreis zugehen wolle. „Wir sind offen für jegliche Gemeinden, dort einen Pilot zu starten“, bejahte Risom. Nach den Sommerferien soll es mit der Testphase in Unterhaching los gehen – und zwar für sechs Monate. 20 zu sieben Gemeinderäte sprachen sich dafür aus. Außerdem wurde mit drei Gegenstimmen beschlossen, sich weiterhin um die Erweiterung des Angebots mit „Statt-Auto“ zu bemühen.

Iris Janda

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