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Vorerst Löcher stopfen

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Von: Iris Janda

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Der Abschnitt zwischen Karl-Mathes- und Sommerstraße wird 2024 provisorisch repariert.
uhg_straßenschaden_düa.jpg © Holger Hollemann/dpa

Die Lohestraße muss saniert werden. Da dafür das Geld fehlt, soll sie im kommenden Jahr vorerst nur provisorisch repariert werden, wie nun der Gemeinderat beschloss hat. Auch über eine spätere Sanierungsvariante wurde abgestimmt. 

Unterhaching – Mit 52 Jahren hat die Lohestraße die übliche Lebensdauer von Straßen mehr als doppelt überschritten. Dementsprechend ist der Zustand im Abschnitt zwischen Karl-Mathes- und Sommerstraße. Viele Jahre schon hat die Gemeinde Unterhaching die dringend notwendige Sanierung aufgeschoben. Grund war unter anderem die wegen der Straßenausbaubeitragssatzung (Strabs) vorgeschriebene Umlage der Kosten auf die Anwohner. Diese Satzung wurde 2018 abgeschafft, getan hat sich seitdem noch immer nichts.

Durch die Umgestaltung des Spielplatzes an der Lohestraße und dem Neubau einer Wertstoffsammelstelle in diesem Jahr hat sich der Zustand der Straße weiter verschlechtert. Die Verwaltung möchte das Problem nun angehen und hat dem Gemeinderat daher in seiner November-Sitzung vier verschiedene Varianten zur Straßenerneuerung vorgelegt. Dabei wurde auch die Möglichkeit untersucht, die Straße durch mehr Versickerungsflächen und Grüninseln klimaresilient zu gestalten. Damit könne „ein Paradigmenwechsel beim Straßenausbau im Hinblick auf gemeindliche Klima- und Mobilitätsziele erfolgen“, so die Verwaltung.

Die Variante 2b würde mit 366.000 Euro knapp 10.000 Euro mehr als die konventionelle Version kosten, jedoch ist sie nach der Bewertung durch das Ingenieurbüro Ressel und Partner doppelt so klimaresilient. Zudem sei bei der Variante 2b als einzige die Umsetzung einer Tempo-30-Zone möglich. Daher empfahl die Verwaltung diese Sanierungs-Variante mit Baubeginn im Frühjahr 2023.

Bei der Entscheidung sollten übergeordnete gemeindliche Ziele wie die Klimaneutralität bis zum Jahr 2030 im Vordergrund stehen, da die Maßnahme aus allgemeinen Steuermitteln finanziert werde. Argumentiert wurde vor dem Hintergrund, dass die kurzfristigen Folgen wie der Entfall von vier Stellplätzen den Wünschen der Anlieger wiedersprechen könnten. Eine frühzeitige und umfassende Information der Anlieger solle nach dem Grundsatzentschluss des Gemeinderats für eine Variante erfolgen.

Im Gemeinderat schloss sich eine Mehrheit diesen Vorschlag an. Allerdings sah das Gremium angesichts des großen Finanzlochs im Haushalt (HALLO berichtete) die Dringlichkeit für die Umsetzung im kommenden Frühjahr nicht gegeben. Franz Felzmann (CSU) betonte zwar, dass die Lohestraße repariert werden müsse. Eine umfangreiche Neugestaltung sei allerdings zum jetzigen Zeitpunkt nicht dringlich. Anton Hof­stetter (FW) plädierte dafür, die Planungen trotz der finanziellen Schwierigkeiten der Gemeinde fortzusetzen.

Peter Hupfauer (FDP) ärgerte sich über die „katastrophale Situation“ beim Straßenmanagement der Gemeinde. Dadurch sei die Sanierung nicht schon längst erfolgt, sodass aufgrund des Haushaltslage nun nur ein Provisorium durchgeführt werden könne. Zudem halte er eine Klimaverbesserung an dieser Stelle für nicht notwendig und wolle deshalb vorerst lediglich einer Reparatur zustimmen.

Grünen-Rat Stefan König lobte dagegen die klimaresiliente Planung der Verwaltung, sprach sich aber auch für eine provisorische Reparatur als Zwischenlösung aus. Dementsprechend wurde zwar mehrheitlich die Variante 2b sowie eine dazugehörige Bürgerbeteiligung beschlossen. Für 2023 sollen aber vorerst für etwa 20.000 Euro Reparaturarbeiten durchgeführt werden. Die umfassende Sanierung ist für 2024 vorgesehen.

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