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Unterhaching will Problem mit Engstelle am Bozaunweg lösen

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Von: Iris Janda

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Kreisverkehr in Unterhaching zwischen Oberweg und Ottobrunner Straße
Der Kreisverkehr zwischen Oberweg und Ottobrunner Straße in Unterhaching hat bisher nur drei Arme. Durch einen vierten soll die von-Stauffenberg-Straße besser angebunden werden. © ija

Der Kreisverkehr an der Kreuzung von Ottobrunner Straße und Oberweg in Unterhaching ist einer der zentralen Verkehrsknotenpunkte in der Gemeinde. Bisher hat er nur drei Arme – das soll sich nun allerdings ändern.

Der Bauausschuss in Unterhaching stimmte vergangene Woche dafür, durch einen vierten Arm die von-Stauffenberg-Straße direkt an den Kreisverkehr anzubinden. Bisher muss, um auf die Straße zu gelangen, kurz nach dem Kreisverkehr rechts auf den Bozaunweg eingebogen werden. Gerade für die MVV-Busse der Linie 217 zwischen dem Unterhachinger Bahnhof und Neuperlach Süd sowie der Linie 220 zwischen Winning und Giesing ist das ein schwieriges Unterfangen. Die Abzweigung von der Ottobrunner Straße über den Bozaunweg auf die von-Stauffenberg-Straße ist besonders eng.

Bürgermeister Wolfgang Panzer spricht in diesem Zusammenhang von einem „Siphon“. Noch schwieriger wird es, wenn die Busse vom Bozaunweg auf die Ottobrunner Straße abbiegen möchten. Wegen des hohen Verkehrsaufkommens ist das zu Stoßzeiten kaum möglich. Noch dazu beschleunigen viele Autos nach dem Verlassen des nah gelegenen Kreisverkehrs. Das macht das Abbiegen zusätzlich gefährlich und die Verkehrssituation schwer einschätzbar.

Daher bewertet der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund die direkte Anbindung über den Kreisverkehr als sehr positiv, wie es von Verwaltungsseite heißt. Die Linienführung wäre dadurch für Busfahrer wie Fahrgäste bequemer und die Fahrtzeit würde sich verkürzen.

Die Fläche, die für die Verlängerung der von-Stauffenberg-Straße benötigt wird, befindet sich auf Gemeindegrundstücken. Dort standen Gemeindewohnungen, die 2017 aufgrund ihres Zustands abgerissen wurden.

Auch aus verkehrsplanerischer Sicht entstünden durch den vierten Arm des Kreisels keine Nachteile. Das ergibt eine Verkehrszählung, die bereits im Juli 2015 stattgefunden hat. Diese kam zu dem Ergebnis, dass der vierte Arm am Kreisverkehr zu einer erheblichen Verkehrsberuhigung für die Mehrfamilienhäuser am Bozaunweg nördlich der Lehenstraße führen würde. Die Leistungsfähigkeit des Kreisverkehrs würde außerdem nicht vermindert werden.

Auch ein erhöhter Verkehr auf der von-Stauffenberg-Straße, wie ihn CSU-Gemeinderat Franz Felzmann in der Ausschusssitzung befürchtete, ist laut Untersuchung nicht zu erwarten, solange es an der Ampel zur Biberger Straße keine längere Grünphase gebe. Dann lohne sich eine Abkürzung über die von-Stauffenberg-Straße zur Leipziger Straße nicht.

Reihum begrüßten die Räte, dass die Engstelle am Bozaunweg nach über 55 Jahren abgeschafft werden soll. Der Planungseinstieg sei „überfällig und richtig“, erklärte Korbinian Rausch (CSU). Er betonte ebenso wie Parteikollege Franz Felzmann und Grünen-Rat Armin Konetschny, dass ein gutes Planungskonzept und die frühe Einbeziehung der Baubeauftragten wichtig sei. Konetschny schlug außerdem vor, zu untersuchen, ob die von-Stauffenberg-Straße zur Fahrradstraße gemacht werden könnte. Dadurch könnte zusätzlich das Risiko von Abkürzungsverkehr gemindert werden.

Nach ersten Schätzungen soll die Maßnahme am Kreisverkehr zirka 420.000 Euro kosten. Nicht enthalten sind darin die Kosten für die Entsorgung des Untergrunds und die Umverlegung der Leitungen. Außerdem ist der Landkreis an dem Projekt beteiligt, weil die Ottobrunner Straße eine Kreisstraße ist. Einstimmig befürwortete der Bauausschuss das Vorhaben. Am heutigen Mittwoch, 27. Oktober, entscheidet der Gemeinderat darüber. Bei Zustimmung soll im nächsten Schritt ein Fachbüro ein Planungskonzept erstellen.

Iris Janda

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