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Kreisräte sehen Potenzial

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Nicht wie bisher links Richtung Stadtmitte, sondern rechts nach Haar soll die Tramlinie 21 nach dem Willen der Kreisräte nach Haar fahren.
Nicht wie bisher links Richtung Stadtmitte, sondern rechts nach Haar soll die Tramlinie 21 nach dem Willen der Kreisräte nach Haar fahren. © Charly D./HLV

Trotz einer optimierten Streckenführung würde eine Verlängerung der Linie 21 von Berg am Laim nach Haar das derzeit notwendige Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht erreichen. Der Kreistag will das Projekt dennoch weiterverfolgen.

Der Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) ist wichtiger Bestandteil der Verkehrswende. Ein möglicher Baustein ist eine Verlängerung der Tramlinie von der derzeitigen Endhaltestelle an der St.-Veit-Straße in Berg am Laim nach Haar. Wobei die optimierte Trasse, die der Gutachter Bernd Kollberg jetzt im Mobilitätsausschuss des Kreistags im Landkreis München vorgestellt hat, über die B304 und von dort über die Leibstraße bis zum Haarer S-Bahnhof geführt werden. Dort soll sie mit einer Wendeschleife enden. Damit könne, so Kollberg, die verkehrliche Wirkung noch einmal gesteigert werden.

Rund 7,8 Kilometer wäre die neue Strecke lang. 17 Minuten und 40 Sekunden würde die Fahrt von St.-Veit-Straße zum Haarer Bahnhof dauern, bis zu 200 Fahrgästen könnte die Tram pro Fahrt transportieren. Angestrebt wird ein Zehn-Minuten-Takt.

Wie Kollberg dem Ausschuss erläuterte, habe man mit dieser optimierten Variante das prognostizierte Fahrgastaufkommen noch einmal steigern können, sogar im Vergleich zur bereits bestehenden S-Bahn. Er erwartet pro Tag rund 2000 Fahrgäste, die am Haarer S-Bahnhof die Tram nutzen würden. An der aktuellen Endhaltestelle der Linie 21 an der St.-Veit-Straße sind es derzeit etwa 9500.

Nach dieser Prognose würde die Verlängerung der Trambahn nach Haar nach wie vor nicht das notwendige Nutzen-Kosten-Verhältnis erreichen, um Förderungen durch Bund und Freistaat zu erhalten.

Noch nicht. Denn die Bundesregierung plant eine Neufassung der sogenannten standardisierten Bewertung für Infrastrukturprojekte. Ziel der Überarbeitung ist es, künftig den Nutzen von neuen Verkehrsprojekten über die Kosten zu stellen. Und darauf setzen die Kreisräte.

Sie hoffen, dass die Neufassung zu einer positiven Bewertung der Tramverlängerung führt. Dann könnte der Landkreis mit einer erheblichen finanziellen Förderung des etwa 102 Millionen Euro teuren Projekts von mehr als 80 Prozent rechnen. 70 Prozent kämen dabei vom Bund, weitere zehn bis 15 Prozent vom Freistaat.

Wobei die Kostenschätzung für die Verlängerung mit Vorsicht zu genießen ist, wie Kollberg erklärte. Denn die Zahlen stammen aus dem Jahr 2016. Trotz einer möglichen deutlichen Kostensteigerung wollen Landrat Christoph Göbel und die Kreisräte die Planungen an der Trambahnverlängerung fortführen. Schließlich bestehe ein erhebliches Fahrgastpotenzial.

Für Florian Schardt, Kreisrat im Landkreis München und Partei- und Fraktionsvorsitzender SPD München-Land, ein Erfolg: „Mich freut diese Entwicklung auch deshalb, weil unser Antrag Ergebnis einer interkommunalen Zusammenarbeit mit der Münchner SPD-Stadtratsfraktion war. So konnten wir uns frühzeitig an die Entwicklungen in der Landeshauptstadt ,draufsetzen‘, was sich jetzt als vorteilhaft herausstellen könnte.“

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