Wie Theatergruppen in Feldkirchen und Aschheim auf die Corona-Lockerungen reagieren

„Das können wir uns kein zweites Mal leisten“

Applaus für die Mitglieder des Aschheimer Bauerntheaters nach ihrer „Bodschamperlspuk“-Aufführung 2019.
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Applaus für die Mitglieder des Aschheimer Bauerntheaters nach ihrer „Bodschamperlspuk“-Aufführung 2019.

Der Feldkirchner Theaterverein stand im März 2020 zwei Tage vor der Premiere des neuen Stücks. Doch dann machte Corona dem Verein einen Strich durch die Rechnung. Nun gibt es Corona-Lockerungen für Laiengruppen. Doch planen diese so schnell wirklich wieder Auftritte? 

Die berühmte Balkonszene in William Shakespeares „Romeo und Julia“ durften Theatergruppen auch in den vergangenen Monaten proben. Romeo, der unten steht, hat genügend Abstand zu Julia, wenn er sie oben am Fenster entdeckt und zu sich sagt: „Es ist der Ost, und Julia die Sonne!“

Doch nicht jede Theatergruppe landauf, landab inszeniert „Romeo und Julia“. Im Gegenteil. Seit Corona blieben die Bühnen der Laiengruppen leer. Zu streng waren die Hygienerichtlinien. Nun gab Kunstminister Bernd Sibler (CSU) Corona-Lockerungen für Theatergruppen sowie Chöre und Musikgruppen bekannt: Diese dürfen fortan wieder drinnen proben, Abstände sind nur mehr empfohlen. Die 3G-Regel ist einzuhalten.

Bedeutet dies nun den sofortigen Probenbeginn für die Mitglieder des Feldkirchner Theatervereins? „Wir fangen erst wieder an, wenn wir sicher gehen können, dass alles klappt“, sagt die Vereinsvorsitzende Gabriele Brandmeier. Sie erinnert sich zurück an den März 2020: „Wir standen zwei Tage vor der Premiere unseres Stücks ,Die Maibaumwache‘, dann aber gab es keine Hauptprobe, keine Generalprobe mehr, wir mussten alles absagen“, so Brandmeier. „Es war am Anfang für uns das komplette Drama.“

Denn eine Aufführung bedeutet für einen Verein viele Kosten. „Wir haben Geld in die Werbung gesteckt, in die Regie, mussten Miete für den Raum zahlen und hatten eine aufwendige Bühne gestaltet“, so die Vereinsvorsitzende. Wenn die Feldkirchner Theaterbegeisterten wieder auf die Bühne zurückkehren, würden sie natürlich gerne ihr bereits lange geprobtes Stück „Die Maibaumwache“ wiederaufnehmen. Doch was wäre, wenn die Aufführungen coronabedingt wieder platzen würden? „Der Aufwand ist zu groß, das können wir uns so kein zweites Mal leisten“, bedauert Brandmeier.

Mit ihrem Regisseur Winfried Frey stünden sie in Kontakt. „Vielleicht machen wir ja im kommenden Frühling zwischendrin etwas Kleines. Kein anderes neues Stück, sondern vielleicht einen Sketche-Abend.“ Für eine größere Inszenierung braucht der Verein aber die Gewissheit, dass sie viele Zuschauer empfangen dürfen. „Bei uns kostet die Eintrittskarte 11 Euro, wir können es uns nicht leisten, vor 25 Leuten zu spielen“, sagt Brandmeier.

Ähnliche Töne beim Aschheimer Bauerntheater. „Wir haben bereits im März entschieden, dieses Jahr kein Theater mehr stattfinden zu lassen“, sagt Clarissa Haller vom Aschheimer Bauerntheater.

Für gewöhnlich finden die Auftritte der Theatergruppe im Oktober statt, die Leseproben hätten schon Anfang Juni beginnen müssen. „Wir starten nächste Jahr wieder wie gewohnt und mit vollem Elan, hoffentlich dann auch weiterhin ohne Einschränkungen und Anstandsregeln“, sagt Urban und fügt hinzu: „Das Einzige, was dieses Jahr noch stattfindet, ist unsere Generalversammlung Ende Oktober.“

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