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Unverpackt-Laden für das Würmtal: Drei Frauen kämpfen gegen Plastikmüll

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Von: Romy Ebert-Adeikis

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Yasmin Magnus (v.li.), Marina Domingues und Delphine Teske aus Gräfelfing und Planegg wollen einen Unverpackt-Laden gründen.
Yasmin Magnus (v.li.), Marina Domingues und Delphine Teske aus Gräfelfing und Planegg wollen einen Unverpackt-Laden gründen. © rea

366 Läden ohne verpackte Produkte gibt es in Deutschland - Tendenz steigend. Jetzt soll auch das Würmtal einen bekommen. Die Pläne und wer dahintersteckt...

Würmtal - 227,5 Kilogramm Verpackungsabfall produziert jeder Deutsche jährlich. Deutschland selbst ist der drittgrößte Plastikmüll-Exporteur der Welt. Es sind Fakten wie diese, die Yasmin Magnus, Marina Domingues und Delphine Teske nachdenklich machen. „Jeder Einkauf ist bei mir emotional. Dass ich immer Müll mitkaufen muss, nervt mich so sehr, dass ich etwas tun will“, erzählt Teske.

Unverpackt-Laden im Würmtal soll Verpackungsmüll verringern

Über den Unverpacktverband ist die Planeggerin schließlich auf die beiden anderen Würmtalerinnen gestoßen, die ähnliche Sorgen haben. „Ich will für meine Kinder alles richtig machen, ein Vorbild sein“, sagt Magnus. „Aber es ist gerade als Alleinerziehende kaum möglich. Vor Ort gibt es fast nichts zu kaufen, was nicht verpackt ist. Und um zu einem Laden mit unverpackten Produkten zu kommen, muss ich immer weit fahren.“

Zu dritt wollen die Frauen aus Planegg und Gräfelfing das nun ändern: Sie planen den ersten Unverpackt-Laden für das Würmtal.

Online-Umfrage: Interesse für Unverpackt-Laden im Würmtal groß

366 solcher Geschäfte gibt es bundesweit bereits, die nächsten gibt es in Gilching, Pasing und Forstenried. Ob im Würmtal tatsächlich Bedarf für einen eigenen Unverpackt-Laden besteht, haben Magnus, Domingues und Teske daher in den vergangenen Wochen mit einer Online-Umfrage abgeklopft.

Das Ergebnis: „Wir hatten 270 Rückmeldungen. Ein Großteil der Leute war noch nie in einem Unverpackt-Laden – aber nur, weil es keinen in der Nähe gibt“, berichtet Teske. Das Interesse sei vor allem in Planegg und Gräfelfing, bei Frauen und in der Altersgruppe von 30 bis 60 Jahren groß.

Im Idealfall soll Unverpackt-Geschäft im März eröffnen

Darum feilen die Frauen jetzt an einem Ladenkonzept: Name und Logo, Finanzierung und Produktpalette. Demnächst soll eine Internetseite online gehen, auf der Interessierte sich über die Entstehung des Geschäfts informieren und dabei helfen können. Aktuell läuft zudem die Suche nach einer geeigneten Ladenfläche.

Zum Beispiel in der Bahnhofstraße in Planegg könnten sich die Initiatorinnen den Unverpackt-Laden vorstellen.
Zum Beispiel in der Bahnhofstraße in Planegg könnten sich die Initiatorinnen den Unverpackt-Laden vorstellen. © Archiv: rea

„Wir wollen gerne in die Bahnhofstraße – in Planegg oder in Gräfelfing“, sagt Domingues. Mindestens 100 Quadratmeter bräuchten sie, um auch ein kleines Café mit unterzubringen, das sich viele bei der Umfrage gewünscht hatten. Zudem seien im Laden Kooperationen mit lokalen Handwerkern und Künstlern oder Workshops zu Umweltthemen denkbar.

„Die Standortsuche wird eine Herausforderung“, sagt Teske. Viele Räumlichkeiten – wie die alte Gräfelfinger Post – seien zu teuer. Gleichzeitig brauche man eine gute Sichtbarkeit, um Laufkundschaft anzuziehen. Die drei Frauen sind aber optimistisch. „Im Idealfall wollen wir im März schon eröffnen.“

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