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Mehrfach die Woche fällt Linie von Unterbrunn nach Gauting aus – was MVV und Landkreis tun wollen

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Von: Romy Ebert-Adeikis

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Sind genervt von den ständigen Ausfällen und Busverspätungen: Kinder und Eltern aus den kleineren Ortsteilen von Gauting – hier an der Bushaltestelle in Oberbrunn.
Sind genervt von den ständigen Ausfällen und Busverspätungen: Kinder und Eltern aus den kleineren Ortsteilen von Gauting – hier an der Bushaltestelle in Oberbrunn. © Romy Ebert-Adeikis

Viele Gautinger Schüler sind morgens am Schultag an den Haltestellen gestrandet, denn der Bus fällt häufiger aus, als er fährt. Nun ergreift der MVV die Initiative:

GAUTING Schwarze Buchstaben auf knallgelbem Grund: „Elterntaxi“ prangt an der Sonnenblende von Moritz Holzmanns Auto. Was als Spaß anmutet, ist für den Familienvater aus dem Gautinger Ortsteil Königswiesen seit Mitte Dezember bitterer Ernst: Mehrfach die Woche sind er und seine Frau mit dem Auto unterwegs, weil ihre Kinder an einer Bushaltestelle gestrandet sind.

*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

„Vor allem die Busse morgens sind problematisch. Entweder sie kommen viel zu früh oder gar nicht“, sagt Swantje Holzmann. In der MVV-App werden zwar Verspätungen, aber keine Ausfälle angezeigt. Und so müssen die Schüler in ihren Wohnorten oder an den Schulen warten. Davon betroffen: mindestens 40 Kinder aus Unterbrunn, Oberbrunn, Hausen und Königswiesen.

Bus-Chaos in Gauting: Linie 966 seit Langem problematisch

Schon seit Jahren gebe es Probleme mit der Linie 966, welche die außerhalb liegenden Ortsteile mit Gauting verbindet. „Aber seit der Pandemie wird es immer schlimmer“, hat Stephanie Ledvina aus Oberbrunn beobachtet. „Richtig extrem“ sei es seit dem jüngsten Fahrplanwechsel Mitte Dezember: Bis zu drei Mal pro Woche falle der Schulbus ihrer Kinder zur Zeit aus.

Mit anderen Eltern – wie den Holzmanns – werden inzwischen per Whatsapp Mitfahrgelegenheiten organisiert. „Mal ein Bus, das ist kein Problem. Aber drei Mal die Woche – das geht nicht“, ärgert sich Ledvina. Zumal verspäteten Schülern, etwa am Gautinger Otto-von-Taube-Gymnasium, inzwischen mit Verweisen gedroht werde.

Schulen, Gemeinde, Landkreis und MVV haben die Eltern ihr Leid bereits geklagt. Mit wenig Erfolg. „Es fühlt sich keiner so richtig zuständig“, sagt Swantje Holzmann. Tatsächlich verweist das Landratsamt auch gegenüber Hallo auf den MVV, der wiederum auf das für die Linie 966 zuständige Busunternehmen Demmelmair aus Friedberg.

Zahlreiche Fahrer fallen wegen Corona aus

Dort seufzt Inhaber Gerhard Bestele, wenn man ihn auf die Ausfälle anspricht. „Ich habe keine Fahrer! Die Corona-Welle bringt uns in massive Probleme.“ 21 von seinen 150 Fahrern seien aktuell krank oder in Quarantäne. „Allein heute kamen wieder drei Anrufe wegen eines positiven Schnelltests“, sagt Bestele. Denn ungeimpfte Busfahrer müssen täglich vor Schichtbeginn getestet werden.

Im Landkreis Starnberg beschäftigt die Firma Demmelmair 40 Fahrer für 25 Busse. „Die sind täglich im Einsatz“, sagt der Inhaber, dessen Firma die Route seit zehn Jahren bedient. „Bei einem normalen Krankenstand reicht das Personal auch aus. Aber nicht so.“

Zumal es nur wenige Ersatzfahrer gibt und selbst im Ausland der Bewerbermarkt leergefegt sei. Die „Reservisten“ kämen zudem oft nicht aus der Gautinger Gegend. Was wiederum eine andere Sorge der Eltern erklären könnte. „Viele Busfahrer kennen die Strecke nicht, fahren an Haltestellen vorbei oder lassen die Kinder irgendwo aussteigen“, sagt Swantje Holzmann.

Immerhin: „Zur Stabilisierung des Verkehrs – und allen voran des Schüler- und Berufsverkehrs – wurden im Landkreis Starnberg vier Linien in den Abendstunden und samstags, morgens und ab dem späten Nachmittag, ausgedünnt“, teilt eine MVV-Sprecherin auf Anfrage mit.

„Dadurch gehen wir aktuell davon aus, dass der Schülerverkehr nun sichergestellt ist.“ Der MVV beobachte die Lage aber und werde entsprechend reagieren. Die betroffenen Familien können nur hoffen, dass ihre „Elterntaxis“ demnächst wieder öfter stillstehen.

Bus: Wer ist zuständig?

Die Beförderung von Schülern ist aufgeteilt: Für Grund- und Mittelschulen ist die Kommune zuständig, bei weiterführenden Schulen der Landkreis. Welche Firma eine Linie bedient, entscheidet der Landkreis. Der erteilt dafür für acht Jahre den Zuschlag.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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