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Drei vergiftete Hunde in Neuried – Tierärztin warnt: Ausgelegtes Fleisch schadet Haus- und auch Wildtieren

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Von: Romy Ebert-Adeikis

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Immer wieder findet Tierärztin Stefanie Ruhl bei Spaziergängen rohe Fleischreste – etwa an der Keltenschanze in Buchendorf. Die sind für Hunde wie Wildtiere schädlich.
Immer wieder findet Tierärztin Stefanie Ruhl bei Spaziergängen rohe Fleischreste – etwa an der Keltenschanze in Buchendorf. Die sind für Hunde wie Wildtiere schädlich. © privat

Immer öfter werden Tiere durch Giftköder und durch ausgelegtes Fleisch vergiftet und sterben möglicherweise auch daran. Eine Tierärztin warnt nun vor den Folgen für Wildtiere.

NEURIED/GAUTING Für einen Patienten von Stefanie Ruhl hat es keine Rettung gegeben. Nach einem Spaziergang am Neurieder Trimm-Dich-Pfad im Forstenrieder Park verstarb der Hund in ihrer Tierarztpraxis in Krailling. „Er wurde eindeutig vergiftet. Wir haben ihm den Magen ausgepumpt, aber die Giftmenge war zu groß“, berichtet die Gautingerin von dem Fall Ende Mai.

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Es ist nicht der jüngste dieser Art im Würmtal: Nach Hallo-Recherchen haben allein in Neuried zwei weitere Hunde Gift gefressen. In sozialen Medien und Internetforen wurde zuletzt auch vor mutmaßlichen Ködern im Paul-Diehl-Park, am Maxhof, in der Neurieder Balthasar-Graf-Straße und im Fürstenrieder Wald gewarnt.

„Es wird schlimmer mit Hunde-Hassern, vor allem seit Corona“, glaubt Ruhl. „Da haben sich viele Leute Hunde angeschafft, um die sie sich nicht richtig kümmern. Und die sorgen dann bei anderen für Ärger.“ Bei den Polizeistellen im Würmtal kann man diese Einschätzung nicht bestätigen. Allerdings seien die Ermittlungen in solchen Fällen auch äußerst schwierig:

Tierärztin Stefanie Ruhl
Tierärztin Stefanie Ruhl © privat

Gefahr für Tiere durch Köder: Auch ausgelegtes Fleisch kann zur Gefahr werden

„Man kann im Nachhinein schlecht beurteilen, ob ein Hund wirklich Gift gefressen oder nur etwas nicht vertragen hat – außer man hat den Köder vorliegen“, sagt Planeggs Polizeichef Thomas Sorgalla. In der Gautinger Inspektion gab es in den vergangenen drei Jahren „nur vier Vorfälle mit vermeintlichen Hunde-Giftködern“, teilt Leiter Andreas Ruch mit. Nur in zwei Fällen habe sich der Verdacht bestätigt. In den anderen seien die Fleischreste ungefährlich gewesen.

Aber nicht nur von Gift geht Gefahr aus, weiß Tierärztin Ruhl: „In rohem Fleisch können Salmonellen oder Campylobacter-Bakterien sein, die bei vielen Tieren zu schlimmem Durchfall und Erbrechen führen.“ Rohes Fleisch findet die Gautingerin bei Spaziergängen an der Buchendorfer Keltenschanze schon seit Jahren – mehrfach die Woche.

„Früher lag es mitten auf dem Weg, mittlerweile versteckt im Gras.“ Erst vor kurzem sei einer ihrer Hunde krank geworden, nachdem er ein Stück gefressen hatte. „Das Problem ist: Ein Hund kann behandelt werden. Aber auch Wildtiere wie Fuchs oder Dachs sind gefährdet.“

Fleisch, wie hier Hühnerfleisch in einer Wiese, kann für Haus- und Wildtiere zu einer ernsten Gefahr werden.
Fleisch, wie hier Hühnerfleisch in einer Wiese, kann für Haus- und Wildtiere zu einer ernsten Gefahr werden. © privat

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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