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Würmtal-Stiftungen starten gemeinsamen Spendenaufruf, um sich für Hilfsanfragen 2023 zu wappnen

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Von: Romy Ebert-Adeikis

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Stiftungen im Würmtal starten Spendenaufrufe, um sich für die erwartete Anfragenflut im kommenden Jahr zu wappnen. Besonders die steigenden Strompreise bereiten den Stiftungen Sorgen.
Stiftungen im Würmtal starten Spendenaufrufe, um sich für die erwartete Anfragenflut im kommenden Jahr zu wappnen. Besonders die steigenden Strompreise bereiten den Stiftungen Sorgen. (Symbolbild) © dpa/Hauke-Christian Dittrich

Stiftungen im Würmtal starten Spendenaufrufe, um sich auf eine hohe Antragsflut gefasst zu machen. Besonders sorgen sich die Stiftungen um die Strompreise.

Würmtal - Mit einem gemeinsamen Spendenaufruf warnen die Würmtal-Insel und sechs wohltätige Vereine beziehungsweise Stiftungen vor einer „rasant ansteigenden Zahl an Anfragen“ für finanzielle Hilfen im Zuge der stark gestiegenen Preise für Strom und Heizung.

Weil Fallzahlen oft nur jährlich ausgewertet werden, schlage sich die Zunahme zwar bisher noch nicht so stark nieder, erklärt Friederike Hopfmüller von der Würmtal-Insel. Die Sorgen für 2023 seien aber groß – zumal noch nicht klar ist, wie sich die Spendenbereitschaft in der angespannten Situation entwickelt.

„Jetzt fängt es langsam an, dass wir Anfragen wegen der Übernahme von Energiekosten bekommen. Bei vielen stehen Nachzahlungen ja erst Anfang des Jahres an“, sagt Dilber Altin von der Gemeindestiftung Gräfelfing, die sich an dem Aufruf ebenfalls beteiligt hat. Heuer hat die Stiftung bisher 22 Bürgern finanziell unter die Arme gegriffen – sechs mehr als noch im Vorjahr. „Aber 2023 rechne ich nochmal mit deutlich mehr“, sagt Altin.

Spendensammlung im Würmtal: Auch Privatpersonen betroffen

Diese Vermutung hat auch Andreas Porsch von der Stark-Stiftung in Neuried. Bisher hätte diese vor allem Vereine und soziale Einrichtungen unterstützt – und nur vereinzelt Personen. Dafür seien die Mieteinnahmen aus einer stiftungseigenen Immobilie ausreichend gewesen. Man habe sich nun an dem Aufruf beteiligt, um zusätzlich „Spenden für die zukünftigen Herausforderungen zu generieren“ und bei Bedürftigen bekannter zu werden.

„Grundsätzlich ist die Idee des Spendenaufrufs eine ,Vorsorge‘, weil alle davon ausgehen, dass wir in den nächsten Monaten deutlich mehr Probleme zu lösen haben“, sagt Karina Kalkühler vom Förderverein Martinsrieder Christkindlmarkt. Dieser habe im Schnitt pro Jahr Kontakt zu 500 Menschen aus dem Würmtal, die Hilfe bei Mietrückständen, medizinischen Zuzahlungen oder anderen Notlagen suchen. Laut Kalkühler nähmen schon jetzt die Anfragen wegen Energiekosten zu. „Auch die gestiegenen Lebenshaltungskosten machen sich bei den Menschen, die wir betreuen, natürlich bemerkbar.“

Spendensammlung im Würmtal: Auch Organisation der Anfragen schwierig

Doch Sorgen macht den Vereinen und Stiftungen nicht nur, wie sie die mutmaßlich steigende Zahl der Anfragen finanziell bedienen sollen. Auch der damit verbundene organisatorische Aufwand, muss gestemmt werden. „Wir wollen kein Loch ohne Boden stopfen. Natürlich werden die Anträge geprüft“, erklärt Porsch von der Stark-Stiftung Neuried.

Zudem müsse zumindest seine Organisation noch Erfahrung damit sammeln, wie die Gelder sinnvoll eingeteilt werden können. „Es soll kein Rattenrennen werden, bei dem nur der etwas bekommt, der zuerst anfragt.“ Auch dafür sei der gemeinsame Spendenaufruf sinnvoll, findet Porsch. „So können wir uns zu solchen Themen untereinander austauschen.

Mehr Informationen zu den beteiligten Stiftungen

Sich an dem Spendenaufruf für 2023 beteiligt haben sich: der Förderverein Martinsrieder Christkindlmarkt (www.martinsrieder-christkindlmarkt.de), die Gemeindestiftung Gräfelfing (www.stiftung-graefelfing.de), die Stark-Stiftung Neuried (www.stark-stiftung-neuried.de), die Bürger- und Rotkreuzstiftung Krailling (www.krailling.de/meldung.php?id=2)und der Verein „Wir in Neuried“ (www.wir-in-neuried.de).

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