Maxi (16) starb auf den Gleisen

Zug überrollt Handballtalent: „Ein Einsatz, der allen nahe geht“

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Maxi F. starb, als er nachts über Gleise lief.

Wäre er bloß im Handballverein geblieben. Dann wäre Maxi F. (16) jetzt mit seinen Freunden im Trainingslager der Taufkirchner B-Jugend. Das Schicksal wollte es anders. Auf dem Heimweg wurde er von der S-Bahn zwischen Neubiberg und Ottobrunn überrollt und getötet.

Neubiberg - Maxi F. (16) hatte sich am Dienstagabend mit Freunden in Taufkirchen das Bayern-Spiel gegen Madrid angeschaut. Danach wollten die Jugendlichen noch ein bisserl weggehen. Maxi besuchte eine Party im ein paar Kilometer entfernt liegenden Neubiberg. 

Gegen 2 Uhr, mittlerweile Mittwochnacht, wollte sich der Realschüler auf den Heimweg machen – und wählte dafür die schlimmste Variante: Das S-Bahngleis zwischen Neubiberg und Ottobrunn. Maxi marschierte stadtauswärts, auf den Schienen – obwohl direkt nebenan ein Fuß- und Radlweg verläuft. Dass zur gleichen Zeit von hinten die S7 Richtung Kreuzstraße heranrauschte, muss der Bub im dichten Schneegestöber überhört haben. Der Zugführer (30) legte eine Notbremsung hin. Doch den Zusammenstoß nahe des Bahnübergangs zur Putzbrunner Straße konnte er nicht mehr verhindern. Maxi war sofort tot.

„Ein Einsatz, der uns allen sehr nahe geht“

Der Realschüler ist bereits das dritte Todesopfer auf dieser Strecke in nur eineinhalb Jahren. „Die Züge sind so schnell, bevor man sie hört, ist es schon zu spät“, sagt Matthias Schäfer, der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Neubiberg. Er war in der Nacht zusammen mit 25 Kollegen und der Polizei vor Ort, retten konnten sie den Buben nicht mehr. Schäfer: „Es war ein Einsatz, der uns allen sehr nahe geht.“

Große Bestürzung herrscht auch in Maxis Heimatort Taufkirchen. Mit nur vier Jahren war er als kleiner Zwerg in den dortigen Handballverein, dem SV-DJK-Taufkirchen, beigetreten. „Maxi war ein hervorragender Spieler, ein großes Handballtalent“, sagt Abteilungsleiter Markus Geray, „das viel zu früh aus dem Leben gerissen wurde.“ Und er erklärt: „Die Handballfamilie trauert. Wir trauern mit seiner Familie und wollen ihm ein ehrendes Andenken bewahren.“ Maxi sei immer gut aufgelegt gewesen, fröhlich durchs Leben gegangen. Papa Ralf, als Jugendleiter ebenfalls im Verein, konnte stolz sein auf sein einziges Kind.

Sport-Ass Maxi spielte nämlich nicht nur leidenschaftlich Handball, sondern auch Tennis. Mit seinem Vater trat er vergangenes Jahr bei den Vereinsmeisterschaften des TTC Hachinger Tal an – das Papa-Sohn-Duo wurde Dritter.

Maxi war ein angesehenes Mitglied des Tennisvereins, genauso wie eben auch in seinem Handballverein. Dass sich gerade jetzt seine Taufkirchner Spezl mit den bislang rivalisierenden Unterhachingern zu einem großen Handballclub vereinen, sei für Talent Maxi eine riesen Chance gewesen, ist sich Markus Geray sicher. Doch vor drei Wochen trat der Bub überraschend aus. Und begleitete deswegen auch nicht seine gut 20 Freunde aus der B-Jugend, die nun geschockt in Ottobeuren die Todesnachricht verarbeiten müssen und am Freitag nach Taufkirchen zurückkehren.

Auch Thomas starb hier

Die Tragödie um Maxi erinnert die Bewohner in dieser Gegend an einen ähnlichen Fall im September 2015. Damals lief der Gymnasiast Thomas R. (17) aus Höhenkirchen nach einem Wiesn-Besuch die Bahnstrecke bei Neubiberg entlang, als ihn eine S-Bahn erfasste. Für den Abiturienten, der auf dem Weg zu seiner Freundin war, kam leider jede Hilfe zu spät.

M. Williams, D. Plange

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