Vater sucht sie an der Grenze zu Syrien

Noch immer keine Spur von Elif

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Radikale Wandlung binnen eines Jahres: Aus dem modebewussten Teenager Elif wurde eine junge Frau in Schleier, die offenbar bereit ist, für ihre Ideale zu sterben.

Neuried - Die 17-jährige Elif Ö. ist weiterhin spurlos verschwunden. Offenbar hat sie sich nach Syrien abgesetzt und dem IS angeschlossen. Wie konnte es nur so weit kommen?

Das Grenzgebiet zwischen Türkei und Syrien ist ein Ort voller Ängste und voller Verzweiflung, doch es ist auch ein Ort der letzten Hoffnung für Leute wie Atila Ö.: Der Mann aus Neuried befindet sich seit Tagen hier auf der Suche nach seiner Tocher Elif. Die 17-Jährige hat sich aller Voraussicht nach dem IS angeschlossen und befindet sich bereits als Dschihadistin in Syrien (tz berichtete). Atila, dem die Erschöpfung anzusehen ist, hält seine Tochter aber noch nicht für verloren: „Die Polizei sucht nach ihr, wir suchen nach ihr. Vielleicht erreichen sie unsere Sorgen dort drüben – in Syrien.“

Wie konnte es nur soweit kommen? Wie konnte sich binnen eines Jahres ein Mädchen, das die Haare blond färbte und sich ein Zungenpiercing stehen ließ, nur in eine radikale Islamisten verwandeln? Vater Atila gibt gegenüber der Zeitung Hürriyet dem Internet und den sozialen Netzwerken die Schuld, in dem radikale Zirkel „ihre Fallen aufgestellt haben“.

War Elif zum Beten in der Darul-Ouran-Moschee?

Laut dem BR könnte es aber auch andere Einflüsse gegeben haben – und die sind nicht virtuell: Elif sei gelegentlich in der Darul-Quran-Moschee in der Ruppertstraße zum Beten gewesen. Das behaupten jedenfalls Jugendliche aus ihrem Bekanntenkreis. Diese Moschee wird im Bayerischen Verfassungsschutzbericht ausdrücklich erwähnt. Sie gilt neben der Al-Salam-Moschee in Mittersendling als Zentrum der Münchner Salafisten-Szene.

Atila Ö. dürfte von den Besuche nichts gewusst haben. Die Familie ist zwar fest verwurzelt in den Traditionen und Gebräuchen des Islam, gleichzeitig pflegt sie aber einen westlichen Lebensstil. Umso mehr bricht wegen der Dschihad-Tochter für den Vater die Welt zusammen. „Doch ich werde auch wieder heimkehren, ich habe schließlich noch zwei weitere Kinder.“

Auf einen Zeitpunkt will er sich dabei nicht festlegen. Momentan werde gesucht. Vielleicht bekommt sein Mädchen auch den Appell von ihm irgendwie mit: „Meine Tochter Elif, bitte komm’ zurück, egal was war.“

MC

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