Was ist da denn bitte los?

Hauptstraße plötzlich vollgesperrt - Dorf-Bewohner sauer, sogar Bürgermeister überrascht

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Die Staatsstraße 2045 von Wang nach Bruckberg ist seit Dienstag komplett gesperrt, weil die Standsicherheit der Böschung nicht mehr gewährleistet werden kann. Die Sperrung ist rot gekennzeichnet, die blaue Markierung zeigt die Umleitung.

In Volkmannsdorf wurde quasi über Nacht eine Vollsperrung der Hauptstraße verhängt. Die Gemeinde Wang wurde davon überrascht - und ist not amused.

Die Staatsstraße 2045 in Volkmannsdorf (Gemeinde Wang) muss ab sofort für den Verkehr gesperrt werden. Die Untere Hauptstraße ist seit dem 19. Dezember im Bereich östlich der Kirche nicht passierbar, teilte das Staatliche Bauamt Freising jetzt mit. Grund ist, dass die Standsicherheit der Böschung möglicherweise nicht mehr gegeben ist, heißt es dazu von der zuständigen Behörde.

Die Maßnahme trifft die Bewohner und die Verantwortlichen der Gemeinde völlig unvorbereitet. „Ich wurde am Montagnachmittag per E-Mail informiert, bin aber zum Lesen der Nachricht erst in der Nacht gekommen“, berichtet Wangs Bürgermeister Hans Eichinger. „Als ich mir am nächsten Morgen mit Mitarbeitern unseres Bauamts und Bauhofs die Lage vor Ort ansehen wollte, war das Staatliche Bauamt Freising schon beim Aufstellen der Schilder.“ Laut dem Gemeindechef sei bei den Betroffenen vor Ort der Ärger nun groß: „Die Geschichte kam quasi über Nacht, keiner konnte sich darauf vorbereiten, weder die Anlieger noch wir in der Gemeinde.“

Gutachter schlug bei der Standsicherheit Alarm

Den Grund für die Sperrung erklärt das Straßenbauamt wie folgt: „Am südlichen Fahrbahnrand entlang der Böschungskante wurde vor einigen Jahren ein Gehweg angebaut. Nach dem Anbau des Gehwegs kam es in den Folgejahren im Bereich östlich der Kirche zu Setzungen und Schäden an der Straße und dem Gehweg sowie zu einem Schiefstellen der Schutzplanken.“ Als Folgemaßnahme seien Fahrbahnschwellen eingebaut worden, um das Befahren der Randbereiche und des Gehwegs zu verhindern - und damit die Belastung der Böschungsschulter zu reduzieren.

Die betroffene Stelle.

Um mögliche Maßnahmen zur Böschungssicherung zu erarbeiten, sei ein Gutachterbüro mit weiterführenden geotechnischen Untersuchungen beauftragt worden. „Dabei wurde festgestellt, dass die Standsicherheit des Böschungskörpers und damit der Fahrbahn und des Gehwegs infolge der Verkehrslasten nicht mehr gewährleistet werden kann.“

Die Dauer der Sperrung? - „Bis auf Weiteres.“

Also wurde eine Sofortmaßnahme getroffen: „Aus Gründen der Verkehrssicherheit muss daher die St 2045 in diesem Bereich für den gesamten Verkehr gesperrt werden, bis weitere Erkenntnisse vorliegen und alternative Maßnahmen geprüft sind.“ Gemeinsam mit dem beauftragten Gutachter würden „umgehend ergänzende Untersuchungen durchgeführt und das weitere Vorgehen festgelegt“. Ein Ende der Sperrung ist derzeit also nicht in Sicht.

So verläuft die Umleitungsstrecke

Für die Fahrt von Bruckberg bis nach Wang und umgekehrt wurden Umleitungsstrecken eingerichtet. Der Verkehr von Bruckberg kommend wird über die Kreisstraße FS17 Richtung Moosburg und von dort aus über die St2350 auf die Kreisstraße FS15 (Westtangente Moosburg) und weiter auf die St2085 sowie die St2045 nach Wang umgeleitet. Die Umleitung in der Gegenrichtung erfolgt analog.

Direkte Anwohner ganz besonders betroffen

Die Anlieger, die im gesperrten Bereich wohnen, trifft es laut Hans Eichinger besonders hart: „Wenn sie sich an das Gesetz halten, müssen sie ihr Auto nun außerhalb der Sperrung parken und dürfen nicht mehr zu ihrem Grundstück fahren.“ Eichinger hat sich inzwischen das Gutachten schicken lassen und will nun mit den beteiligten Behörden versuchen, eine schnelle Lösung zu finden. 

Die alleinige Verantwortung für die mangelhafte Standfestigkeit der Böschung sieht der Bürgermeister allerdings nicht bei seiner Kommune, wie er sagt: „Das Staatliche Bauamt ist von vornherein an allen Baumaßnahmen im betroffenen Bereich beteiligt gewesen.“

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