Mit Schusswaffe bedroht

Hausfrau in eigener Wohnung überfallen

Neufahrn - Schock nach Mitternacht: In Neufahrn wurde in der Nacht auf Montag eine 64-Jährige von einem Bewaffneten überfallen. In Todesangst händigte sie ihm ihren gesamten Schmuck aus.

Die Wohnung, in der die Neufahrner Hausfrau (64) alleine lebt, liegt an der Poccistraße, am südlichen Ende von Neufahrn. Dahinter breitet sich freies Feld aus, die nächste Ortschaft, Dietersheim, liegt einige Kilometer entfernt. Diese ansonsten ruhige Neufahrner Wohngegend wurde zum Schauplatz eines brutalen Überfalls.

Die Betroffene wollte in der Nacht auf Montag Wäsche auf der Terrasse ihrer Wohnung aufhängen, als gegen 0.20 Uhr aus dem Dunkel ein Unbekannter mit vorgehaltener Waffe auf sie zusprang und lautstark Geld forderte. In Todesangst beteuerte sie dem Täter gegenüber, kein Bargeld in der Wohnung zu haben, bot ihm aber Schmuck an, den sie in einer Schatulle aufbewahrte. In der Wohnung übergab die Frau ihre kostbaren Stücke dem Unbekannten, der danach flüchtete. Vorher hatte er das Telefonkabel aus der Wand gerissen. So konnte die Frau erst geraume Zeit später über ein Telefon in der Nachbarschaft einen Notruf absetzen.

„Kurz vor 1 Uhr rollte die Großfahndung an“, schildert Polizeioberkommissar Thomas Ritzer, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord in Ingolstadt: „Wir hatten zehn Streifenbesatzungen, zwei Hundeführer sowie einen Polizeihubschrauber im Einsatz.“ Letzterer kreiste am frühen Morgen in Endlosschleifen über dem Süden des Neufahrner Gemeindegebiets. So bekamen auch die aus dem Schlaf aufgeschreckten Anwohner den Polizeieinsatz hautnah mit. Unterstützung gab es zudem von Beamten des Polizeipräsidiums München. Denn man hatte einkalkuliert, dass der Täter in Richtung Garching geflohen war. Dieser Bereich gehört zum Beritt der Münchner Polizei. „Bis gegen 3 Uhr lief der massive Einsatz“, erläuterte Thomas Ritzer: „Danach wurde den Montag über mit intensivem Streifeneinsatz im betroffenen Gebiet gearbeitet“, erläutert der Pressesprecher.

Die 64-Jährige wird seit gestern von der Kriminalpolizei Erding befragt. Mit den Details zur Tat aber wolle die Polizei sparsam umgehen, betont Ritzer: „Wir gefährden sonst den Erfolg der Ermittlungen“. Zu einem diffizilen Bereich gehört vor allem die Schmuckübergabe in der Wohnung, „deren Einzelheiten nur die Frau und der Täter wissen können.“ Deswegen gibt es von offizieller Seite keine Angaben zu Art und Wert des Schmucks, noch wollte die Polizei verraten, in welchem Teil der Wohnung die Übergabe erfolgte.

Die Täterbeschreibung

Der Unbekannte (zwischen 35 und 40 Jahre alt) ist etwa 1,80 Meter groß. Er trug beim Überfall schwarze Kleidung

Wolfgang Schnetz

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