Jetzt gab‘s deshalb richtig Ärger

Haushamer baut mit 1,6 Promille schweren Unfall - aber das war noch nicht das Schlimmste

Mit seinem Auto kam ein Haushamer (31) von der Straße ab, der Wagen überschlug sich. Soweit so ärgerlich. Allerdings war der Mann ziemlich blau - und nicht nur das.

Irschenberg – Ein Auto kommt von der Fahrbahn ab, überschlägt sich mehrfach, landet auf dem Dach, und die Insassen werden aus dem Wagen geschleudert. Bei Unfällen dieser Art ist oft nur noch der Tod der Beteiligten festzustellen.

Ein 31-jähriger Haushamer und seine Mutter hatten offenbar mehr als nur einen Schutzengel, als den beiden in einer November-Nacht des vergangenen Jahres bei Irschenberg eine solche Tragödie widerfuhr – denn die beiden leben noch und sind heute sogar wohlauf. Folgen hatte der Unfall aber für den 31-Jährigen, der sich nun wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs vor dem Miesbacher Amtsgericht verantworten musste.

Der Grund dafür war, dass er Alkohol konsumiert und sich dennoch ans Steuer seines Fahrzeugs gesetzt hatte. Was das Überleben des Haushamers noch viel erstaunlicher macht, ist, dass er nicht angeschnallt war – im Gegensatz zu seiner Mutter.

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Eine Blutprobe des Mannes ergab einen Wert von 1,63 Promille. Traurig saß er auf der Anklagebank und wusste, was er bei seiner Trunkenheitsfahrt aufs Spiel gesetzt hat: Sein eigenes Leben – und das seiner Mutter. „Ich habe mir glücklicherweise nur das Schlüsselbein gebrochen“, erinnerte sich der 31-Jährige. „Vier Tage war ich im Krankenhaus, aber heute ist wieder alles in Ordnung.“ Was seiner Mutter zustieß, wurde in der Verhandlung nicht deutlich.

Noch schmerzlicher für den Angeklagten sei nach seinen eigenen Angaben allerdings, dass er seiner Arbeit als Monteur im Außendienst derzeit nicht nachgehen könne, da er seinen Führerschein abgeben musste. Auch sein Unfallauto hat er nicht mehr. Totalschaden.

Er selbst setze aber alles daran, seine Fahrerlaubnis schnellstmöglich wiederzuerlangen. Beim Prozess gab er an, in verkehrspsychologischer Behandlung zu sein und zeigte Richter Walter Leitner Abstinenzproben vor.

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Laut dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft solle der Führerschein neun Monate einbehalten werden. Für seine Tat sei eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 15 Euro angemessen. Verteidiger Siegfried Spatzl hatte dem Antrag „nicht viel hinzuzufügen“. Dennoch seien die Tagessatzhöhe auf zehn Euro und das Fahrverbot um einen Monat zu reduzieren.

Leitner aber verhängte genau die Strafe gegen den 31-Jährigen, die die Staatsanwältin gefordert hatte, und sagte: „Das Plädoyer der Staatsanwaltschaft ist ohnehin sehr moderat.“ Alleine schon deshalb, weil der Haushamer klar über der absoluten Fahrunfähigkeitsgrenze von 1,1 Promille war. „Das war wirklich ein schrecklicher Unfall“, konstatierte der Richter. „Es ist echt reines Glück, dass Sie noch leben.“

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Von Philip Hamm

Rubriklistenbild: © Pixabay/Pexels

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