Im hautengen Korsett vor dem Amtsgericht

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Zum Korsett trug der Angeklagte High-Heels.

Gröbenzell - Da blieb so manchem Besucher und Mitarbeiter des Brucker Amtsgerichtes vor Staunen der Mund offen stehen: So einen Angeklagten hatten sie noch nie gesehen.

Den perfekt bodygebildeten Oberkörper in ein hautenges Korsett gezwängt, die Beine in schwarzen Strumpfhosen, aus denen ein glitzernder Stringtanga hervorlugte, an den Füßen zehn Zentimeter hohe High-Heels: So nahm ein 40-jähriger Gröbenzeller am Mittwoch auf der Anklagebank Platz.

Der transsexuelle Mann musste sich wegen Volksverhetzung und Exhibitionismus verantworten. Der 40-Jährige soll im vergangenen Jahr Mitbewohner in seinem Haus mit den Worten „verpisst euch, Scheißausländer“ beleidigt und an die Vernichtung von Juden und Roma in der Zeit des Nationalsozialismus erinnert haben. Zudem soll er der 14-jährigen Tochter der Familie einmal nackt und erregt gegenübergestanden haben.

Der 40-Jährige räumte ein, dass es mit der angeblich beleidigten Familie immer wieder zu Auseinandersetzungen komme, weil die drei Kinder sehr laut seien.

Die Vorwürfe bestritt er aber. Keineswegs habe er der Familie die Vergasung gewünscht, sondern vielmehr bedauert, dass deren Großvater in einem KZ umgekommen sei. Auch sei er der Tochter nicht nackt gegenübergestanden. Ein Urteil konnte nicht gefällt werden. Denn die Zeugin, die Mutter der angeblich beleidigten Familie, war nicht erschienen. Fortsetzung nächste Woche.

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