Murnau sucht neuen Leiter für Tourist-Information

Heikle Personalie schürt die Gerüchteküche: „Schade, wie es gelaufen ist“

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Da war Murnaus Tourismus-Welt noch in Ordnung: Philip Schürlein, Leiter der Tourist-Information, und seine Stellvertreterin Alexandra Sichart heuer im Sommer bei der Präsentation der Musikveranstaltung „Aufgspuit im Murnauer Moos“. 

Die Marktgemeinde Murnau hat in einem wichtigen Ressort ein Personalproblem: Die Suche nach einem neuen Leiter der Tourist-Information erweist sich offenbar als ausgesprochen schwierig. Und zu allem Überfluss hat jetzt dort auch noch die Stellvertreterin gekündigt.

Murnau – Diese Personalie treibt so manch einem Murnauer Ortspolitiker die Sorgenfalten auf die Stirn – und schürt die Gerüchteküche. Der bisherige Leiter der Tourist-Information, Philip Schürlein, verlässt Ende des Jahres die Marktgemeinde. Er kehrt zurück in seine mittelfränkische Heimatstadt Dinkelsbühl. Auf eine erste Stellenausschreibung meldeten sich laut Rathaus-Verwaltung 17 Bewerber. Nach Tagblatt-Recherchen wurden drei zu einem finalen Vorstellungsgespräch im Gemeinderat eingeladen. Zwei davon erschienen zu dem nicht öffentlichen Termin im September.

Doch anscheinend überzeugte keiner der beiden Aspiranten die Mehrheit der Volksvertreter. Jedenfalls beginnt nun die Suche von vorne. „Um sich ein umfassenderes Bild über die Bewerberlage machen zu können und eine größere Auswahl von bestgeeigneten Bewerbern zu haben, hat der Marktgemeinderat beschlossen, nochmals auszuschreiben und einen günstigeren Ausschreibungszeitraum als den August zu wählen“, teilt die stellvertretende Geschäftsleiterin im Rathaus, Kreszentia Oppenrieder, auf Nachfrage mit. Die Bewerbungsfrist endet am 24. Oktober.

Pikant dabei: Unter den beiden besagten Kandidaten der Schlussrunde war Alexandra Sichart, Schürleins rechte Hand und Vize-Chefin der Tourist-Information. Sie reichte – offenbar aus Enttäuschung – nach eigenen Angaben die Kündigung ein, nachdem sie erfahren hatte, dass das Prozedere wiederholt wird. Ende Januar ist sie weg. Näher will sie den brisanten Vorgang nicht kommentieren. Nur soviel: „Ich finde es schade, wie es gelaufen ist.“

Für die Gemeinde ist das Ganze höchst unangenehm, weil die Tourist-Information möglicherweise für einige Zeit führungslos sein wird. Dabei spielt das Geschäft mit den Urlaubern im schmucken Markt eine große Rolle. Alle Unterkünfte haben zusammen fast 1200 Gästebetten. 2017 wurden rund 182 000 Übernachtungen gezählt. Die Vermarktung der Region „Das Blaue Land“ mit Murnau als Destination Nummer eins managt zwar im Zuge einer Kooperation die Ammergauer Alpen GmbH. Aber dennoch gibt es unzählige Aufgaben und Initiativen, die die Tourist-Information vor Ort erledigen muss.

In der Branche ist daher die Sorge groß, wichtige Dinge könnten liegen bleiben. Hoteliers und Vermieter planen dem Vernehmen nach bereits ein Krisentreffen. „Das ist ein Desaster“, sagt CSU-Fraktionschefin Regina Samm, die mit dem Hotel Angerbräu ein Traditionshaus betreibt, zur Situation. Es könnte bis Sommer 2019 dauern, bis der Schürlein-Nachfolger seinen Dienst aufnimmt. Dabei müsse die Vermarktung Murnaus weiterlaufen, gerade mit Blick auf das wichtige Passionsjahr 2020. „Die Gäste kommen nicht von alleine.“

Wieso kein Kandidat aus dem ersten Bewerbungsdurchgang zum Zuge kam, darüber kann nur spekuliert werden. Ein Geschäftsmann aus dem Untermarkt behauptet auf seiner Facebook-Seite, der Posten des Tourismus- chefs solle gestrichen und durch den eines City-Managers ersetzt werden – was die Rathaus-Verwaltung dementiert. „Aus der Stellenausschreibung geht eindeutig hervor, dass wir weiterhin eine Leitung für die Tourist-Information suchen“, sagt Oppenrieder.

Nichtsdestotrotz ist Stadtmarketing ein Thema. Immer wieder sind im der Gemeinde Stimmen zu hören, die sich auf diesem Gebiet mehr Aktivitäten wünschen. Einen Beitrag soll laut Stellenbeschreibung der neue Tourismuschef leisten. Aber wieso holt man sich nicht zusätzlich einen City-Manager mit ins Boot? Oppenrieder: „Der Aufbau eines Citymanagements ist vorstellbar, wenn der Gemeinderat dazu einen Beschluss fällt. Ob dafür weiteres Personal eingestellt werden muss, kann derzeit noch nicht abschließend beurteilt werden.“

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