Heilbrunner vor dem Amtsgericht

19-Jähriger rast mit Vollgas in Coupé - das ist seine Strafe

Wenig Freude an seinem neu erworbenen Führerschein hatte ein Auszubildender (19) aus Bad Heilbrunn. Er raste unter Alkohol- und Drogeneinfluss in ein parkendes Auto. Dafür stand er vor Gericht.

Bad Heilbrunn/Wolfratshausen – Die Cannabis-Rückstände in seinem Blut wären allein schon Grund genug gewesen, kein Auto anzurühren. Dass er dann bei einem Freund in Wolfratshausen auch noch ordentlich Alkohol konsumierte, wurde dem jungen Mann am 26. Juli dieses Jahres zum Verhängnis. Mit seinem Kumpel auf dem Beifahrersitz startete der 19-Jährige um 2.15 Uhr zu einer Spritztour, die nach 500 Metern krachend endete. Auf regennasser Fahrbahn schoss der Opel des Angeklagten in der schmalen Weidacher Hauptstraße mit hoher Geschwindigkeit ins Heck eines am Fahrbahnrand abgestellten Audi A 7. Anschließend demolierte er einen gegenüberliegenden Gartenzaun. Sachschaden: mehr als 50 000 Euro. Der Freund des Beschuldigten verletzte sich leicht.

„Ich weiß nicht, warum ich das gemacht habe. Es ist mir klar, dass das ein riesiger Fehler war“, zeigte sich der Angeklagte vor Gericht einsichtig. Es habe für die Fahrt keinen konkreten Anlass und kein Ziel gegeben. Womöglich hatte ihn die „gute Stimmung“ dazu verleitet, noch eine Runde zu drehen. „Die Fahrbahn war nass, dann bin ich aufs Gas getreten“, schildert der junge Mann den Moment, als er die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor. Bei der knapp eine Stunde nach dem Unfall durchgeführten Blutprobe wurden neben 1,3 Promille Alkohol auch 1,2 Nanogramm pro Liter THC im Blut des Heilbrunners festgestellt.

„Ich wusste nicht, dass ich das noch im Blut hatte“, zeigte sich der Angeklagte überrascht, dass das Marihuana, das er am Wochenende zuvor intensiv genossen hatte, zwei Tage später noch nachweisbar war. „Ich dachte, das baut sich ab wie Alkohol.“

Dass dem nicht so ist, weiß er nun. Und was die Konsequenzen sind ebenfalls. „Das Cannabis allein wäre eine Ordnungswidrigkeit, die mit 500 Euro Bußgeld und einem Monat Fahrverbot geahndet wird“, erläuterte Jugendrichter Urs Wäckerlin. Mehr als 0,1 Nanogramm THC erlaubt der Gesetzgeber nicht. Und mit seinem Alkoholwert sei er ebenfalls deutlich über der Grenze zur absoluten Fahruntüchtigkeit, die bei 1,1 Promille liegt. „Da kann keiner mehr sicher fahren“, betonte Wäckerlin.

Der Richter verdonnerte den 19-Jährigen zu 40 Stunden Sozialdienst und der Teilnahme am Fred-Kurs (Frühintervention für erstauffällige Alkohol- und Drogenkonsumenten). Zudem wird dem Heilbrunner für ein Jahr der Konsum von Alkohol und Drogen untersagt und der Führerschein, der ihm noch in der Unfallnacht abgenommen wurde, für weitere 15 Monate gesperrt. Und die Kosten des Verfahrens muss der Auszubildende ebenfalls tragen. rst

Rubriklistenbild: © dpa

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