Der "Herr Dr." und sein kriminelles Leben

Holzland - Sich mit fremden Federn geschmückt hat ein 31-Jähriger aus dem Holzland. Doch seine kriminelle „Karriere“ ist noch steiler.

„Ich möchte die Tat als wirklich blöd bezeichnen“, so Richter Andreas Wassermann abschließend zum Missbrauch von Titeln des 31-jährigen Angeklagten aus dem östlichen Landkreis. Der hatte bereits 2001 ein Konto bei einer Nürnberger Bank eröffnet und sich dabei den „Dr.“ vor den Namen setzten lassen. Benutzt hat er das Konto eigentlich nie und auch in seinem Beruf als selbstständige Börsianer der mit Optionen handelt, schmückte sich der gelernte Einzelhandelskaufmann nicht mit einem akademischen Grad um einen Vorteil zu erlangen. Dafür stellte er, ausreichend für sechs Vorstrafen, andere Dinge an.

Beginnend mit Urkundenfälschung, Betrug in 32 Fällen und schwerem sexuellen Missbrauch bei Kindern. Es fehlt auch nicht an einer einschlägigen Vorstrafe wegen Titelmissbrauch, sowie einer weiteren Verurteilung wegen Fahrens ohne Führerschein in 64 Fällen. Letztere wurde mit einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten geahndet, die gegen Zahlung einer Geldauflage zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Für eben diese Geldauflage, beziehungsweise die erste Rate in Höhe von 200 Euro nutzte der Angeklagte seine Nürnberger Bankverbindung und überwies, via Internet als „Dr.“ den Betrag. „Ich möchte nur sagen“, so erklärte er vor Gericht, „dass ich eine Dummheit begangen habe und dieses nicht mehr vorkommt“.

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Ganz so einfach wird es jedoch nicht werden, denn inzwischen wurde er vom Amtsgericht Bayreuth zu sechs Monaten Freiheitsstrafe, wieder wegen Fahren ohne Führerschein, diesmal aber ohne Bewährung verurteilt, womit auch der Widerruf der Bewährung für die zehn Monate erfolgen könnte. Gegen das Bayreuth-Urteil hat er jedoch Berufung eingelegt und das dortige Landgericht wird das Urteil aus Erding wegen Titelmissbrauch in ein Gesamturteil einfließen lassen.

Hier kam der Börsianer - mit Nettoverdienst  durchschnittlich 2500 Euro monatlich – relativ glimpflich davon, weil kein großer Schaden entstanden ist. Richter Wassermann verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen je 80 Euro. Ob er die zahlen muss bleibt dahingestellt, das Landgericht Bayreuth einer könnte sie in einer Gesamtfreiheitsstrafe zurechnen. gse

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