Prozess gegen Hundehalter

Zamperl bringt Radler zu Fall: Herrchen vor Gericht

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Ein schwarzer Dackel (Archivbild) brachte den Radler im vergangenen Herbst zu Fall.

Wolfratshausen – Wenn ein freilaufender Hund einen Unfall verursacht, muss Herrchen dafür gerade stehen. Diese Erfahrung machte ein 51-jähriger Wolfratshauser, der sich wegen fahrlässiger Körperverletzung vor dem Strafrichter verantworten musste.

Sein kleiner, schwarzer Dackel war einem Radfahrer auf dem Weg zur Arbeit etwas unglücklich in die Quere gekommen. Am 17. Oktober vergangenen Jahres, morgens um kurz vor sieben Uhr, führte der Wolfratshauser am Rande der Pupplinger Au seine zwei Vierbeiner aus. „Da gehe ich schon seit zehn Jahren“, erklärte der Angeklagte. Außer dem freilaufenden Dackel, der hinter ihm getrottet sei, habe er einen kleinen Mischling dabei gehabt, den er an der Leine hielt.

Als das Trio in der Nähe des Gasthofs Aujäger in der Dunkelheit auf den Radweg an der Staatsstraße 2070 zwischen Wolfratshausen und Egling trat, nahm das Unglück seinen Lauf. „Ich sehe den Radler von oben kommen“, sagte der Beschuldigte vor Gericht. „Ich habe noch gerufen: Pass auf, hinter mir ist noch ein Hund.“ Doch da sei es schon zu spät gewesen. „Als ich mich umdrehe, schmiss es ihn schon über den Lenker“, beschrieb der 51-Jährige die Szene.

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Etwa 25 Stundenkilometer schnell sei er wohl gewesen, als er auf dem abschüssigen Radweg von Egling kommend zur Arbeit radelte, bestätigte der 52 Jahre alte Sauerlacher. „Ich habe den Mann stehen sehen und auch den Hund, den er an der Leine hatte. Doch dann tauchte plötzlich aus der Dunkelheit ein zweiter Hund auf. Ich will ihm noch ausweichen, aber...“

Beim Sturz zog der Industriemeister sich eine Knochenabsplitterung zu. „Aber es ist alles gut verheilt“, sagte der Geschädigte, der deutlich machte, dass er kein Interesse an einer Strafverfolgung des Hundehalters hatte. Dessen Verteidiger regte daraufhin an, das Verfahren gegen seinen Mandanten, der sich bisher nie etwas hatte zu Schulden kommen lassen, gegen „einen Geldbetrag für einen guten Zweck“ einzustellen.

Dem wollte sich Richter Helmut Berger nicht verschließen. Als Auflage muss der Wolfratshauser 500 Euro an die Kreisverkehrswacht Bad Tölz zahlen. Der Dackel kam übrigens mit dem Schrecken davon.

Von Rudi Stallein

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