Kreative Scherze in Herrsching

Freinacht-Streich schlägt hohe Wellen: Bürgermeister wird schon beim Bäcker darauf angesprochen

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Der Pflanzkübel vor dem Edeka-Markt an der Seestraße wurde in der Freinacht liebevoll in Alufolie verpackt.

Diese Freinacht-Scherze hatten es in sich. Allerdings waren die Verkleidungen, Plakate und Denkmäler in Herrsching am 1. Mai ebenso schnell wieder verschwunden, wie sie in der Nacht zuvor angebracht waren.

Herrsching Als er am Dienstag Semmeln holen ging, sei Herrschings Bürgermeister Christian Schiller schon beim Bäcker darauf angesprochen worden: Die jüngste Freinacht trug seinen Namen. Dabei habe er schon vorher davon erfahren, weil ihm ein Bild zugespielt worden war, sagt er. Auch der Starnberger Merkur hatte gestern elektronische Post mit Bildern. Nur leider war vom Streich am Dienstagvormittag dann nichts mehr zu sehen.

Gerne werden in der Freinacht Autos oder Gegenstände in Klopapier gewickelt, nicht selten kommt Rasierschaum zum Einsatz – immer häufiger kommt es zu Sachbeschädigungen. Mehr ärgerlich als lustig waren die Streiche der vergangenen Jahre. Umso größer die Freude, dass einmal ein echter Streich gelingt, über den alle lachen können, selbst der Bürgermeister, wie er sagt. Ist es doch sein Name, der sich für Wortspielereien trefflich eignet. „Herrsching schillert“ stand auf einem mit Aluminiumfolie verzierten Baumtrog beim Edeka-Markt. Auf einem anderen war ein Plakat befestigt, das zur Spende an die Gemeinde aufruft. Und unterhalb des Martinkircherls wurde Schiller ein „Denk mal“ gesetzt.

Seit die Kübel auf der See- und Summerstraße aufgestellt wurden, hagelt es Kritik, kaum Lob. Nach einem damals einstimmigen Gemeinderatsbeschluss waren die Kübel angeschafft und das Parken neu geordnet worden – zum Ärger zum Beispiel von Gerd Knülle. Der ehemalige CSU-Ortsvorsitzende werde fast täglich darauf angesprochen, ärgere sich selbst und fordert nun in einem offenen Brief die aktuelle Ortsvorsitzende auf, Stellung zu nehmen, weil er „nicht Blitzableiter für das Schweigen der CSU in Herrsching“ sein möchte.

Das Plakat mit dem Spendenaufruf hätte ebenso gut aus der Druckwerkstatt des ehemaligen Werbefachmanns Knülle (80) stammen können, wenn eine Freinacht nicht doch eigentlich Jugendlichen vorbehalten wäre. Und doch... Herrschinger sind auf dem Plakat aufgerufen, weitere Kübel zu spenden, um das „Ortsbild noch vor Pfingsten im ganzen Ort zu vollenden“. Gern gesehen würden auch Gummibaumspenden, die bei Unfällen Verletzungen vermeiden. In der E-Mail des natürlich unbekannten Freinachtteams heißt es: „Chapeau Christian“, dieses Meisterwerk gelte es, angemessen zu würdigen, darum sei Herrsching zum Schillern gebracht worden.

Eine lustige Idee, über die sicher noch viele mehr gelacht hätten, wenn nicht am selben Morgen Baum-Schmuck samt Plakate und Schilder verschwunden gewesen wären. Der Bürgermeister schwört: „Ich hab’s nicht gemacht.“ Bei den vielen Fotos, die gestern in Herrsching von Smartphone zu Smartphone geschickt wurden, ist eines dabei, auf dem deutlich zu sehen ist, dass wenn nicht dem Bürgermeister, dann den Bauhofmitarbeitern nicht nach Scherzen zumute war.

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