Mann liegt bewusstlos im Auto

Herzinfarkt am Steuer - und keiner hält an

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Die Sanitäter lösen Nico Bebsch ab. Rund 15 Minuten hat der 32-Jährige den Mann bis zum Eintreffen der Rettungskräfte reanimiert.

Althegnenberg - Ein Augsburger hat am Steuer einen Herzinfarkt erlitten. Seine Frau läuft an die Straße und versucht, Autos zu stoppen. Aber niemand hält an.

Mitten im Feld an der B 2 zwischen Althegnenberg und Steinach steht eine ältere Frau und winkt. Es ist Mittwochabend. Neben ihr liegt ein roter Wagen im Feld. Verzweifelt versucht sie die vorbeifahrenden Autos zu stoppen. Doch vergebens: Keiner hält an. Alle fahren weiter.

Dabei braucht die Augsburgerin (81) dringend Hilfe. Ihr Mann liegt bewusstlos im Auto. Während der Fahrt hat der 86-Jährige einen Herzinfarkt erlitten und die Kontrolle über den Wagen verloren. Das Auto ist von der Straße abgekommen. Erst im Feld blieb es schließlich stehen.

Auch Nico Bebsch sieht die winkende Frau. Der 32-Jährige, der beim Mammendorfer Abschleppdienst Schweitzer arbeitet, ist gegen 20 Uhr auf dem Weg zu einem Unfall in Merching (Kreis Friedberg). Doch er zögert keine Sekunde. Sofort hält er an. Der 32-Jährige weiß, was zu tun ist. Seit fünf Jahren ist er bei den Helfern vor Ort des Bayerischen Roten Kreuzes in Althegnenberg.

„Ich hab versucht, den Mann zu reanimieren“, erzählt der 32-Jährige. Obwohl er das seit längerem nicht mehr gemacht hat, sitzt jeder Handgriff. „Das kommt dann schon wieder.“ Mehrmals macht Bebsch eine Herzdruckmassage und beatmet den Mann. Dieser liegt immer noch hinterm Steuer. Denn der 32-Jährige bekommt den Augsburger allein nicht aus dem Fahrzeug. Deshalb schickt er nochmals die Ehefrau los. „Ich hab ihr gesagt, sie soll sich direkt auf die Straße stellen, damit jemand anhält.“

Und Nico Bebsch’ Plan geht auf: Ein Mann stoppt. Er hilft ihm, den Augsburger aus dem Fahrzeug zu ziehen. Jetzt reanimiert Bebsch den Mann draußen weiter. Rund 15 Minuten kämpft der 32-Jährige um das Leben des Augsburgers. Dann wird er abgelöst. Der Rettungsdienst ist da. Mit dem Hubschrauber wird der Mann ins Krankenhaus geflogen. Dort können die Ärzte nur noch den Tod des 86-Jährigen feststellen. (ed)

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