Spenden möglich

Nach grauenvoller Tat in Hochbrück: Angezündetes Katzenbaby „Holly“ über dem Berg

+
Gerettetes Kätzchen wird in Tierklinik aufgepäppelt.

Nach dem Feuer in einem Holzstapel im Norden von München wurde das verletzte Katzenbaby in der Klinik aufgepäppelt. „Holly“ wurde nun vermittelt und ist über dem Berg. 

Update von Donnerstag, 9. August: Ganz unsicher ist das kleine Kätzchen noch auf den Beinen. Es wiegt nur 190 Gramm, hat an einigen Stellen kein Fell mehr, der Schwanz musste ihm amputiert werden. Dieses Katzenbaby ist am Wochenende in Hochbrück (Landkreis München) wie berichtet nur knapp dem Tod entkommen. Ein 57-jähriger Tscheche hatte einen Holzstapel mit einer Zigarette in Brand gesteckt, in dem drei Katzenwelpen lagen. Zwei Tiere starben. Der Mann bekommt nun nur eine Anzeige wegen einer Ordnungswidrigkeit.

Seit Samstag ist das einzige Tier, das den Brand überlebt hat, in der Chirurgischen und Gynäkologischen Kleintierklinik der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München. Alle zwei bis drei Stunden gibt die Ärztin Ulrike Flock dem Katzenbaby Milchpulver mit Fencheltee. „Es ist noch nicht über den Berg, aber es wird immer besser“, sagt die 38-Jährige. Das kleine Tier ist ein Mädl und etwa zwei bis drei Wochen alt. „Es kann noch nicht alleine trinken“, sagt Ulrike Flock, die gerade die Fachausbildung zur Reproduktionsmedizinerin macht. Der Saugreflex des Tierbabys funktioniert noch nicht. Die 38-Jährige wohnt unweit der Klinik und füttert und umsorgt das Kätzchen rund um die Uhr. Immer wieder streichelt Ulrike Flock das Tier und nimmt es ganz nah zu sich an den Körper. „Die Wärme und der Herzschlag sind wichtig für das Kätzchen“, sagt die Ärztin. „Wir machen alles, was möglich ist, damit das Tier überlebt.“

Mitgenommen, aber am Leben: Dieses Katzenbaby überstand als einziges den Brand.

Tscheche bekommt nur Anzeige wegen einer Ordnungswidrigkeit

Mit nur 170 Gramm Körpergewicht, angekohlt und mit einer Rauchvergiftung brachte die Tierrettung das Baby am Samstag in die Kleintierklinik. Am Montag musste der Schwanz amputiert werden. „Sonst hätte das Tier eine Blutvergiftung erleiden können“, erklärt Professorin Andrea Meyer-Lindenberg, Leiterin der Klinik. Außerdem schoren die Ärzte ihm teilweise das Fell, um zu schauen, ob das Kätzchen darunter Brandwunden hat. „Zum Glück haben wir nur an einer Pfote eine ganz leichte Verbrennung festgestellt“, sagt Andrea Meyer-Lindenberg. Von der Rauchvergiftung hat sich das Tier mittlerweile erholt.

63 Katzen gerettet – Besitzerin soll 50.000 Euro zahlen

Bisher ist nicht bekannt, wem die Katzenmama gehört, die die Babys bekommen hat. „Viele kennen die Geschichte aus der Zeitung und wollen das Kätzchen haben“, sagt Ulrike Flock. Noch mindestens zwei bis drei Wochen muss das Kätzchen allerdings in der Kleintierklinik bleiben. Erst dann kann es zu liebevollen Katzeneltern gegeben werden. Interessenten gibt es bereits sehr viele. Das Tierbaby aus Hochbrück ist nicht das erste, das die 38-Jährige aufpäppelt. Schon vier Katzenwelpen hat sie so umsorgt. Im vergangenen Jahr kümmerte sie sich um den Findlingskater „Gustl“, der noch kleiner war als das jetzige Kätzchen. „Gustl“ hat es geschafft. Das Kätzchen hat übrigens absichtlich noch keinen Namen. Wie das kleine Tier heißt, soll der neue Besitzer entscheiden.

Der Tscheche bekam unterdessen nur eine Anzeige wegen einer Ordnungswidrigkeit. Er hat laut Polizei die „Vorschrift zur Verhütung von Bränden“ missachtet. Die Situation am Samstag deutete darauf hin, dass der 57-Jährige den Holzstapel vorsätzlich anzündete, um die Katzen zu töten. Da ihm allerdings nicht nachgewiesen werden kann, ob er wusste, dass in dem Holzstapel drei Katzenwelpen liegen, ist die Anzeige wegen eines Vergehens nach dem Tierschutzgesetz vom Tisch.

Grausam: Mann verbrennt zwei Katzenbabys - nur sie überlebte

Garching-Hochbrück - Zunächst schien es nur ein kleiner Wiesen-Brand zu sein - doch dahinter steckt womöglich eine grausame Tat: Am Samstagnachmittag wurde in der Ingolstädter Landstraße in Hochbrück ein Feuer auf einer Wiese gemeldet.

Dort befand sich auch ein Holzstapel, der ebenfalls komplett abbrannte. Als tatverdächtig gilt laut Polizei ein 57-jähriger tschechischer Staatsangehöriger, der eine brennende Zigarette weggeworfen und so das Feuer auf der Wiese entzündet hatte. 

Tatort: Hier legte der Mann den Brand.

Das Feuer wurde anschließend von dem 57-Jährigen selbst gelöscht. Durch die eingesetzte Polizeistreife  wurden in dem verbrannten Holzstapel zwei verkohlte Katzenbabys aufgefunden. Ein drittes Katzenbaby überlebte den Brand schwer verletzt und wurde von der hinzugezogenen Tierrettung versorgt.

Aufgrund der Auffindesituation wird davon ausgegangen, dass der Tatverdächtige den Holzstapel vorsätzlich entzündet hatte, um die Katzen zu töten. Er wurde angezeigt und nach entsprechenden polizeilichen Maßnahmen und erkennungsdienstlicher Behandlung wieder aus dem Polizeigewahrsam entlassen. Die Ermittlungen gegen ihn dauern an.

Im Münchner Norden kam es am Samstag noch zu einem anderen Brand

S. Schuch, A. Schmidt, S. Wegele

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Döner darf jetzt nicht mehr Döner heißen: Reinheitsgebot ärgert Kebab-Verkäufer - „Schikane“
Döner darf jetzt nicht mehr Döner heißen: Reinheitsgebot ärgert Kebab-Verkäufer - „Schikane“
Flughafen München: Pläne für Expresszug scheitern - Politiker machen ihrem Ärger Luft
Flughafen München: Pläne für Expresszug scheitern - Politiker machen ihrem Ärger Luft
Zwei Jahre nach tragischem Flugzeugabsturz: Tod des Thermenkönigs rekonstruiert
Zwei Jahre nach tragischem Flugzeugabsturz: Tod des Thermenkönigs rekonstruiert
Illegales Autorennen am Walchensee: Fahrer (18) rammt Audi kurz vor dem Tunnel
Illegales Autorennen am Walchensee: Fahrer (18) rammt Audi kurz vor dem Tunnel

Kommentare