Stellplatz-Streit in Hochbrück

Riesen-Ärger: Feuerwehrler parkt auf Feuerwehr-Parkplatz und kriegt Knöllchen

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Vor dem Feuerwehrhaus Hochbrück: Die Parkplätze dürfen von den Feuerwehrlern genutzt werden - allerdings nur mit entsprechendem Ausweis.

Ein Hochbrücker Feuerwehrmann parkt auf einem für die Feuerwehr reservierten Stellplatz und bekommt ein Knöllchen, das die Stadt erst mal nicht zurücknehmen will. Sofort brodelt im Internet der Volkszorn.

Hochbrück – „Schildbürgerstreich“ steht über dem Eintrag auf der Facebook-Seite der Freiwilligen Feuerwehr Hochbrück, der nur aus wenigen Sätzen besteht, aber aus fast genauso vielen Ausrufezeichen. Keine Frage: Hier hat jemand seinen Emotionen freien Lauf gelassen – und damit einen Nerv getroffen. Denn seit der Eintrag am Donnerstag veröffentlicht wurde, ist er 800 Mal geteilt worden; Zehntausende Nutzer haben ihn zu Gesicht bekommen und Dutzende kommentiert – nahezu alle mit Wut im Bauch.

Anlass des digitalen Zornesausbruchs ist ein Strafzettel, den ein langjähriger Feuerwehrler an seinem Fahrzeug vorfindet, nachdem er selbiges auf den Parkplätzen vor dem Hochbrücker Feuerwehrhaus abgestellt hat. Diese sind laut Beschilderung nur für die Feuerwehr gedacht, weshalb Kommandant David Ward dem Kollegen rät, im Rathaus Bescheid zu geben, sodass das Knöllchen über 35 Euro zurückgezogen wird. „In der Vergangenheit gab es zwei, drei ähnliche Fälle, und da war das nie ein Problem“, sagt Ward.

Post: „Danke, dass das Ehrenamt so gewürdigt wird“

Anders diesmal: Nachdem der Feuerwehrler im städtischen Ordnungsamt gesagt bekommt, dass man den Strafzettel der kommunalen Verkehrsüberwachung nicht annullieren wird, schaltet sich der Kommandant ein. Zwei Mal wendet sich Ward laut eigener Aussage ans Rathaus, doch auch seine Intervention bleibt zunächst folgenlos. Vielmehr flattert dem Feuerwehrmann sogar eine Mahnung ins Haus – es ist dies der Moment, in dem David Ward der Kragen platzt und er jenen viel beachteten Facebook-Eintrag postet. „Anscheinend hat eine neue Ära der Bürokratie und Willkür begonnen!“, heißt es darin. Und: „Danke, dass das Ehrenamt so gewürdigt wird!“

Video: Strafzettel im Ausland: Muss ich das Knöllchen überhaupt bezahlen?

Wobei die Stadt schon tags darauf zurückrudert. Am Telefon habe ihm das Ordnungsamt mitgeteilt, dass es den Strafzettel zurücknehme, berichtet Ward. Allerdings habe die Behörde auch darauf hingewiesen, dass sie künftig keine Ausnahmen mehr machen werde. Vielmehr müssten die Privatautos der Feuerwehrleute entsprechend gekennzeichnet werden.

Bürgermeister sieht keinen Fehler der Gemeinde

Hierfür habe jeder aktive Feuerwehrler eine Genehmigung, um sie an der Frontscheibe zu befestigen, betont Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD). Jenen Ausweis habe der Betroffene in diesem Fall aber nicht im Fahrzeug gehabt, das überdies ein Wohnmobil war. „Vonseiten der Gemeinde und der Parküberwachung wurde also kein Fehler gemacht“, sagt Gruchmann. Zumal es der Hochbrücker Kommandant selbst gewesen sei, so der Bürgermeister, der unlängst die Stadt darum gebeten habe, die Feuerwehrparkplätze verstärkt zu kontrollieren, da dort regelmäßig Autos unerlaubt parken.

Als David Ward dann ins Ordnungsamt gekommen sei, hätten ihm die dortigen Mitarbeiter gesagt, dass man über den Fall erst nachdenken müsse. Tags darauf, unter Einbeziehung der zuständigen Bereichsleiterin, habe man entschieden, den Strafzettel zurückzunehmen – und den Kommandanten zugleich zu bitten, seine Feuerwehrleute an das Anbringen der Genehmigung zu erinnern. „Ich persönlich würde mir da mehr Fingerspitzengefühl wünschen“, sagt der Bürgermeister. „Aber man muss auch Verständnis dafür haben, dass es eine Richtlinie gibt. Wer eine Genehmigung hat und sie nicht ins Auto legt, der muss nun mal die Konsequenzen tragen.“

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