Ganovenjagd am Hochzeitstag

Taschendieb mit Brautstrauß erlegt

Tatkräftiges Ehepaar: Anita zog dem Dieb ihren Brautstrauß über – und Alex erledigte dann den Rest. Foto: privat

Freising - Mit einer echten Action-Einlage endete in Freising eine Hochzeitsfeier: Die Braut schlug auf einen Handtaschendieb mit ihrem Brautstrauß ein - und der Bräutigam, ein Bär von einem Mann, packte den Ganoven am Schlafittchen und übergab ihn der Polizei.

Begonnen hatte der große Tag für Anita Krebs (32) aus Freising und Alex Freund (37) aus Rottenburg am Freitag auf dem Freisinger Standesamt: Die beiden gaben sich das Ja-Wort. Nach diversen Programmpunkten war dann am Abend die Party im Festzelt der Höhepunkt des Hochzeitstages. Anita und Alex feierten mit 40 Gästen und später wechselte der harte Kern ins Weinzelt.

Beim allerletzten Tanz des Hochzeitspaares („Ohne di schlaf i heid Nacht ned ei...“) stand Alex plötzlich ohne Partnerin da. Anita war losgespurtet, nachdem sie einen jungen Mann entdeckt hatte, der sich gerade mit einer Damen-Handtasche verkrümeln wollte. Die Freisingerin fackelte nicht lange, schlug mit dem Brautstrauß auf den Dieb ein und entriss ihm die Tasche. Der Täter gab Fersengeld, doch der Bräutigam war ihm schon nachgespurtet und hatte ihn bereits am Krawattl gepackt. Mühelos schleppte der muskelbepackte Alex den eher schmächtigen Mann vors Weinzelt, wo gerade eine Polizeistreife vorbeikam, die den Dieb in Empfang nahm.

Anita hatte derweil drinnen im Weinzelt die Besitzerin der Tasche ausfindig gemacht. Die junge Frau hatte schon fieberhaft danach gesucht und war heilfroh, das gute Stück wieder in Empfang nehmen zu können. Sie hatte mit einem Freund von Anita getanzt und die Handtasche am Tisch zurückgelassen.

Die Gäste im Weinzelt verfolgten das Ganze staunend: „Einige dachten sogar, es handelt sich um eine witzige Einlage von uns“, berichtete Anita gestern dem Tagblatt. Und wie war nach all der Aufregung die Hochzeitsnacht? Auf alle Fälle kurz: Um 8 Uhr klingelte nämlich bereits das Telefon, die Polizei war dran. Die beiden sollten doch für die Aufnahme der Zeugenaussage aufs Revier kommen. Anita: „Das haben wir dann auch gemacht, allerdings ein paar Stunden später. Und so kam es, dass ich mit meinen neuen Namen zum ersten Mal auf einem Vernehmungsprotokoll unterschrieben habe“.

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