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Kurvenwirt braucht Stammzellenspende - Fritz Maurer erneut an Krebs erkrankt

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Von: Stefan Weinzierl

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Tapfer: Kurvenwirt Fritz Maurer braucht einen geeigneten Stammzellen-Spender. Erst im vergangenen Jahr hatte er den Krebs eigentlich besiegt
Tapfer: Kurvenwirt Fritz Maurer braucht einen geeigneten Stammzellen-Spender. Erst im vergangenen Jahr hatte er den Krebs eigentlich besiegt. © privat

Der Siegertsbrunner Fritz Maurer ist erneut an Krebs erkrankt. Er bittet darum, dass sich möglichst viele als Spender registrieren lassen.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Er lässt sich nicht unterkriegen, doch die Familie, Freunde und Gäste sorgen sich um die Gesundheit von Fritz Maurer. Der Siegertsbrunner Kurvenwirt, der von vielen liebevoll einfach „Fritzi“ genannt wird, ist erneut an Krebs erkrankt. Jetzt liegt er in einem Münchner Krankenhaus, muss eine wochenlange Chemotherapie über sich ergehen lassen und hofft auf eine Stammzellentransplantation.

Damit die Chancen, einen Spender zu finden, steigen, rufen Freunde und Bekannte auf Facebook, Instagram und Co, dazu auf, sich bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren zu lassen. „Die Reaktionen sind überwältigend“, sagt Fritz Maurer gerührt. „Der Aufruf ist sicher schon zig Tausende Mal geteilt worden.“

Höhenkirchen-Siegertsbrunn: Dicke Brocken am Hals - Gastronom hat Krebs

Es ist wie in einem Albtraum: Im Herbst 2020, quasi über Nacht, verändert sich das Leben des beliebten Gastronomen, der den traditionsreichen Alten Wirt in Siegertsbrunn, aufgrund seiner Lage auch Kurvenwirt genannt, seit Jahren erfolgreich führt. „Ich hatte am Morgen plötzlich dicke Brocken am Hals – wie eine Perlenkette“, erinnert sich der 54-Jährige. Beim Arzt folgt die schreckliche Diagnose: Lymphkrebs. Es folgen zehn harte Monate für Fritz Maurer mit Chemotherapie und zahlreichen Krankenhausaufenthalten. Der Lohn: Im August 2021 wird er als genesen entlassen.

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Landkreis München: Neue Krebszellen bei Gastronom entdeckt

Doch jetzt ist die tückische Krankheit zurück: Bei einem Ultraschall im Rahmen der regelmäßigen Nachuntersuchungen wurden neue Krebszellen entdeckt. Mittlerweile liegt Fritz Maurer schon wieder seit fast 14 Tagen im Krankenhaus, hat bereits zahlreiche Chemo-Behandlungen über sich ergehen lassen. So soll der Krebs zurückgedrängt, im besten Fall besiegt werden. Doch die größte Heilungschance bietet eine Stammzellen-Transplantation. „Als Mitteleuropäer stehen für mich die Chancen nicht so schlecht, dass ich einen geeigneten Spender finden, haben mir die Ärzte gesagt“, erzählt der Wirt.

DKMS: Typisierungsaufruf verbreitet sich schnell

Doch darauf wollen sich seine Freunde nicht verlassen. Eine gute Bekannte hat deshalb einen Aufruf gestartet, bittet darum sich bei der DKMS registrieren zu lassen. Der Typisierungsaufruf hat sich in den vergangenen Tagen wie ein Lauffeuer verbreitet, und die Anteilnahme am Schicksal des Kurvenwirts ist riesig – vom Glonner 1860-Fanclub (immerhin ist Fritzi ein Roter) über Burschenvereine und Feuerwehren aus dem Ort und der Umgebung bis hin zur Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn: „Ich habe Hunderte Genesungswünsche per WhatsApp bekommen – und zahlreiche Registrierungsbestätigungen“, erzählt Fritz Maurer sichtlich gerührt. Die Tochter eines Spezls von ihm habe den Aufruf sogar in Brasilien verbreitet. „Es teilt jeder auf allen Kanälen.“

Landkreis München: Rückhalt durch seine Frau und ihr Kind

Rückhalt geben dem Wirt in dieser Zeit vor allem seine Frau und sein Kind, aber auch seine Mitarbeiter im Kurvenwirt, die das Wirtshaus am Laufen halten: „Die machen das super.“ Um sein Team zumindest etwas zu entlasten, ist der Kurvenwirt derzeit montags geschlossen.

Dafür kommt dieser Tage das Personal der Krankenstation, auf der Fritz Maurer liegt, in den Genuss der legendären Kurvenwirt-Schnitzel. „Eine Bedienung bringt 30 Schnitzel vorbei“, erzählt der Gastronom, der schon nach seiner letzten Chemotherapie Ärzte und Krankenschwestern aus Dankbarkeit in sein Lokal eingeladen hat. Auch dieses Mal fühlt er sich gut versorgt: „Was die hier leisten, ist der Wahnsinn.“

So kann man helfen:

Wer sich als potenzieller Stammzellenspender registrieren lassen möchte, kann im Internet unter www.dkms.de ein Registrierungsset anfordern.

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