Nach Regen in Bayern

Drama in Höllentalklamm: Flutwelle reißt Brücke weg - Helfer entdecken tote Frau - ein Wanderer noch vermisst

In der Höllentalklamm bei Grainau ist eine Brücke von einer Flutwelle mitgerissen worden. Trotz Warnung waren viel Wanderer unterwegs. Nun wurde eine Tote gefunden.

Update vom 17. August, 10.30 Uhr: Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mitteilt, haben die Einsatzkräfte gegen 8.30 Uhr eine leblose Frau im Wasser gesichtet. Sie konnte nur noch tot geborgen werden. Die Kripo ermittelt nun die Identität und die Todesumstände.

Mindestens eine weitere Person wird noch vermisst. Die Suche in der Höllentalklamm geht unterdessen weiter. Am Montag konnten acht Personen unverletzt aus den Fluten gerettet werden.

Höllentalklamm: Frau wurde tot im Wasser gefunden

Das Bayerische Rote Kreuz teilt außerdem mit, dass am Dienstagmorgen die Evakuierung weiterer Menschen vom Berg durchgeführt wurde. Demnach wurden sieben Personen aus den Knappenhäusern geholt. 101 Menschen hat die Bergwacht von der Höllentalangerhütte ins Tal begleitet.

Grainau - Der Hammersbach im Wettersteingebirge kommt nicht zur Ruhe. Knapp 14 Monate nach einer tosenden Flutwelle im Juni 2020, die weite Teile des Grainauer Ortsteils Hammersbach überschwemmt hatte, sorgt der Wildbach nun wieder für negative Schlagzeilen: Gewitterzellen mit Starkregen ergossen sich ab Montagnachmittag, 16. August, über dem Höllental und ließen das Gewässer anschwellen. Eine Brücke oberhalb des Klammeingangs auf der Bergseite wurde mitgerissen*. Mit ihm mehrere Wanderer, die sich nicht rechtzeitig in Sicherheit hatten bringen können und von den Fluten überrascht wurden.

Am Abend dann eine teilweise erlösende Nachricht: Acht Personen konnten von der Berg- und Wasserwacht gerettet werden, so das Bayerische Rote Kreuz in einer Pressemitteilung. Sechs von ihnen wurden aus der Schlucht gerettet, wo sie vom Wasser eingeschlossen waren. Zwei weitere wurden weiter oben aus der Klamm in Sicherheit gebracht. Sie seien unterkühlt und durchnässt, aber sonst wohlauf, sagte ein Polizeisprecher am Montagabend.

Flutwelle reißt Brücke in Höllentalklamm mit - zwei Personen noch immer vermisst

Zwei weitere Personen werden allerdings noch vermisst. Aufgrund der Dunkelheit und der dadurch steigenden Gefahr musste der Sucheinsatz um 20:30 Uhr unterbrochen werden, heißt es in der Meldung weiter. Am Dienstag um 7.30 Uhr sollte die Suche wieder anlaufen. „Wir wissen noch nicht, wer die beiden vermissten Personen sind“, so ein Sprecher der Polizei am Dienstag, 17. August.

Flutwelle in der Höllentalklamm: Noch läuft der Einsatz und die Suche nach den Vermissten.

Das schlechte Wetter erschwerte die Suche nach den weggespülten Personen bereits am Abend erheblich. Vier Hubschrauber standen zur Verfügung, konnten bis zum Abend aber nicht eingesetzt werden. „Kurzzeitig durfte auch die Bergwacht nicht mehr in die Klamm, da einfach zu viel Wasser kam“, betont der Polizeisprecher der Polizeiinspektion Garmisch-Partenkirchen.

Höllentalklamm in Grainau: Viele Wanderer trotz Unwetterwarnung - Bürgermeister fassungslos

Dass sich an einem Nachmittag, für den teils kräftige Unwetter angesagt und sogar eine Warnung des Wetterdienstes herausgegeben waren, derart viele Menschen am Berg befanden, kann Bürgermeister Stephan Märkl nicht verstehen. „Aber das haben wir nicht in der Hand, da können wir nichts tun.“ Seine Beobachtung: „Gegen 14 Uhr war der Wanderparkplatz in Hammersbach noch zu zwei Dritteln gefüllt.“ Gegen 15 Uhr setzten bereits die heftigen Regenfälle ein.

Die Rettungsmaschinerie lief derweil wieder bestens an. Nach der Alarmierung gegen 15.45 Uhr machten sich die Kräfte sofort auf den Weg nach Hammersbach. Ein Wanderer hatte gemeldet, dass Personen auf dem Steg weggespült worden waren. Im dortigen Hotel wurde die Einsatzleitstelle eingerichtet. In die Klamm vorzudringen, gestaltete sich bei den widrigen äußeren Bedingungen nicht so einfach. „Zum Glück kommt man mit dem Auto gut vorwärts bis zum Klammeingang“, sagt Märkl. „Von da waren es noch rund 45 Minuten bis zum Einsatzort.“ Am Seil gesichert, wurden die Geretteten durch die Klamm in den Ort gebracht.

Bewährt hat sich zumindest der Ausbau des Hammersbachs nach dem Hochwasser von 2020, „auch wenn es dieses Mal deutlich weniger Wasser war“, merkt der Bürgermeister an. „Aber zumindest für die Bewohner im Dorf gab es keine Gefahr.“ kah

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Rubriklistenbild: © Bartl

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