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Grasende Kühe im Neubaugebiet - Hofladen-Besitzer zeigt, wo seine Waren herkommen

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Von: Laura Forster

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Neun Angus-, Angus-Highland- und Fleckvieh-Rinder hält Tomi Huber auf der Wiese neben seinem Hofladen. Der Großteil der Bewohner des Neubaugebiets im Hintergrund sind von den Nachbarn begeistert.
Neun Angus-, Angus-Highland- und Fleckvieh-Rinder hält Tomi Huber auf der Wiese neben seinem Hofladen. Der Großteil der Bewohner des Neubaugebiets im Hintergrund sind von den Nachbarn begeistert.  © Robert Brouczek

Frische Eier, Kartoffeln, Kräuter, Honig, Rapsöl, Nudeln und Gemüse verkauft der Hofladen am Glonner Weg in Unterhaching (Landkreis München) seit Kurzem – alles direkt vom Hof oder aus der Region.

Unterhaching – Tomi Huber schüttelt einen Eimer voller Heucobs. Lotti, Maria, Zenzi, Resi, Franz, Giacomo, Xaver, Hans und Schorsch heben die Köpfe. Die jungen Rinder schlendern über die Wiese in Richtung ihres Besitzers. Der 30-jährige Landwirt streichelt das weiche Fell der Tiere, die seit einigen Wochen auf der Koppel am Glonner Weg in Unterhaching leben – direkt neben einem Neubaugebiet. „Normalerweise muss man ins Oberland fahren, um Kühe auf der Weide zu sehen“, sagt Huber.

„Mir ist es wichtig, dass die Leute sehen, wie die Tiere leben und wo ihre Lebensmittel herkommen. Ich hätte die Fläche auch zubauen können“, sagt der Unterhachinger und deutet mit einer ausschweifenden Handbewegung auf seinen drei Hektar großen Grund mitten im Ort. „Doch mir ist die Landwirtschaft zu wichtig.“

Neuer Hofladen mit Selbstbedienung: Familienbetrieb seit bald 150 Jahren

Seit Kurzem verkauft Huber, dessen Familienbetrieb es bereits seit 1879 gibt, in seinem neu eröffneten Hofladen mit Selbstbedienung gegenüber der Kuhweide regionale Produkte – selbst hergestellt oder von befreundeten Landwirten. Neben dem grünen Schild mit dem filigranen Schriftzug „Glonnerhof“ hat der 30-Jährige einen Verkaufsstand mit Kräutern aufgestellt. Im Laden stehen in mehreren Regalen, Holzboxen und einem Bauernschrank heimische Produkte, wie Rapsöl, Honig und Eiernudeln. Außerdem bietet Huber Kartoffeln an, die nur wenige Meter vom Laden entfernt geerntet wurden.

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„Derzeit sind es nur zwei Sorten, ab September haben wir wieder mehr. Dann ist Ernte“, sagt der ausgebildete Landwirt. Auch Eier gibt es im Hofladen zu kaufen. Vom Oar-Stadl aus Großhelfendorf, vom Zehmerhof aus Pliening und jetzt auch direkt vom Glonnerhof. „Unsere 300 Junghennen legen endlich Eier. Sie sind zwar noch klein, aber es werden täglich mehr.“ Mehrere Stunden pro Tag dürfen die Hühner den 2000 Quadratmeter großen Auslauf hinter dem Hofladen erkunden. Nur die Nacht verbringen sie in ihrem Stall, aus Schutz von Marder, Katze und Habicht.

Hofladen in Unterhaching: Sortiment wird stetig erweitert

„Ich will das Sortiment des Ladens stetig erweitern“, sagt Huber. Später sollen auch das Fleisch der selbstgezogengen Rinder, die Huber zusammen mit seinem Freund Martin Schmidt hält, und Milchprodukte hinzukommen. „Wichtig ist mir die Regionalität. Ich kann mir noch vorstellen, Äpfel vom Bodensee anzubieten, mehr aber nicht.“

Dass der Hofladen bei den Unterhachingern gut ankommen wird, damit hat Huber bereits gerechnet. „Wir bieten seit vier Jahren Kartoffelkisten an. Seit der Pandemie ist die Nachfrage enorm gestiegen. Die Leute wollen wieder mehr wissen, was sie essen und wo es angebaut wird.“ Bei der Eröffnung des Ladens haben rund 400 Bürger mit dem Landwirt und seiner Familie gefeiert.

„Das Feedback war durchweg positiv.“ In einem kleinen Büchlein, das Huber im Laden zum Aufschreiben der gekauften Produkte ausgelegt hat, hinterlässt immer mal wieder einer der rund 40 Kunden, die täglich kommen, eine kleine positive Notiz. „Es gibt Nachrichten von jungen Pärchen, Familien und Senioren – jeder ist bei uns willkommen.“

Fünf Bauern gibt es noch am Ort

Tomi Hubers Familie ist eine von fünf, die noch ihre Felder in Unterhaching bewirtschaften. „Früher gab es hier doppelt so viele Bauern“, erinnert sich der Vater des 30-Jährigen, Hubert Huber. Dass sein Sohn den Betrieb einmal weiterführen wird, stand nicht von Anfang an fest. „Mit 18 hatte ich eine Findungsphase. Ich war mir aber recht schnell sicher, dass ich auch Landwirt werden möchte und habe mit der Ausbildung begonnen.“

Hubers Pläne für die Zukunft sind groß. Neben einem Café, das an den Laden angrenzen soll, will er auch Kindergärten, Schulen und Einrichtungen die Möglichkeit geben, den Hof in Unterhaching zu besuchen. „Damit die Kinder sehen, dass eine Kuh nicht lila ist.“

Der Glonnerhof

am Glonner Weg 2 in Unterhaching ist montags bis samstags von 8 bis 20 Uhr geöffnet. Sonntags und feiertags bleibt der Laden geschlossen.

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