Innenminister Herrmann spricht Machtwort

Hollywood-Kurve darf bleiben - bis die S-Bahn kommt

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In der Kurve: Landrat Niedermaier, Minister Herrmann, MdL Bachhuber, Stadtrat Möckel und 3. Bürgermeister Meinl (v.li.).

Geretsried - Gnadenfrist für die Hollywood-Kurve: Der Schriftzug darf vorübergehend bleiben - bis der S-Bahn-Anschluss kommt.

Ein Freinachtsscherz vor drei Jahren schlug in Geretsried derart ein, dass er plötzlich zum Politikum wurde. Scherzkekse hatten auf dem Lärmschutzwall bei der Högl-Kurve an der B11 ihren Ort hollywoodmäßig mit Buchstaben gewürdigt. Seither verbinden die Geretsrieder mit den Lettern aus Pressspan auch ein Wir- und Heimatgefühl. Seither tobt aber um das Wort ein Kampf mit den Behörden, die aus Sicherheitsgründen das weiße GERETSRIED weghaben wollen.

Die zehn weißen Buchstaben an der B11 dürfen vorerst stehen bleiben.

Am Samstag wurde die Auseinandersetzung vorerst befriedet: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, der im Januar 2014 die Kurve  zur Chefsache gemacht hatte, sprach ein Machtwort. „Der Schriftzug wird vorübergehend geduldet - als politische Demonstration für den S-Bahn-Anschluss.“ Falls der S-Bahnhof eröffne - derzeit hält die S7 vor der Stadt - müssten die Buchstaben verschwunden sein.

Das Gesetz berücksichtigt keine Emotionen

Zunächst hatte die Stadt Geretsried für 6000 Euro ein Metallgerüst aufgestellt, auf dem die Buchstaben fest montiert wurden. Monate später meldete sich das Bauamt und teilte mit, dass auf Anordnung des Landratsamts Bad Tölz-Wolfratshausen die Buchstaben wegmüssten. Sie lenkten die Autofahrer ab. Was folgte, war Empörung. Landrat Josef Niedermaier wandte sich deswegen in einer YouTube-Botschaft ans Volk: Er halte den Schriftzug für „witzig, identitätsstiftend“. Aber das Gesetz berücksichtige keine Emotionen, es regle Verkehrssicherheit. Niedermaiers durchaus sympathische Erklärung verpuffte, die Protestwelle gegen die Anordnung rollte weiter. In ihrer Not wandten sich der Landrat und die damalige Bürgermeisterin Cornelia Irmer ans Innenministerium.

Eineinhalb Jahre später stand der Minister mit Lokalpolitikern in der Hollywoodkurve und räumte die Gnadenfrist ein. Als der neue Bürgermeister Michael Müller auf einer Veranstaltung das Resultat verkündete, brach Jubel aus.

dor

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