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Neubau 2019? Wohl kaum!

Brücke mitten im Ort abgerissen - Doch Neubau will keiner zahlen - mit sonderbarer Begründung

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Sackgasse: Noch vor der „Schneekrise“ wurde die Kindergartenbrücke demontiert. Unter der Last wäre die Konstruktion sonst wohl zusammengebrochen. 

Wo einst eine Brücke für Fußgänger und Radler das Bahngleis überspannte, gähnt seit vier Wochen ein Abgrund. Einen Ersatz wird es wohl so schnell nicht geben.

Holzkirchen – Es war allerhöchste Eisenbahn. „Nicht auszumalen, was passiert wäre, wenn der schwere Schnee die Brücke zum Einsturz gebracht hätte“, sagt Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU). Rechtzeitig vorher, am 18. Dezember, war die alte Holzbrücke in einer nächtlichen Aktion als Ganzes abgehoben worden (wir berichteten). 

Die Stabilität der Brücke hatte sich innerhalb eines Jahres derart verschlechtert, dass die Statiker Alarm schlugen – und nicht einmal mehr eine eingeschränkte Nutzung zuließen. „Es war Gefahr in Verzug“, sagt Löwis, „diese Schneemassen hätte die Brücke nicht ausgehalten.“

Brücke in Holzkirchen hätte Schneemassen nicht überlebt

Doch was jetzt? Die Brücke war eine von Fußgängern und Radlern intensiv genutzte Verbindung zwischen dem Ortskern und dem Bereich der Industriestraße mit Kita Frühlingsdorf, dem kostenlosen Dauerparkplatz und dem Gewerbegebiet-Ost sowie den umliegenden Wohngebieten. Dem Holzkirchner Radlring ist ein wichtiges Teilstück weggebrochen.

„All das wissen wir“, sagt Löwis. Die Gemeinde sei entschlossen, eine neue Brücke zu schlagen. „Zuvor muss es uns aber gelingen, eine Schneise in den bürokratischen Dschungel zu schlagen.“ 

Was die Sache verzwickt macht, ist die von der Politik ins Auge gefasste Elektrifizierung der Bahngleise südlich von Holzkirchen. Dafür wäre es nötig, die neue Kindergartenbrücke in höherem Bogen über die Gleise zu führen als bisher, damit später die Oberleitung unten durch passt. 

Viel genutzt und wichtig - trotzdem will niemand die neue Brücke finanzieren

Das kostet mehr Geld – und diese Mehrkosten beim Bau der Brücke hätte die Gemeinde gerne von der DB Netz, sozusagen als Vorfinanzierung einer in absehbaren Zeit anstehenden Nachrüstung. „Niemand würde verstehen, wenn kurz hintereinander zwei Brücken an der gleichen Stelle finanziert werden müssten“, sagt Löwis.

Doch so einleuchtend der Vorschlag klingt, so zäh ist es offenbar, ihn im Geflecht der Zuständigkeiten durchzubringen. Die Bahn verweist darauf, dass die BOB-Elektrifizierung nicht im Eisenbahn-Bedarfsplan auftaucht, also ihrerseits auch nicht zuschussfähig ist. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) könnte das wohl per Minister-Erlass heilen, braucht dafür aber die offizielle Rückendeckung der bayerischen Staatsregierung.

Um den Knoten zu lösen, fand vor wenigen Tagen ein Gespräch bei der Regierung von Oberbayern statt. „Wir als Gemeinde haben Hausaufgaben mitbekommen“, sagt Löwis. Man werde jetzt mit Ministerien sprechen und recherchieren. „Gut wäre, wenn wir einen Präzedenzfall finden würden, wo es so etwas schon einmal so ähnlich gab“, hofft der Rathauschef, „und wir brauchen politische Unterstützung.“

Vorsorglich reserviert die Gemeinde heuer rund 500.000 Euro für den Bau der neuen Brücke. „Ob die Summe reicht, muss man sehen“, sagt Löwis, der wenig optimistisch ist, dass noch 2019 gebaut wird: „Ich fürchte, das wird sich ziehen.“

Die ausrangierte alte Brücke, gebaut 1988/1989 aus vermeintlich unverwüstlichem Bongossi-Holz, liegt derzeit vom Schnee begraben zwischen Valleyer Weg und Angerstraße. Nicht einmal mehr Teilstücke sind noch zu gebrauchen, stellt Löwis klar: „Die ganze Konstruktion hat sich verzogen.“

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