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Brand am Neujahrsmorgen: „Hätte Juno nicht gebellt, wären wir erstickt“

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Unbewohnbar: Das Haus nach dem Brand.
Unbewohnbar: Das Haus nach dem Brand. © CS

Bei einem Brand am Neujahrsmorgen hat eine Holzkirchner Familie ihr Hab und Gut verloren. Dass sie sich selbst noch rechtzeitig ins Freie retten konnte, verdankt sie Juno: Der Rüde bellte die Bewohner des Hauses aus dem Schlaf. Jetzt helfen engagierte Holzkirchner beim Neuanfang.

Holzkirchen – Der Schock sitzt noch tief: Am Neujahrsmorgen gegen 5.30 Uhr brannte das Wohnhaus der Familie Meder Auf der Höh komplett aus (wir berichteten). Zwar sind die Meders und ihre vier Kinder im Alter zwischen elf und 20 Jahren bei den Großeltern untergekommen, die in der Nachbarschaft wohnen, aber ihr gesamter Hausrat – Möbel, Winterjacken, Geschirr, Bettzeug, Computer – wurde bei dem Unglück zerstört.

„Unser Kühlschrank ist in der Hitze geschmolzen wie Honig“ - Familie berichtet von Feuer

„Unser Kühlschrank ist in der Hitze geschmolzen wie Honig“, erzählt Barbara Meder. Erst vor sechs Monaten hatte sich die Familie einen neuen Kühlschrank gekauft. Immerhin: Weil Barbara Meder die frische Wäsche noch nicht aus dem Wäschekeller in die Schränke geräumt hatte, steht die Familie nicht ganz ohne Kleidung dar – die Flammen erreichten den Keller nicht.

Zum materiellen Verlust kommt das Trauma: „Es geht uns nicht gut“, sagt Barbara Meder, „wir mussten zuschauen, wie unser Haus brennt.“ Ihre älteste Tochter, die studiere, habe Schwierigkeiten, sich auf ihre Seminararbeit zu konzentrieren. „Sie ist total durch den Wind.“

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Feuer in Wohnhaus in Holzkirchen: Familie wird durch Hund geweckt

Zum Zeitpunkt des Brandes waren nur vier Familienmitglieder daheim. „Wir haben geschlafen“, erinnert sich Meder. Bis Junos Bellen sie aus dem Schlaf riss. Der bosnische Straßenhund lebt seit sieben Jahren bei den Meders – er gehört zur Familie. In seinem Körbchen nahe der Haustür bemerkte Juno die Flammen draußen als erster. Wie berichtet, hatte das Feuer von einem Gartenhaus binnen weniger Minuten auf die Holzfassade des anliegenden Wohnhauses übergegriffen.

Meder stand auf, um nach dem Rechten zu sehen. „Da habe ich schon einen unglaublich hellen Schein gesehen, als ob man unser Haus mit Scheinwerfern anstrahlen würde.“ Zugleich hörte sie ein Geräusch, das sie sich zunächst nicht erklären konnte. „Es war das Feuer“, weiß Meder heute, „so hört es sich an, wenn es brennt.“ Wann genau sie den Notruf absetzte, wen ihrer Familienmitglieder sie zuerst weckte, das kann die 52-Jährige nicht beantworten. „Das ging alles so schnell und irgendwie Hand in Hand.“ Über die Terrassentür rettete sich die Familie nach draußen in den Garten.

Katze stirbt bei Feuer: „Hat sich verkrochen und ist dann erstickt“

Auch Juno, zwei Katzen und die Hasen der Meders überlebten das Unglück. Für Tiger aber, die dritte Katze, kam jede Hilfe zu spät. „Als wir Tiger fanden, lag er da, als würde er schlafen. Er hat sich verkrochen und ist dann erstickt.“ Meder fügt hinzu: „Wenn Juno nicht gebellt hätte, wären wir auch erstickt.“

Eine Erfahrung, die zu verarbeiten, Zeit braucht. Barbara Meder ist dankbar, dass sie viel Hilfsbereitschaft erfährt. „Es ist wunderbar, wie die Menschen reagieren, die Nachbarn haben uns sofort Kaffee und etwas zum Essen angeboten.“ Alois Harrasser, Bademeister des Batusa, wo Barbara Meder Babyschimmkurse leitet, habe beim Aufräumen mit angepackt. „Das tut wirklich gut“, sagt Meder.

Verhalten im Brandfall

Familie aus Holzkirchen verliert bei Feuer Hab und Gut

Auf Initiative eines engagierten Holzkirchners hat der Verein „Holzkirchen hilft“ ein Spendenkonto für die Meders eingerichtet. Die Familie hat keine Hausratversicherung. Nicht aus Leichtsinnigkeit. Vielmehr ging sie davon aus, durch ihre Brandschutzversicherung abgesichert zu sein. Was vielen nicht bewusst ist: Diese versichert Schäden am Gebäude, aber nicht Güter im Haus.

Besonders schmerzhaft für die Kinder der Meders: Skiausrüstung, Schlitten, Fahrräder und weiteres Equipment der sportlichen und ehrenamtlich bei der Bergwacht engagierten Familie sind im Gartenhaus verbrannt. „Es würde uns sehr freuen, wenn wir mithilfe der Spenden eine Sportausrüstung für unsere vier Kinder besorgen könnten“, sagt Meder. Es ist ihr Wunsch, dass Spenden, die über ihren Bedarf hinausgehen, der Greifvogelauffangstation in Otterfing zugutekommen.

Spendenkonto

Kontoinhaber: Holzkirchen hilft e.V.

Bank: HypoVereinsbank München.

IBAN: DE45 7002 0270 6440 2226 66.

BIC: HYVEDEMMXXX.

Kennwort: Meder (unbedingt angeben).

Die Spenderadresse unbedingt angeben, falls eine Spendenquittung gewünscht wird.

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