Zwei Kommentare: Pro und Contra

Vorglüh-Verbot beim Frühlingsfest: Komplett unsinnig oder absolut sinnvoll?

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Pro und Contra: Es kommentieren Andreas Höger (l., Pro) und Christian Masengarb (Contra).

Holzkirchen spricht für die Zeit des Frühlingsfestes ein komplettes Alkoholverbot aus. Wer offen was rumträgt, bekommt es mit der Polizei zu tun. Sinnvoll, oder verschleppt das das Problem nur? Zwei Meinungen aus unserer Redaktion:

Unsere Autoren Andreas Höger und Christian Masengarb kommentieren die Entscheidung des Markts, schon das Dabeihaben alkoholischer Getränke während des Frühlingsfestes zu verbieten (die ganze Geschichte dazu lesen Sie hier). Andreas Höger ist dafür, Christian Masengarb hatte starke Zweifel, ob das überhaupt Sinn macht:

Pro:

Traurig genug, dass es Alkohol braucht, um vor einem Fest in Stimmung zu kommen. Die Unsitte des geselligen Vorglühens hat aber ein Ausmaß angenommen, dass man meinen könnte, das sei irgendwie in Ordnung. Nein, ist es nicht. Soll die Allgemeinheit weiter achselzuckend zuschauen, wie sich junge Menschen in aller Öffentlichkeit ins Delirium saufen, grölen, pöbeln, sich verletzen? 

Das Alkoholverbot löst sicher keine gesellschaftlichen Probleme, aber es ist ein mutiges Zeichen. Ein Signal, dass es Grenzen gibt. Die Holzkirchner Polizei kennt ihre Pappenheimer aus jahrelanger Frühlingsfest-Erfahrung. Man darf den Ordnungshütern die Aufgewecktheit zutrauen, das neue Instrument zielgerichtet in Wirkung zu bringen. Wäre schön, wenn sich rumspricht: In Holzkirchen schauen sie nicht mehr nur zu, wenn Alkohol den Verstand ersetzt.

Andreas Höger

Contra:

Keine Frage: Alkoholexzesse sind ein Problem, gerade bei Jugendlichen. Aber sind öffentliche Verbote wie das in Holzkirchen der richtige Weg? Denn über eines müssen sich die Verantwortlichen klar sein: Wer vorab saufen will, tut das auch – trotzdem. Das Verbot ist relativ einfach zu umgehen. Entweder glüht man woanders vor, oder man schmuggelt den Alkohol durch die Kontrollen. 

Am einfachsten füllt man die Spirituosen in Saft-Tetrapacks. Wie sollen die Polizisten überprüfen, ob die Cola-Flasche wirklich nur Cola und kein Wodka-Mix beinhaltet? Mit einem Probeschluck aus der Pulle? Das wäre schnell eine neue Attraktion: Polizisten abfüllen. Die Gefahr ist groß, dass das Verbot Konflikte und Ärger aufbaut, die die Beamten vor Ort abbekommen. Das Verbot ist gut gemeint, doch es löst die Probleme nicht – sondern schafft neue.

Christian Masengarb

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