Was dahintersteckt

Fans aufgeschreckt: Beliebtes Volksfest vor dem Aus, verkündet Flyer

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Himmel der Holzkirchner: Das Frühlingsfest – im Bild die Festzeltstimmung heuer beim Auftakt – steht bislang nicht zur Disposition.

Auf dem Frühlingsfest kündeten dieses Jahr Flyer von einem bevorstehenden Aus des Festes. Was die Gemeinde dazu sagt und warum sich die Veranstalter trotzdem Sorgen machen.

Holzkirchen – „Das Frühlingsfest steht vor dem Aus“ – diese Botschaft versetzte viele Holzkirchner unlängst in Aufruhr. Gedruckt war sie in großen Lettern auf einem Flyer, den der Förderverein Eis- und Mehrzweckhalle Holzkirchen auf dem Frühlingsfest verteilte. „Die bereits beschlossene Umgestaltung des Herdergartens bedeutet für das Holzkirchner Frühlingsfest, dass ihm voraussichtlich ab 2022 kein Festplatz mehr zur Verfügung stehen wird“, lautete die Argumentation. Das sei so aber frei erfunden, versicherte nun Zweite Bürgermeisterin Elisabeth Dasch (SPD) im Hauptausschuss, wo sie Bürgermeister Olaf von Löwis als Sitzungsleiterin vertrat.

Daschs Reaktion kam als Antwort auf eine Anfrage Birgit Eibls (Freie Wähler). Sie habe sich gewundert, weil nie ein Beschluss über das Frühlingsfest gefasst worden war, sagte Eibl. Nun wolle sie wissen, ob an dem Gerücht etwas dran sei.

Dem sei nicht so, versicherte Dasch. „Man hatte uns lediglich gefragt, ob das Frühlingsfest auch 2019 wie gewohnt stattfinden kann. Das haben wir zugesagt“, stellte Dasch klar. Alle anderen Jahre seien nie Thema gewesen. Daraus könne man nicht ableiten, dass es das Frühlingsfest nicht mehr geben werde.

Richtig sei, dass die geplante Erweiterung des Rathauses dem Autoscooter den Platz nehmen könnte. Die Erweiterung sei allerdings noch nicht beschlossene Sache. Auch habe man mit den Betreibern des Autoscooters bereits gesprochen und einen Alternativplatz gefunden, wenn dieser nötig werden sollte, sagte Dasch.

Lesen Sie auch: Frühlingsfest-Bilanz - Warum das neue Alkoholverbot Wirkung zeigt. Und die Vorgeschichte dazu: Frühlingsfest Holzkirchen: Gemeinde verbietet Mitführen von Alkohol im ganzen Ort

Auch für den Herdergarten gebe es noch keine Beschlüsse. Zur Diskussion stehe, dass er wieder „mehr Marktplatz“ werden soll. Aber auch dies sei nicht unvereinbar mit dem Frühlingsfest. Selbst wenn es im Herdergarten zu eng werden sollte, werde man bei der Suche nach Alternativstandorten helfen. „Wir wollen auf jeden Fall eine Lösung finden“, versicherte Dasch. „Der Flyer schürt unnötige Ängste. Von einem Aus für das Frühlingsfest kann keine Rede sein.“

Eine ähnliche Botschaft verkündet auch Andreas Forstner, Erster Vorstand des Musikzugs Holzkirchen, dem Veranstalter des Frühlingsfestes. „Das Frühlingsfest wird es in jedem Fall weiter geben“, sagt er. Am liebsten im Herdergarten. „Der Herdergarten ist unsere erste Wahl. Es heißt schließlich: ,Wir gehen auf’s Frühlingsfest‘ und nicht ,wir fahren‘.“

Verunsichert ist Forstner dennoch. „Man muss eben sehen, ob nach der Erweiterung des Rathauses noch genügend Platz für uns ist“, sagt er. Zu eng dürfe es nicht werden, sonst seien der Charakter des Festes und die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften gefährdet. Würde es zu eng für Fluchtwege, müsse man sich nach einer Alternative umsehen. Eine neue Halle mit dazugehörigen Freiflächen wäre da natürlich eine Option.

Es scheint also, als wolle keiner der Beteiligten ein Ende des Frühlingsfestes. Wie kam es dann aber zu dem Flyer? Forstner vermutet, der Förderverein sei etwas über das Ziel hinausgeschossen. Das sieht Martin Kling vom Förderverein anders. Zwar habe man die Situation auch genutzt, um zu zeigen, wie vielfältig eine neue Halle einsetzbar sei. Die Information über das bevorstehende Aus sei aber keineswegs erfunden. Sie stamme direkt von Forstner. Dieser habe angegeben, sie direkt von Bürgermeister Löwis zu haben und die Aussage erst vorige Woche nochmals bestätigt. „Die Ängste waren schon da, wir schüren sie nicht“, meint Kling. „Da wurde von der Gemeinde nicht gut mit dem Veranstalter kommuniziert.“

Wo genau der Kommunikationsfehler lag, lässt sich schwer nachvollziehen. Sicher scheint aber: Mit dem Frühlingsfest geht es auch nach 2022 weiter. Ein Aus will niemand.

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